Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 42 (15.10.1847)
- Date
- 1847-10-15
- Page
- Spalte 663-664 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 2× ep/1005097
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663 sehr oft über Krankheits- und Altersschwäche und scheint in Folge derselben das Augenlicht verloren zu haben, was ihm zwar das Talmudstudium erschwerte , ihn aber keineswegs gänzlich davon abhielt; jedenfalls sind seine letzten Lebenstage nach eigener Aeußerung sehr trübe gewesen — v /V , n"n , 'ip,Nwn-hfy no. Ein zweiter Sohn des Rafael, Namens Abraham, hatte im Jahre 5502—1742 eine jüdische Buchdruckerei zu Livorno, zwei Jahre vorher in Gemeinschaft mit Ricci ("Tn), wo das bekannte DnDO nwp und pin gedruckt wurde. Noch etwas über den Eid von M. B. Friedenthal. Meine bisherigen Aussätze im Literaturblatte, über Kol Nidre sowie über Eide, veranlassen mich in Nachstehendem die Lehre von den Eiden nach dem alten Testamente und der Tradition möglichst vollständig und übersichtlich vorzuführen. Die Lehre vom" Eide, wie die Lehre vom Gebet, wurzeln auf dem Boden der Offenbarung. Der geoffenbarte Gott der Bibel ist nicht allein ein Gott der Milde und Liebe, sondern auch ein Gott der Wahrheit und Gerechtigkeit; auf den ersten Begriff stützt sich das Gebet, auf den zweiten der Eid und die eidliche Betheuerung. Als Gott der Gerechtigkeit und Wahrheit rufen wir ihn im Eide an, als Gott der Liebe im Gebet. Hiernach ist auch das Gebet yV eingerichtet; denn wenn wir uns auch in jenem an (König des Rechts) wenden, so nehmen wir dabei doch nur seine Milde in Anspruch , in dem wir flehen L2OAQ2 ttjmn „vervollkommne uns durch das Recht". - Beim Eide dagegen wird Gott nur zum Zeugen und Rächer der verleugneten Wahrheit angerufen. Beide Eigenschaften, die Ergebnisse der höchsten Vernunft und des höchsten Verstandes, sind angedeutet in dem Namen Jehova, d. h. dem Inbegriffe des höchsten Seins. Diese Idee in ihrer vollkommensten Reinheit, nachdem erwähnten Begriffe zu erhalten und zu manifestiren, ist die Bestimmung der israelitischen Nation, weshalb wir uns im Gebet des Ausdrucks MnN vtav und im Eide des Ausdrucks '>'rb# bedienen. Wahrheit und Gerechtigkeit sind immer verbunden. Der Gott der Gerechtigkeit ist als solcher der Gott der Wahrheit; daher die vielen Stellen in der Bibel wie: Jesaja 65, 16: Wer schwört im Lande wird schwören beim wahrhaftigen Gott. Psalm. 146. Der Wahrheit ewig hält. Psalm 19, 10 seine Rechte ewige Wahrheit. Psalm 31, 6 Gott der Wahrheit. Lirmija 10, 10 Aber der Ewige, Gott ist Wahrheit, 661 wo der Gott der Wahrheit verehrt wird; oder der Goth der Gerechtigkeit in den Stellen. Psalm 27, 28 der Ewige liebet Recht. Psalm 99, 4 den Ruhm des Königs, der das Recht liebt. Jesaja 61, 8 denn ich der Ewige liebe das Recht. Sprüchw. 3, 12 wen der Ewige liebt dm züchtigt er rc. und von den andern mehr. Hingegen dienen zur Bezeichnung des Gottes der Liebe: Psalm 09, li. 18 Mein Gott der Gnade. ib, 52, 3 Gottes Güte währet alle Zeit. ib. 145, 5. Der Herr ist von großer Güte. Psalm 103, 16. Psalm 11, 17. Seine Liebe voaltet über seine Verehrer. Psalm 33, 5. Von des Ewigen Gnade ist voll die Erde. Psalm 103, 17. Göltet Güte bleibt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Micha 7, 18. Denn Gefallen hat er an Gnade. ' .. Psalm 11, 8. Ewig währet feine Güte. Gerechtigkeit und Liebe bilden daher erst in ihrer Vereinigung das Wesen des wahren Gottes Israels, und auf Erkenntniß dieser Einheit in Gott beruht daher auch das Erkennen des Gottes Israels. In diesem Sinne sind daher auch die zahlreichen Stellen aufzufaffen, in denen Milde und Gerechtigkeit als Prädikat Gottes vereinigt sind. Exod. 34, 6. Der Ewige u. f. w. reich an Gnade und Wahrheit (Gerechtigkeit). Psalm 115. Um deine Gnade und Wahrheit. 133, 2. Psalm 25, 10. Alle Wege des Ewigen sind Güte und Wahrheit. Psalm 33, 5. Er liebt Billigkeit und Recht. Der Glaube an die vereinigten beiden Eigenschaften in der Gottheit bewirkt Ruhe im Innern des Menschen und im Staate und fördert den Sieg der Gerechtigkeit und Wahrheit auf Erden; denn so nzie das Gebetein ausdrückliches Bekenntniß des Glaubens an die Macht der göttlichen Güte enthält, so spricht der Eid das Bekenntniß des Glaubens an die Macht der göttlichen Gerechtigkeit aus. Es ist daher ein Mißbrauch, sich im Erdenleben blos an eine der erwähnten Eigenschaften zu halten, denn nur die vereinigten Begriffe führen uns zur wahren Erkenntniß des alleinigen Gottes, der Mißbrauch der Eigenschaft der Liebe führt zum Mysticismus und zur Schwärmerei, so wie der Mißbrauch der Eigenschaft der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dem verabscheuungswerthen Begriffe des, Gottes des Zorns und der Rache, weshalb wir verpflichtet.sind, sowohl im Gebet als im Eide, uns an die vereinten Eigenschaften Gottes zu wenden. Deut. 10, 20. Vor dem Ewigen deinem Gotte mußt du Ehrfurcht haben, ihm dienen u. s. w. und bei seinem Namen schwören. Gebet und Eid sind daher gottesdienstliche Handlungen *, 0 Daher ist bei beiden das Wort Amen anwendbar Schebuot 29. Studien.Noch etwas über den Eid. Von M. SB. Friedenthal.