Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 41 (8.10.1847)
- Date
- 1847-10-08
- Page
- Spalte 647-648 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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647 Studien. David v. MerwLn el-Mukammes Ha-Babli. 648 Jakob b. Zsacrk el-Kirki süni, Hasan b. Maschiach u. A., deren ungefähren Zeit bei dieser Gelegenheit mitbestimmt wird. — Das Vaterland unseres Philosophen David b. M e rwün*) war Babylonien, oder wie man es damals nannte das babylonische "JE, wie der Beiname el-'JrLke oder in der Uebersetzung ha-Babli bezeugt und die Zusammenstellung mit den Geoninr bestätigt. Vielleicht blühete er in Sora, wo der Sitz jüdischer Gelehrsamkeit war, was daraus hervorzugehen scheint , daß er mit S.a^dja in Berührung gebracht wird , der Hoch vorzüglich da gelebt. Wahrscheinlicher noch ist es, daß er zu Bagdad gelebt, wo auch Sa'ad ja, nachdem er sein Rektorat verlassen und flüchtig werden mußte, die Zeit zugebracht. Seiner Beschäftigung nach war er Arzt, seine Gelehrsamkeit und seine Kenntniß der medicinischen Werke OINM) war berühmt (Esch. Ha-Kof. 1. e.)'/ und um jene Zeit waren es vorzüglich die Aerzte, welche das Gebiet der Philosophie angebaut. Was nun seine Studien anlangt, ^so wird uns berichtet (Eschk. Ha-Kof. I. c.), daß ec gelehrt war in den Schriften der Griechen v^rD, in unserer Ausgabe , m den Schriftwerken der Medicin und der Weltweisheit '"lOOTIl). Das Studium der. griechischen Naturforscher, Aerzte und Philosophen war damals nichts Ungewöhnliches; der berühmte jüdische Arzt u. Astronom Sa h L, genannt Zei n el-Taberi um 800 n. Chr., dessen Sohn Abul-Hasan Ali b. Saht Jbn el Laberi um 840, gingen ihm Ln dergleichen Studien längst voran und auch diese waren in dergleichen Studien nicht die ersten. Diese Studien spiegeln sich auch in den erhaltenen Fragmenten ab, sei es wo er in metaphysischen. Betrachtungen über das Wesen Gottes sich verliert , oder wo er gegen das Christenthum, gegen den Manichäismus u. fl w. polemisirt, oder endlich wo er die verschiedenen Sekten beschreibt und ihre Lehren und Gebräuche darstellt. Er citirt den Aristoteles ctetxntt, Stugm. II.)-/ wo er sagt: PdnV im noN jn onNinn) wrppn nnrin o (Dwm Dn'Nnn) nnion nrniir p *w inm by, ober er citirt bei gewissen Termen oder (Fragm. I.) und überhaupt bekundet seine Klassisicirung der Wissenschaften, die Art und Weise seines Philosophirens, wie er die griechischen Studien ganz in sich ausgenommen. Interessant ist seine Eintheilung der Philosophie (jnon) in drei Klaffen (ni^D tthvf), deren erste die Metaphysik On^Nri JTIDn) . auömäd&t, als diejenige Forschung, durch welche die Einbeit,und das Wesen Gottes, die Offenbarung im Gesetz, das Versta'ndniß der Gebote und der Dogmen möglich ist norm rnpn nrn" yirb nnrwDn nDDnn wn *) Nachträglich habe ich noch zu bemerken, daß der Beiname el-Merwazi sich zwar findet (Wüstenfeld, Gesch. d. arab. Aerzte. S. 53), jedoch ist er hier, wie ich erwiesen, nicht anwendbar. mranirb by nmi ni.ii rntsDi inun, «fo Religionsphilosophie in der weitesten Ausdehnung. ■ Als das zw eite oder zunächst kommende Objekt der Philosophie hält kr die Ethik (N22NM ^Dvll 1O1Q1 MDNN'MvNI,1^121 \D myl) und als die letzte oder dritte Stufe in der philosophischen Forschung betrachtet er die Erforschung der Natur (Physik) (avarüS? plhl ^"1 jnD). Ein philosophisches Werk' der ersten Klasse, d. h. eine Religionsphilosophie, war das DNDD, oder wie Barcelloni cs nennt vvj)v^-r NN 'T NNN, woraus hier die Fragmente mitgetheilt worden sind; wie er die erste Klaffe bezeichnet, so stand auch hier überschrieben N2N by D’p^nm mpn b mjS m"pn n.i" nmi1? iniN n^np.l lmin und wir sehen, daß er im 9. und 10. Abschnitte noch immer bei den Forschungen über die Lehre von Gott verweilt und zur mim min noch nicht gekommen war. Außer einer Religionsphilosophie, mit Abweisung christlicher, manichäischer und sektirischer Ansichten und Bekämpfung, scheint unser David b. Merwün noch andere Schriften verfaßt zu haben. Jehuda Ha-Dassi in seinem Eschko l Ha-Kof er (1. e.) führt uns im 96. Kapitel die verschiedenen Sekten und Religionen vor, mit ihren Ansichten, Lehren, Dogmen und Gebräuchen, und schließt mit einer gedrängten Darstellung.der Samariter-Sekte NN); diese Beschreibung schließt er mit den Worten: V) by pN , ’p-^N ]niid fl in )ib -isD fl (nijnown bw) VDD Tjn!? msps , (DDpDbx jJiTn) popD^Nn pun und wir erfahren daraus nicht nur, daß er auch den Samaritanismus beschrieben und Ha-Dassi es aus seiner Beschreibung entnommen, sondern daß er auch mehrere Werke geschrieben (rep3 3DD)* Bei Gelegenheit, wo Jehuda Ha-Dassi über die Sadukäer-Sekte (t-PNL^NN) spricht (ib. c. 97 u. 98), schließt er die Beschreibung mit den Worten: yopabu JN110 fl IN “Ul I"6n Id 0^1 'di D'pm ip (d. h. upsoD und) -nbD nspnn woraus man ebenfalls nicht nur sieht, daß er über die Sadukäer geschrieben, sondern daß er mehrere Werke geschrieben haben muß. Auch wird die Beschreibung der folgenden Sekte (rnNJJD^tt) ihm zugeschrieben, und wenn nicht die ganzen Kapitel (96. 97. 98), welche über die verschiedenen Religionen und Sekten handeln (vielleicht auch noch die fehlenden zwei Kapitel 99 u. 100), aus einem Werke des David über die Sekten genommen sind , so sieht man hoch soviel, daß ein solches Werk dem Jehuda Ha-Dassi Vorgelegen und er es stark benutzt. Es war vielleicht ein bhobx ixni ober nimn 1DD, in der Weise > wie man ein solches dem Hasan benMasch.iach (iWD p sMN), einem Zeitgenossen unseres David, zuschreibt.