Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 41 (8.10.1847)
- Date
- 1847-10-08
- Page
- Spalte 645-646 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ö15 Studien. Fragmente v. David b. Merwrin el-MuLammes Ha-Babli. MS die Schreibung,jndE) die einzig richtige sein. Mörwün auch in der That ein bekannter arabischer Name, den auch der bekannte Grammatiker' Jbn G'annah geführt, und es ist natürlich, wenn der Pater des David, der unter Arabern im Irak gelebt', diesen Namen geführt. Ob er neben dem arabischen noch einen che.bra'ischen Namen gehübt, sind wir nicht im Stande anzugeben. Ganz aus der Luft gegriffen scheint die Bezeichnung ->.1, Prosctyt, die blos Dod Mardcchai (1H>> hat, ohne irgend einen Nachweis oder eine Quelle für diese Behauptung zu geben, was Wolf (1. S. 320) dennoch nicht abhielr, weiter auszuspinnm und in "ihm. einen ursprünglichen Türken zu sehen.. Dod -Mord, hat es von Leset b. -)'.M (soll heis?en lyDi, es ist -Leset b. Said, der um 1240 gelebt), wie er selbst angiebt, und dieser Leset, ein prahlerischer karäischer Eiferer, stempelt in seiner karäischen Ucberlieferungskette noch andere zu i->.i oderzu Karäern, die nur Juden waren, daß ich dieses Epithet ganz verwerfen zu muffen glaube - zumal da sonst weder Karäer noch Nabbaniren etwas davon wissen. r Eine andere Frage, welche nächst den verwirrenden Angaben über die Beinamen u. s. w. unsers David, beantwortet werden muß, ist die, ob er wirklich Karäer war? Schon der Umstand, daß der orthodoxe Jehuda b. Barsillai Barccllo ni, der doch sonst vor das Studium der religionsphilosophischen Schrieen warnt, wenn sie nicht von Geonim (wie Sa"adja, Samuel b. Chofni u. A.) oder von solchen Männern hcrrützren, von deren Rechtglaubigkeit man überzeugt ist, ihn als seincn'Gewährsmann und als alte Autorität eitirt und bedeutende Auszüge aus dessen Werke giebt: ferner daß er ihn als Vorgänger und Lehrer des Gaon Sa"adja hältnach einer Ueberlieferung, und nur darin ungewiß ist, ob er zu den Geonim gehört habe, weist darauf hin, daß die Rabbaniten .ihn beständig als den ihrigen betrachtet. Und dem Jehuda b. Barsillai gleich thun es andere Lehrer der. Rabb^lnitcn. Bach ja (I. o.) gedenkt seines Werkes, wenn cr die dritte Klaffe von Schriften erwähnt/ deren Zweck es ist .TO \l\jy Zwb) er stellt sein Werk ^OO) neben die Religionsphilosophie des Sa"adja und neben das nn TO und andere Werke dieser Gattung hin, und aus dieser Hochachtung sieht man, daß er ihn dem Sa"adja gleichgeachLet und nicht im Entferntesten ihn für einen Karäer angefchen. Ein gleiches thut Jedaja P en i n i in seiner Apologie für die Philosophie "(1. c.), wo er unfern David und sein Werk den religionsphilosophischen Schriften Sa"adja's und Anderer gleichsetzt, um daraus das Erlaubtfein dieser Ctudiien zu argumenliren, und es kann rhm unmöglich in den Sinn gekommen sein, dem orthodoxen Salomo Jbn- Adrat gegenüber das Werk' eines Karäers als Argument zu gebrauchen. Aber nicht die Rabbaniten allein halten ihn blos für einen Philosophen, der die indische Gettcstehre auf dem Wege der Spekulation zu begründen, das Gesetz durch philosophische Argumente dem Verständniß naher zu führen/ und die der orthodoxen Lehre, gegenüberstehenden Häresien zu bestreiten suchte, sondern auch karäische Schriftsteller wissen eigentlich nichts anderes von, ihm. Der Verfasser des Eschkol ha-Kofer (1. v.) weiß weiter nichts von ihm, als daß er die Lehrbegriffe. der Sekten (der Samaritaner, Sadukäer u. s. w.) beschrieben und widerlegt, und was Dod Mard. 2 b sagt, ist nach der eigenen Angabe nur aus dem genannten Eschkol referirt. Der Einzige, welcher ibn zum Karäer stempelt, oder richtiger unter die Karäer einschmuggelt, ist der oben genannte Leset, bei Gelegenheit seines Entwurfes einer karäkschenUeberlieferungsfette, angeführt Dod SÄard. Hab. Aber -diese Kette .'(rvnDNn m ppn>’H rbpbw), er angeblich n&rin N^pa \n . onciNn. wy ausgenommen und so in Egypten gefunden haben soll, erscheint .schon kn anderer Beziehung als so willkürlich und absichtlich gemacht, daß man darauf gar nichts geben kann, zumal dieselbe Tabelle auch viele Tannaiten, Exilarchen u. s. w. fälschlich hineinzieht. Der Orach Zaddikim 21 b kopirt blos diese Tabelle mit Bereicherungen der willkürlichsten Art — er zieht, ja sogar Jehuda Jbn Koreisch schreibt er) hinein , fo~ daß er eigentlich gar nicht in Betracht kommen kann. — Eine andere Vorfrage, welche in Bezug auf unfern David b. Merwün beantwortet werden muß, ist die Zeit, wann er gelebt, wenn auch von Geburts- und Todesjahr nicht die Rede sein kann. Nach Jehuda b. Barsillai Barcelloni läßt sich bloß das Einzige bestimmen, daß er vor Saadja geblühet; seine unbestimmte und dunkle Ueberlieferung machte ihn zum Lehrer d. h. Vorgänger Sa"adja's, aus dessen Schriften letzterer religionsphilosophische Forschung wie Polemik gegen Sektirer gelernt, und die Sage behauptet sogar, Sa"adja hätte ihn noch gesehen. Jndeß ist Varcelloni'6 Angabe, nach eigener Aussage, unsicher; er gesteht selbst, daß er nichts darüber weiß,- und wir können nur das Eine daraus entnehmen, daß er ein Vorgänger S.^aoja's gewesen, was sich auch durch Bach ja und Pemini bestätigt, die seine Religionsphilosophie mit der des .Sa"adja immer zusammen nennen. Er mag also demnach um e. 900 geblühet haben, indem darauf die Blürhe Sa"adja's, der 928 Gaon wurde, folgt. Mit diesem Resultate stimmt nun auch die karäische Ueberlieferungskette des obengenannten Iefet zusammen, der ihn in die fünfte Generation nach "An an gesetzt, und die Generation zu 30 Jahren berechnet giebt dasselbe Resultat. Diesefünf Generationen sind nach "An an b.' David 760: 1) Saul b. "An an 790; 2) Josijja b. Sä ul 820; 3) B inj am in b. Mose Nah ü wen di 850; 4) Daniel b. Mose el-Kumsi 880z.. 5) Noach b. Isaak el-Basri 910, mit dem er gleichzeitig gelebt. In der sechsten Generation.nach. "Anan., d. h. von 910—40 blübete S z a l m o n b. I e r o ch a m, als Zeitgenosse des Sa"adja (ft. 942). In der erwähnten sechsten Generation nach "A n a n, in dem Zeitalter des S a"a d j a , F a j j um i und Sza im o n b. Ier och.a m, blüheten nach der erwähnten karaischen llcberli'eferungskctte noch Josef b. N o a ch b. I s a a k elB a s r i, 41 *