Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1847)
- Date
- 1847-10-01
- Page
- Seite 317 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- 317 - tun er am Uersöhnnngstag hielt,: bemkundeteir seine Meisterschaft in der Redekunst; besonders ausgezeichnet war die Nc^ila-Predigt, itt der er auf die religiösen Parteien so schön und treffend die Worte jener Vuhlerinnen anwendete NQst. ■'On.'O xby denn so glaube jede Partei das Wahre, erkannt und im alleinigen Besitze der lebenden Religion zu sein und stoße die jenseitigen Ansichten als erstarrt und. leblos von sich. Und. so wie jene lieblos) auZrief NU', N'N) xb LU .M, .so wolle jene andere Partei-lieber ein todtes Judenthum erhalten, , zerrissen 'und getrennt , in zwei .Hälften , als daß ..sie. das Todte und Abgelebte dem Grabe anheimgebe und dem Lebendigen als einem Ganzen, .als einer nnzertheilten Einheit einen ewigen Fortbestand sichere. — Dem Weihrauch, welches wir hier,dem Rednertalent unseres Rabbiners streuen, müssen, wir dennoch etwas Chelbena beimischen, und dies ist unser-,.Tadel, den. wir über jene rabbinische Lizenz nicht unterdrücken können, über jene salbungsvolle Worte, die wir jedes Jahr, in der Abendpredigt, anhören müssen: „Im Namen der Vorsehung rufe ich Euch Versöhnung zu"*nnd ähnliche Ausdrücke-der Art , die nicht auffallend und befremdend in dem Munde eines katholischen Priesters, aber beides tu dem Munde eines Rabbiners sind, besonders eines.solchen, der.* mit Recht aus unfern Gebeten jede, entfernte Hinweisung auf einen.Mittler, wie z. B. daöMachmse rachmim, ausschied.. M—a. ÄVttlldouf, 23. Sptbr. Das Sachsen-Meining'- sche Landrabbiuat, das seit dem Tode. Hofmamsts unbesetzt war, ist nun endlich wieder besetzt. Der den Lesern des Literaturblattes bekannte M. Dreifuß, der bis jetzt in Ungarn zu Groß-Canischa gelebt, wurde zu dieser Stelle berufen, und erhielt zu Anfang dieses Monats nach vorbergegangener Probepre.digt die Landrabbinatstelle.. ..Die Peobepredigt wurde in der Synagoge zu Hildburghausen, wo das Konsistorium bei derselben officiell zugegen war, abgehalten und da diese eitlen großen Beifall erhalten, so wurde er als Landmbbiner eingeführt. Bei Gelegenheit dieser Einführung sprach sich der. Regierungsbeamte sehr günstig über die Emancipation der Juden ans, wie dieser Beamte, Hr. v. Liben, es schon oft gethan. Breslau , 22. Sptbr. Zur Steuer der Wahrheit und zur Charakteristik des mit einer Aufzählung des Lehrerpersonals an der jüngst hier errichteten Religionsschule begonnenen und einer kurzen Mittheilung über Dr. G.'s Studien beschlossenen Berichts diene Folgendes: Die Eiutheitung 1. 2. und 3. .Lehrer ist aus der Luft gegriffen. Die Schule besteht aus vier Knaben- und drei Mädchenklassen. In der ersten Knabenklasse unterrichtet in. 9 Stunden wöchentlich Hr. Dr. Gr ätz, desftlt bereits vielfach rühmlichst Erwähnung geschehen. Herr Groß lehrt in den drei untern Knabeu- undzwei Mädchenklassen: jüdische Geschichte, in den zwei, mittlerett Knabenklassen: die Elemente der hebräischen Grammatik verbunden utit Vorübungen zum kleb ersetzen > in der ersten Mädchenklasft Bibelkunde. —- Wie mms aus. guter Duelle mitgetheikt wird,, hat Herr Groß bereits vor 4 Jahren das Lehrer-Examen am Seminar zu Posen, mit günstigem Erfolge abgehalten und verbindet mit einer gründlichen. Kenntuiß der Pädagogik dm. wärmsten. Eifer für dieses Fach. Für Hrn. Thilo, von denn im besagten. Artikel berichtet ist —. bleibt noch Pentateuch in der zweiten so wie hebräische Leseübungen in der untersten Knabenklasse, Gebetübungeu und jüdischdeutsche Kalligraphie in der ersten Mädchenklaffe. Ich werde nächstens in Stand, gesetzt sein, Ihnen über System, Plan und Uriterrichtöweise.Näheres mitzutheilen. « . ... L Stettin, 23. Aug. In diesem Blatte ist die Antwort des Herrn v. Puttkammer auf die. von der hiesigen Gemeinde ihm zugekommene Dankadresse mitgetheilt, mögen nun auch folgende zwn Antworten hier ihren Platz finden. Antwortschreiben des Landtagsabge- -ordneteu. Herrn Rittergutsbesitzer von Gottberg auf Mahnwitz bei Stolpe auf die..Dankadresse der , israelitischen Gemeinde zu Stettin. „Au die Herrn Repräsentanten der Wohllöbl. Israelitischen Gemeinde zu Stettin. —- Die Adresse welche Sie meine, hochgeehrten Herren, im Namen der israelitischen Gemeinde in Stettin, an mich zu richten die Güte gehabt, hat mir die befriedigende Genugthuung gewährt, daß auch geringen Leistungen Anerkennung gezollt wird, wenn sie sich auf dem Gebiete des-Rechts und der Wahrheit geltend machen. Von dieser Ueberzeugung geleitet, daß auch meinen schwachen. Worten von dieser. Wahrheit die Kraft gewährt werden würde, welche ihr von dem allen Menschen gemeinsamen Urquell alles Lichts beigelegt ist, habe ich mich für verpflichtet gehalten, mich den Reihen jener starken Geister arizuschließen, welche die wahre Auf- ..gabe der Volksvertretung darin erblicken,, allen gleich verpflichteten Staatsmitgliedern auch eine gleiche Berechtigung zu erstreben. Wenn Sie, nt eine Herren, mir für diese geringen Bemühungen Gesinnungen des Dankes artsgedrückt haben,., so schätze ich. dies hoch; ich möchte Sie aber ganz besonders zu Dankbarkeit gegett den edel» Mottarchen auffordern, durch dessen Güte den Deputirtm des Landes die Gelegenheit und die Möglichkeit gewährt worden ist, den Kampf.gegen das Vorurtheil vergangeuer Jahrhunderte im Angesichte der ganzen Welt in upsenn Staate zu beginnen. Dieser Kampf, der.mit den Waffen des -Geistes auf dem Felde des Rechts und der Wahrheit gekämpft wird, ist eröffnet, und der Lenker der menschlichen Geschicke wird nach seiner unfehlbaren Gerechtigkeit entscheiden, wem. der Sieg zu Theil werden soll. Wird es mir auch vielleicht nicht vergönnt -sein, diesen Tag zu erblicken, so wird mich doch das Gefühl durch mein Leben begleiten, für eine gute Sache, nach