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Der Orient · 1847-09-17 · 38 (17.9.1847) · p. Spalte 601-602

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
38 (17.9.1847)
Date
1847-09-17
Page
Spalte 601-602 (sequence 5)
Language
German
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602 601 ' ''Kritiken.' schon' mBayenne. Dieses gibt die beiläufige Berechnung, daß Rafael im Jahre 1685 geboren worden , im Jahre 1700 geheimthet, im Jahre 1712. nach Pisa, 1729 nach Bayonire gekommen und bei der Herausgabe seines Werkes das Alter von 53 Jahren gehabt. Diese Berechnung kann jedoch mit einem Jahre hoher oder geringer angenommen werden. Bayonne war eine der ansehnlichsten 'Gemeinden Frankreichs und es gab daselbst manche den damaligen Zeitgeist sehr charakteristrende Verordnungen. Wir wollen btos einige derselben , wie sie uns Rafael in seinem Werke (RGA. MR. §. 64) aufbewahrt, hier mittheiten. Um nicht den Neid des nichtjndischm Theiles der Einwohnerschaft durch Prunk^ zu erregen, durften die Frauen weder auf einem öffentlichen Kurplätze, noch sonst Ln christlicher Gesellschaft mit Silber- und Goldschmuck erscheinen, oder auch nur goldgestickte Kleider öffentlich tragen. Aehnliche, vielleicht noch heut zn Tage anznempfehlende Verordnungen hatten schon die italienischen und türkischen Gemeinden und crtirciu wir unter Anderen nur eine Stelle: noii nj : rn 'n ps ~dt p2 , p pap -o oim nDDDn byr> üöto ">n°7 .“ti p own pb , in uwü ' nbw ' wnbü po nw mpo \nn .xnnb . übw-’ nnvr 'D’oöpbn tüdi 'd? rnnn W?r vby ivx- Ttfiy bw nNTim r,>OY Aus ebenderselben Ursache wurden bei. einer jüdischen Hochzeit in Bayoune, wo doch der Luxus unvermeidlich, war, keine christlichen Musikanten genommen. Ferner durften Frauen ohne männliche Begleitung weder außerhalb der Stadt, moch in öffentlichen Gärten spazieren gehen. Alle Waaren, die von jüdischen Kaufleutenein- oder ausgeführt wurden, belegte die dortige Gemeinde mit der sogenannten Gäbelu-Steuer) nur dafür arme Waisen ausheirathen zu können. Eine jede Waise erhielt zur Aussteuer aus btcfcr Kasse 1500 französische Pfund. Diese so edelmüthige Anstatt wurde daselbst im Jahre 1646 begründet and hatten ein halbes Jahrhundert hindurch den wohlthätigsten Erfolg. Dann aber kam sie in Verfall, weil keine strenge Kontrolle darüber geführt wurde. Im Jahre' 1713, wurde sie frisch organisirt und traten dabei manche Erleichter-. ungen und Modifikationen ein, daß nämlich von nun an bloß die Einfuhr und auch nur nur Ein per Mille besteuert, wie auch die Summe der Unterstützung auf 1OOO französische Pfund. redueirt wurde. . Allein auch dieses half nichts mehr um die Anstalt aufrecht zu erhalten. Die dabei angcstellten Verwalter erneuerten sie Zwar, mit hinzugefügter Einschärfnug noch einmal im Jahre 1741 und weisen nach, daß sie anfangs für alle Zukunft gegründet wurde und daher keine Aufhebung dabei.stattfindeu kann; die Gemeinde selbst aber proteslirte dagegen, und suchte bei ihrem Rabbiuen Rafael um die Lossprechung von dieser nun unertraglicheü Verzollung nach (n rmn irrrp-) onb PLDtt p). . (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 33) 2^)? aD. Betrachtungen über das Weltleben rc. mit einer neuen metrisch-gereimten Übersetzung von M. E. Stern, nebst einer biographischen Einleitung von Jos. Weisse, Rabbiner in Gaya. Wien, 1847, 8. Seitdem der große Maimüni, von dem es sehr bezeichnend heißtDpV? im lynmü", seitdem dieser zweite Moses mit der gewaltigen Kraft seines Feuergeistes, mit dem breiten tiefen. Meere seines Wissens die chaotischen Massen des Talmuds geschieden und geordnet,* seitdem er durch seine im Aristotelischen Geiste geschriebene Religions- Philosophie^ Licht, Wahrheit und Klarheit über alle Partien der Bibel und des Glaubens verbreitete, sah man von Zeit zu Zeit einzelne Sonnen am literarischen Himmel Israels, welche die hohen Gletscher frostiger Sophismen und schauerlicher Mysticlsmen zu schmelzen begannen, die Wucht und. den Wust verjährten Unsinns verflüchtigen machten, bis endlich durch den dritten Moses das ganze Riesengebirge zwischen finsterer rabbmischer Orthodoxie und modern europäischer Bildung und Gesittung krachend zusammenstürzte. Krankhaftes Verschwommensein mußte nun der gefunden Anschauung, nutzlose Spitzfindigkeiten der guten Logik den Platz räumen. So eine freundliche. Sonne war auch unser Jedajader mit vollem Rechte das Epitheton \j\3D trug.— Der Name ^TD ist das korrupte Bediers, jetzt Beziers in der Provence. — Auch er hatte sich an Maimünischem Lichte vollgesogen, und gab das in sich Aufgenommene, nach ganz eigentümlicher Weise verarbeitet, in den schönsten Formen wieder. Unter all seinen Schriften bleiben aber die zbty mJT32, diese Weltgedanken, bei Weitem das Vorzüglichste, das Gefeiertste. Es ist das entschieden die merkwürdigste Mosaik, die man je gesehen. Fast aus lauter abgerissenen Bibelstellen znsammengestellt bietet dieses Werk ein Bildvon tiefgeistigem Gehalte und hochpoetischer Schönheit. Die Höhen , und Liefen des Menschengeistes, das große Labyrinth des„ Menschenherzens, die trostlose Nichtigkeit alles Irdischen, die hohe Wichtigkeit des Himmlischen, die schwer wiegende , versöhnende und trostreiche Lehre der Unsterblichkeit, das räthscl- und zweifelhafte der Mcnschennatur, das und ähnliches werden darin in einer Bildersprache voll Blumen und Sterne, voll Rubine und Smaragden — freilich mitunter auch ungeschliffene— wie sie mir dem Oriente eigen, sind, in blitzenden, zündenden Wortspielen 1) In seinem extensiv wie intensiv großen Werke npini 1\ 2) ’D'MJ m)D. ' -

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