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Der Orient · 1847-09-17 · 38 (17.9.1847) · p. Spalte 599-600

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
38 (17.9.1847)
Date
1847-09-17
Page
Spalte 599-600 (sequence 4)
Language
German
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599 , Studien. Raft Meldola's Brögräphiernitgetheilt von Zipfer. 600 B. manche das ausschließliche Privilegium, mit dm allerchristlichen Unterthanen seiner Heiligkeit ganz nach Belieben wuchern zu dürfen, mußten aber dafür, freilich Ln nmjorem Dei gloriam* an die apostolische Schatzkammer einen jährlichen Zins erlegen, was mit ihnen sogar mirabile Mein mittelst Kontraktes im Namen des Pabstcs abgeschlossen wurde. RGA. Majün Nabbun zu Choschen Mischpat §. 14: 'riip'mri^yzwn piNV oVbyb myo mbnb nu »nNibnn men t^dnh riND &*bö w & my .iTbnyDNp wpjn min tyi rr>:m , -tut nwbn .ran'-nnt* ' wäbi piaob' jri tn wtii riibnb inbnb dinbrr töm. — Es ist auffallend, wie so man doch dem Juden jeden Augenblick das Wuchergeschäft uns Gesicht werfen und als Laster anrechnen 1 darf, nachdem cs die höchste Taufe, erhalten und man gewöhnlich beim Juden alles mit der Tauft abwaschm zu können glaubt? Uebrigens sind wir neugierig, wie viel Prozent seine Heiligkeit für dieses edle Privilegium des Wuchergeschäftes sich habe zahlen lassen. — Nachfolgende Geschichte, die in Pisa noch unter der Amts- Verwaltung von Rafael's Großvater im Jahre 1636 vorgefallen, liefert nicht minder einen Beweis von der, den damaligen Zcitumständeu gemäß, sehr leidlichen Gesinnungsart gegen die Juden. Eine jüdische jungeFrair ans Pisa, die sich mit ihrem Manne in einer von lauter Christen bewohnten Stadt des Handels halber für kurze Zeit "anshielt und da mit ihm einst in Streit gcricth, flüchtete sich zu dem ..daselbst residircnden G-euverueur, eröffnete ihm ihre Meinung, daß sie gesonnen sei, ihre Religion zu wechseln. Der Mann, durch diese Nachricht bestürzt, rief ihren Vater herbei, die Mutter war aus Kummer darüber gestorben. Vater itub Mann begaben sich nun zum Gouverneur, der sein Urtheil dahin aussprach: daß man die Convertitin berufe und sie noch einmal befrage, ob sie zu ihrem väterlichen Hanse zurückkehren , oder bei ihrer früher geäußerten Meinung des Uebertrittes beharren will. Freilich tobte dieser dann gewaltig, als er den Rückfall der schon für selig Gehaltenen vernahm; aber sie besreiete sich dennoch aus dem Schooße der alleinseligmachenden Kirche ohne die geringsteKränknng, als etwa den Ausspruch ihrer ewigen Verdammung darüber zu erleiden (RGA.Maj.Rab.zu Eben Esertz. 1). Der Frau, ungeachtet, sie einige Zeit im Hause ihres christlichen Patrons verweilte, wurde die Rückkehr.zu ihrem Manne gestattet. .Der Grund dieser Erlaubniß lautet bei Rafael RGA. Maj. Rab. zu EE. §. 3 wie folgt: DNT nuiN Nb -ijudui dth /’SNV Nbu;Tby, pBWIJfl : pDT ND^D -btTiW N\S\ jy-n nDnc^ n^n M. nw w dn h'W. k/hs WN fHi -.in^NT .'wd iniN-v .Daß - zu dieser Zeit aus Unzucht wirklich der Feuertod, wenigstens an den jüdischen Theil, geübt wurde, gehet aus folgender Stelle hervor.: bynbN&? t"d 'p nn '2. pbn Tpy\ nnty'n p rn^Bv nn& ntoNTjr wjt Nb -im. mpyon 'nsniw run NLn ncma^ niNinp. uny - rrby.' NM -bi )mto rws; b)üb vn. dn nn-nb w nnN nw nniN Nb IN. n^n D)p./. Daß bei dieser Anfrage ein christlicher Ehemannals Vater bezeichnet worden, stehet ein Jeder. — Zu Rafaels Zeit gab es in Pisa folgende Wohlchätigkeits-Anstaltcu. Eine jüdische Akademie unter dem Namen DlbtP nu$ einen Verein zur Ausheirathung armer Mädchen unter dem Namen mbin^n Sno v ctitcit ähnlichem Verein zur Bekleidung der Durstigen unter dem Namen . O'QNp ^bQ. Zur Errichtung derselben trug nicht wellig Rafaels Zeitgenosse* und Landsmann, R. Josef.Ergas ans Livorno bei (RGA. Dihre Joftf Vorr.). Rafael verweilte zu Pisa, geschätzt von Innen und geachtet voll Außen, volle 17 Jahre. In seinem 44. Lebensjahre erhielt er den Ruf, das ansehnliche Nabbinat zu Bayonne bei der Gemeinde bco^' ai:znnehmen, welchem Rufe er auch bald folgte. Hier gab er seine Werke, und zwar im Jahre 1^34 drei Jahre später eine reichhaltige Sammlung von Gutachten, unter dem oft ciitTtcn S>7amcn dud D'D , über alle 4 Theile des RE. Seine andern Werke, darunter vorzüglich eines Namens (ribyü bisT-i). dV b:p, ein Commentar über die 4 Theile des Maimüni, konnte er aus Mangel , der nöthigen Kosten der Oeffentlichkeit nicht übergeben (tot rrn-inm ,i"b pTn -Tö.'n). Ob. sie doch später gedruckt wurden , ist mir unbekannt. Die obbenalmten Werke gab seil! ältester Sohn, DavidMeldola, in Amsterdam heraus und finden .sich auch von. ihm folgende 12 Gutachten darin vor (, 'n , b rux ynV*n"o , ub , no .Vit»; n, n"ü-, 'd b/’D bVl / ■ 1L3 r'l), Äon seinem Großvater väterlicher Seitö nahm Rafael folgende 7 auf (, Td , '"j r?pWV TD , i’Q;p on; NT yn n? fb) Eine ähnliche Anzahl findet sich auch darin von seinem anderir Großvater, Namens «^^D 1.TD2 Tpy» vor (n"N ri'n-—dt, nb, 'n /'O. ynx — 'y, '-»d -i"r — n? .)D '?d). Außerdeln führte Rafael eine weit ansgcbreitete Korrespmidenz, überhaupt mit den italienisch-jüdischen Gelehrten, darunter vorzüglich mit seinenl schon erwähnten Landsmann R. Joses Ergas, Wann er eigentlich nach Bayonne gcr'olnmen und wie alt er bei der Herausgabe seiner Werke gewesen, können wir bis auf die kleine Differenz von einem Jahre genau angeben. In. welchem Jahre er geboren worden, findet sich nirgends in seinen Werken angegeben. In .der Vorrede zu nr'N heißt es bloö, daß er zu 16 Jahren geheirathet, eilf Jahre darauf noch in Livorno mld siebzehn in Pisa verweilt hatte. Aus der Dedikatona zu /nN gehet hervor, daß er im Jahre 1610 noch in Livorno war. Vier Jahre später *i'yn wie auch im Jahre »T'sn wir ihn als Rabbiner in Pisa angestcllt..(^O nV non y'D , DWD 6d Tri i'd). Im Jahr .1630 war. er

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