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Der Orient · 1847-09-17 · 38 (17.9.1847) · p. Spalte 595-596

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
38 (17.9.1847)
Date
1847-09-17
Page
Spalte 595-596 (sequence 2)
Language
German
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Erwähnung, wo bereits geordnete Gemeinden und israeUtifche Kommunitäten bestehen. Jüdische Autoren und überhaupt sonstige Gelehrte schien es auch zu jener Zeit noch nicht gegeben zu haben, wenigstens geschieht ihrer nirgends Erwähnung, und es ist ganz natürlich, daß auch keine Talmudschulen, wo Talmud und das rabbinische Schriftthum gelehrt wurde, cxistirt habend Jedoch finde ich in Bezug auf das 13. Jahrhundert die nicht unwichtige Notiz,daß A seher 1>. Jech ie l^, der doch bekanntlich itri 13. Jahrhundert zuToledo gelebt, in deinen GA. sagt, ein gewisser Asch er b. Sinai sei aus Ru ssianach Toledo gekommen, um dort seine Studien zu machen^ und daß? unter Nu ssia nur Polen zu verstehen sei, wird wohl Niemand bezweifeln, da im eigentlichen Rußland zu jener Zeit keine Judengemeinde angesiedelt war. Uebrigens haben wir etwas Näheres über Ru ssia in Jos. Kolon's Gutachten o, wo es heißt, daß ein David b. Salomo aus Le Hubert in Russin gestorben, und da Lembcrt hier Lemberg ist, läßt. sich Russi a leicht entziffern7; der Grund dieses. Namens liegt darin, weil früher die Provinzen Galizien und Lodomirien den Namen Roth-Reußen führten^. Von geordneten Gemeinden und Synagogen in Po'-len finde ich ri\\ jüdischen Schriften die erste Erwähnung in den Rechts-Gutachten des Jsr. Isserlein" Aschkenasiaus Oesterreich, insbesondere werden die Gemeinde zu Posen (§. 144) und die Gemeinde zu G dt d ita (?) in Litthauen (§4 224) als solche erwähnt, die bereits Rabbinats- Kollegien und Schrittlangergehabt. Dieser Jsr. Isserl ein lebte zu Anfänge des 15. Jahrh.'s".' Aber selbst noch in dieser Periode vermißt 'man dort bedeutende Rabbiner, und überhaupt ist uns vor dem Auftreten des Salomo Loria in Polen, in der >cr- 3) Zunz I. e. führt an, daß ein gewissem R. Elieser aus Prag, der 1170—1190 gelebt, in Rußland war und von einer HS. spricht, die er daselbst gefunden. Red. 7) RGA. (wX“\r\ C\)W ) i H« 51, vgl. Sefer Meirat Enajim Z. 118.. ' ' Red. 5) Dieses Ascher b. Sinai im 13. Jahrh. gedenkt ebenfalls zuerst I u n z I. e., und er fügt diesem noch .drei andere Gelehrte hinzu, nämlich Isaak aus Polen, M a r d e ch a i aus.Polen, Isaak aus.Rußland, die nach Deutschland und Frankreich reisten, um in Deutschland und Frankreich ihre Studien Zu machen. Red.. 6) pW'DD §.185. 7) Auch dies erklärt schon so Zu n z 1. o., mit Anführung des Beweises aus Kolon's GA. und.er führt noch (GA. 37 Ans.) an. Red.' ' 8) Auch dies hat bereits Zunz 1. c;, wo er hinzufügt, daß noch vor 200 Jahren das jüdische Gericht zu Lemb erg 'die Oberbehörde für Russia (Roth-Reußen) war. Red. 9) \\r)Vlö 'pDD §. 8. " Seine D^pQD sind in her Regel der GA.-Sammtung NQND beigedruckt. Red. 10) Zunz 1. e. macht breits darauf aufmerksam, daß schon Elieser b. Na tan, d. h. der Tosasist p\\n flun 1140, der bekannte Vers, beö njyD HlDa, Mittheilungen ußjer russische Gebräuche macht. Red. 586 sten Hälfte des 16. Jahrh.'s, der bekanntlich das Mabbinat zu Ostrog und Lublin bekleidete, kein einziger-jüdischer Schriftsteller in Polen bekannt. Die berühmten Werke Lori a"s sind eigentlich die ersten. Früchte jüdischer Gelehrsamkeit, die auf polnischem Boden emporblüheten^ und es ist kein Wunder, wenn die Spätem sich nach ihm richteten. Seit Loria's Zeiten tauchten zahlreiche Talmudschulen auf, welche Pflanzstätten des traditionalen Studiums und des Rabbinismus für ganz Deutschland und andere fremde Länder wurden; die berühmtesten Rabbiner der spätern Zeit, welche auf dem Gebiete dieses Wissenszweiges glänzten, waren theils Zöglinge dieser polnischen Talmudschulen, thetts haben sie sich durch Umgang mit den polnischen Rabbinen gebildet. / Von dem 16. Jahrhunderte an hat der Rabbiuismus'nach jener praktischen Seite hin, wie wir ihn später, antreffen, dort seinen Mittelpunkt gefunden; nur dort hat er sich bis zur äußersten Spitze entfaltet, und alle jene Berühmtheiten, die uns heute noch als Führer dienen, hatten dort ihren Ursprung. — Wenn wir von -rabbinischer Literatur sprechen und nicht blos die sogenannten Alten (Rischonim) im Sinne haben, wenn wir der Entwickelung des' Rabbinismus , der Weiterbildung unseres Rituals, der Fortgestattung unserer Liturgie gedenken, so. werden uns stets jene berühmten rabbinischen Theologen emsallen, die als ausgezeichnete Rabbiner und Schriftsteller dieses Faches in Polen erstanden. .Kaum war Sal. Loria aus Worms angekommen, um den Rabbinatssitz zu ,£ u b l in und Ostrog einzunehmen, als sich bereits eine große Jüngerschaar einfand, mit dem glühenden Streben sich auf diesem Gebiete zu vervollkommenen und den Ruhm dieses Rabbinismus weithin zu tragen. R. Sch ach na .aus Krakau^, Schwiegersohn des berühmten Mose I ss e r l es (n"cd), Jos. ha - K o h e n, R. in Krakau^ und Andere vollendeten ihre Studien unter dem berühmten Jakob Pollak in Prag und bildeten später den Ruhm des Rabbinismus. ^Fortsetzung folgt.) 11) Salomo b. Jechicl Loria schrieb:' flchw Hföy/, Glossen und Noten zu — HDhü) mDy, Komm, zu dem Buche der Pforten von Js. D üren. — nEOT, diskussive Novella's über talmudische Traktate.— hw D% über talmub. Traktate — nob&y. rny'3 * 5 6 7 * 9 10“)'1, über El. Misrachi's Superkömm. zu Naschi. — niV, Gutachten - Sammlung^ Außerdem noch rcna ttniD , Dy mp'nin rronw u. s. w. Red. 12) Von ihm ist in der Opp. Bibliothek ein TiD na^m. Sein vollständiger Name war.Sch a lom - Sch ach n a (b. Ahron) und ec war Schüler des Jakob Pollak. Red. 13) Josef ha-Kohen (b. Mardechai Gerson) war ein Zeitgenosse des Sal.. Loria und starb, nachdem ec über 50 Jahre das Krakauer Rabbinat bekleidet, im hohen Alter 1591. Er schrieb Sammlung von Rechrgutachten, wobei auch Glossen zunr Mardechai über Ord. Nesi'kin und Moed, so wie auch zu Berachot, und Noten zu Tur Choschen Mischpat: Krakau, 1590, 4 .Ahron Proßn.tz (Bl. 82). — Dann rm.iNn rch> rW7. Das Buch Aguda mit Noten. Krakau, 1571, f. Red. 525 > Studien. Die Kulmudschulen in Polen ge klonen, geschieht der Juden Polens in den Landesgesetzen

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