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Der Orient · 1847-09-10 · Heft 37 (10.9.1847) · p. Seite 293

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 37 (10.9.1847)
Date
1847-09-10
Page
Seite 293 (sequence 9)
Language
German
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293 p^üii prmN dw unb werdet Ihr ausrufen: Alles gehört uns? Werdet Ihr noch lange den Schacher mit CH ab er und M orenu treiben, während doch „alle Israeliten Chaberim" . ftub? Werdet Ihr noch lange .1^2 nw-r und D'D pion nono napp fein? „Wo ist der Soffer", der Studenten zu den cnin vyw DH1? JW zählt, als wären sie der Streit über nb nDJDH? Warllln lehren Einige von Euch: „Am ersten Tage ist heilige Verkündigung"? Viele beklagen sich, daß sic kaum leben konnten; allein kennt Ihr nicht den Satz: |^D HM xb ^Ti? Die strengste Strafe werde über Euch verhängt: Ihr sollt ewig Rabbiner sein! -— G cm ein den, erscheint vor Gericht! Wollt Ihr noch lange im Kriegszustände leben? Trotz der fy wäret Ihr durch den Frieden stark; allein um ein Ei könnt Ihr noch länger streiten als die Schulen Hillel und Schammai. Du, Gemeinde zu Papa, warum hast du mehr Streiter als R. Papa Sohne zählt? „Egeszen sötet-yan!“ um in deiner Sprache zu reden. Du, Gemeinde zu Breslau, warum bist du mit dem Stock über die Oder gegangen und zu zwei Lagern: „Entweder — Oder" geworden? Ihr seid vemrtheilt zum Frieden! Strenger konntet Ihr nicht bestraft werden. — F ranz o sen, warum macht Ihr laut de bruil pour une omeielte? Die Anzahl Eurer Journale soll sich zur Strafe vermehren! — Ich schließe heute den ersten Gerichtstag und werde den zweiten bald folgen lassen. *' Berlin, 1. Septbr. Bevor ich den Prästdentenstuhl wieder einnehme, um meine journalistische Gerichtsbarkeit auszunben, will ich den Lesern meine Wünsche zum neuen Jahr 5608 darbringen. Es bleibt bei den jüdischen Zuständen so viel zu wünschen übrig, daß ich wohl nicht in Verlegenheit zu kommen brauche. Den starren Orthodoxen wünsche ich die Ankunft des Messias. Natürlich wird dann der ZW. nach Jerusalem verlegt werden müssen und so in einen V erl ag kommen. Den gemäßigten Reformern einen Anflug von Dampfkraft, damik es etwas rascher vorwärts gehe. Der Genossenschaft, daß ihr nichts mehr zum Ab schaffen übrig bleibe und daß die Kirche den Sonntag auf den Sonnabend verlegen mochte. ' Den Journalen unparteiische Leser, den Lesern unparteiische Journale. Den Mitarbeitern bescheidene Redakteure, den Redakteuren bescheidene Mitarbeiter. Den Gemeinden mehr Frieden und weniger Rabbiner, den Rabbinern mehr Gemeinden und weniger Journale. Den Regierungen mehr Jude:: und den Juden weniger Regierungen. Der: Gelehrten Verleger, den Verlegern Leser, den Lesern gute Bücher, den Büchern gute Korrektoren. Der RV. den Muth der TV., der TV. das Geld der RG. Dem „Orient" Ruhe, der „A. Z. d. I." Bescheidenheit, dem „Israelit" das 20. Jahrhundert, dem „ZW." Beifall, der„RZ." ein Taschenformat, der Geiger'schen Zeitschrift eine Abnahme, den „Arcliiyes“ Wissenschaft, bcin„Univers“ Reform, der „kaix“ Frieden, der „pure yerile“ Wahr- - heit, dem „Ami“ Freunde, der „Voiee of Jacob“ mfyx Stimme, dem .3Jewisli Clironicle“ Eonseguenz, dem „Occident“ Geist, der „Reyue orientale“ eine Allserstehung und der „Riyisla israelilica“ Eingang. Den deutschen Juden Judenthum, den 'österreichischen Deutschthum, den französischen satte Eultusbeamten, den englischen Wissen, den italienischen keine Zeitschriften, den holländischen, gute Lehren, den polnischen weniger Ehasidim. Den RabbinatSkandidaten und unserer neuen Synagoge Stellen, den Studenten Galligkeit, den Leh> rern Leben, den Sängern gefüllte — Börsen, den Schlächtern Ochsen und Kühe. Holdheim wünsche ich Religion, Geiger Charakterstärke, Adler gestutzte Flügel, Einhorn ein Land ohne Rabbinat, Formstecher jeden Tag Sonntag, Hirsch eine neue Kategorie, Stein keinen Anstoß, Stern keinen Untergang, Rebenstein Orthodoxie, Jolowiez Arroganz, Schiller einen lobenden Artikel, Low die Freundschaft des ZW., Sofer Bildung, Zunz alte Bücher, Fürst die Titel, Lebrecht neue Witze, Jost neue Geschichten, Dukes weniger Ängstlichkeit, Steinschneider eine Notensammlung, Jetlinek Papier, Goldeuthal ein vergilbtes Manuskript, Deutsch einen Stern, Stern einen Titel und N. N. Mittel; allen Andern Ruhe und mir Muße. Altona Sicherheit ohne Wächter, Berlin eine Synagoge, Breslau eine Gemeinde, Hamburg Fortschritte, Köslin Minjan, Königsberg ungemischte Ehen, Leipzig gute Censoren, London junge Adler, Mecklenburg- Schwerin Schlächter, Mähren gebildete Rabbiner, Paris keine Tosafisten, Posen Colonien, Prag Land-Auen und wenig Kämpfe, Preßburg weniger Morenu's, Rom eine lange Regierung Pius', Pesth weniger Missionäre, Wien bessere Journale. Ich bin mit meinen Wünschen zu Ende, schlage jetzt mein Tribunal ans und ftage die Jndenheit, warum sie so uneinig ist? Müssen die Bekenner eines einigen Gottes uneinig sein? Der Tisbite möge diese Frage beantworten. * Posen, 25. Aug. Das Judengesetz ist publieirt. Erwacht sind, um im Tone Ihres Lissaer Korrespondenten zu reden *, Preußens Juden aus ihrem süßen und die des Großh. Posen aus ihrem doppelsüßen Hoffnungsschlummer. Ja, die Zeit, die zwischen dem Schluffe der „Judeuverchandlnugen" auf dem W.L. und der Veröffentlichung des „Judengesetzes" durch die A.P.Z. verstrich , sie war eine Zeit süßer Träume, ein Schlummer voll süßer Hoffnungen. Doch nur für Viele, nicht für Alle. Nicht alle Inden des Preuß. Staats haben sich während jener sieben Wochen2 in pißen 1^ Vergl. Nr. 32 dieser Blätter. 2) Sonnabend, den 19* Juni wurden die „Verhandlungen über die Verh. d. I." in der Ständekurie geschlossen und Freitag den 6. Aug. war das „Gesetz über die Verh. d. I." in der AUg. Preußischen und Voßischen zuerst zu lesen — das ist ein Zeitraum von netro 7 Wochen oder 49 Tagen.

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