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Der Orient · 1847-09-10 · Heft 37 (10.9.1847) · p. Seite 292

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 37 (10.9.1847)
Date
1847-09-10
Page
Seite 292 (sequence 7)
Language
German
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292 den Betrag von Einhundert Gulden und die Frauensperson von fünfzig Gulden zu zahlen hat. Diese Frage wurde einstimmig bejaht. 18. Frage.? Soll der §♦ 7 des gemeinderäthlichen Entwurfes angenommen werden, lautend: ' Die Kosten des städtischen Schulwesens in allen seinen Lheilen sind ausschließlich und ohne irgend eine Leitungsverbindlichkeit der hiesigen Stadtgemeinde von der Gesammtheit der bürgerlichen Luden selbst zu bestreiten. Der Besuch der christlichen Schulen der hiesigen Stadt bleibt den Juden gestattet, unter Vorbehalt der Leistung aller jener hierauf bezüglichen Abgaben, wie solche die christlichen Einwohner zu leisten haben. Diese Frage wurde einstimmig bejaht. 19. Frage. Soll der Z.8 des Entwurfs angenommen werden, lautend: Ein Beschluß des Gemeinderathes und engern Bürgerausschusses über Aufnahme einer jüdischen Mannsperson in das hiesige Bürgerrrcht kann nur nach erfolgter Genehmigung des großen Bürgerausschusses zum Vollzüge kommen. Diese Frage wurde einstimmig bejaht. 20. Frage.' Soll der §. 9 des Entwurfs angenommen werden, lautend: Wenn ein hiesiger lediger Bürger seinen ständigen Wohnsitz außer der hiesigen Stadtgemeinde verlegt, so hat derselbe eine jährliche. Bürgerrechtrecognitive von 2 Gulden zur Stadtkasse zu entrichten. Schluß frage Nr. 21. Soll eine Redaktionskommission, bestehend aus drei Mitgliedern des Gemein derathe, drei Mitgliedern des kleinen Ausschusses und drei Mitgliedern des großen Ausschusses ernannt werden, welche die Wortfassung des nunmehr beschlossenen Judenstatuts, ohne irgend eine Sinnesänderung jedoch wo nöthig feftzustellen, und sodann gemäß öffentlichen Ausschreibens 14 Tage lang-zum Zwecke etwaiger Einwendung gegen die Form auf die Stadtkanzlei zur Einsicht der Bürgerschaft aufzulegen hat. Diese Frage wurde einstimmig bejaht. Mittlerweile war es spät Abends geworden und es mußte wegen einbrechender Dämmerung die Sitzung geschlossen werden. .Nachdem nunmehr an die Versammelten nochmals die Frage vom Bürgermeister gestellt war, ob irgend Jemand bezüglich auf die verhandelten Gegenstände oder die Verhandlung selbst eine Bemerkung zu machen habe, von keiner Seite jedoch irgend etwas weiter bemcrkt^wurde, so hat man die Versammlung entlassen. Die übrigen auf die Tagesordnung gesetzten Gegenstände mußten des Zeitmangels wegen verlegt werden. Zur Beglaubigung, der Bürgermeister Hautlin, der älteste Gemeindecath in dessen Abwesenheit der Nachfolgende. Berlin, 30. Äug. Gestatten Sie mir, von den heranrückenden Festtagen Gebrauch zu machen und fürchten Sie nicht, daß man von mir wie von der RV. sagen werde: „Esrogim nach Sukkot". Ich beginne mit dem Gerichtstag. Zwar ist einem Berliner Juden die Gerichtsbarkeit nicht gestattet und wir können daher aus voller Seele beten : „Setze uns Richter ein wie in. der Vorzeit"; auch der Rathgeber könnten wir bedürfen, da wir oft schlecht beratheu ftub; allein da blos über Juden das jüngste Gericht Hereinbrechen soll, so wird meine Gerichtsbarkeit nicht geschmälert werden. Erlauben Sie mir daher, ein kleines Tribunal im „Orient" aufzurichten und wählen Sie mich zum Kadhi, oder zmn Präsidenten. Da ich ganz für Ocffentlichkeit gestimmt bin, so sollen die Angeklagten öffentlich erscheinen. Zuerst lade ich vor mein Tribunal die Journalistik. Sie wurde voriges Jahr im ninJi der Bnchdruck'ereien zu Feuer und Schwert, litt oft Hunger, doch fehlte cs ihr nie an Wasser. So frage ich Dich denn, Du jüdische Journalistik: Wie tauge noch willst Du aus dem Felsen der jüdischen Zustände in der Wüste Wasser s ch lagen? Du solltest red eu , um mich zu heiligen vor den Augen des Volkes, damit es an mich glaube — und schlägst? Eine große Mission ist Di ^"gestellt worden; wa§ für ein schlechter Missionär warst du aber? Wie ein Missionär hast du oft das Judenthum herabgedrnckt, obwohl dir geringe Geldmittel zu Gebote stehen! Deine Sendboten sind unter Wilden umhergezogen und haben übertriebene Berichte überbracht! Wahrlich ich muß das hebräische Alfabet um einige Buchstaben vergrößern, um Dein Sündenregister anzufcrtigeu. Du hast gesündigt durch Arroganz, Berichterstatter, Consusiou, Denunziation, Excesse, Feindseligkeit, Großsprecherei, Herunterreißen, Inkonsequenz, Jähzorn, Kastengeist, Literaturberichte, Miseellen, Neid, Ohnmacht, Plagiate, Quälerei, Rauflust, Sinai, Trauungen, Ungebühr, Vergessen, Wächter, Tantippen, Zanken! Klopfe . Dich und thue Buße, gehe ein in Dich und bessere Dich. Faste, damit Du magerer werdest; trinke, damit man den Geist merke; wache, damit nicht Träume Dich stören: Du seiest fortan der ewige Jude, der durch die ganze Welt ohne Ruhe und ohne Rast ziehe. Deine Herren He-He und Phi-Fü sollen noch lange die Zügel Deiner Unbändigkeit führen. Gele h rt e, erscheint vor Gericht. Wie lange noch werdet Ihr Eure Hände vorn Friedensbunde zurnckziehen? Wie lange noch werdet Ihr glauben, Solitären wegen der Jsolirung zu sein? Ihr habt gesündigt gegen das Volk, das Ihr nicht anerkennen wolltet, gegen die Wissenschaft, indem Ihr Euch gegenseitig abstoßet, gegen die Wahrheit, indem Ihr Alle ans Entdeckungen ansgeht. Eure Strafe sei, daß die Michael'sche Bibliothek nach London komme. —- Rabbiner, erscheint vor Gericht! Wie lange noch werdet Ihr Euch über die Gemeinde erheben, die doch ans lauter Heiligen besteht? Wie lange noch wird man wegen Eurer Doppelnatur sagen müssen:

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