Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 36 (3.9.1847)
- Date
- 1847-09-03
- Page
- Spalte 569-570 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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569 gerade der Umstand, daß so viele arabische Wörter und Satze darin Vorkommen was doch ein llebersetzer gewiß übertragen haben würde, daß der hebräische Ausdruck sehr hart und fast halb arabisch ist,: beweiset, daß der Verfasser selbst so geschrieben. Es war gleichsam das Jüdisch-Deutsch der Keiruwrimr Juden, nur hat bei einem so gelehrten Manne das talmüdische und rabbmische Element überwogen. Bei dieser Gelegenheit will ich auf eine Stelle der Nissim'schen Vorrede, chronologische Angaben betreffend, aufmerksam machen, die an einigen Punkten offenbar Lorrumpirt ist. S>"3u heißt es nämlich: imn* rin1 Hl '.win'nw nwDjn; pio^ rw p'n nj^a ^zn1? (zrvbtp). “TJDD^N n^nn b h. Und Nab ging nach Babylonien im Jahre 500 nach dem Aufhören der Prophetie, das da ist der Beginn des Alexander. Die erste Frage, die man zu machen hat, ist: 1 Wann tuflc HNlDJn piDD? Nach Seder ^Olam e. 30 hörte die Prophetie auf nach dem Verschwinden der 12 Regierungsjahre des Alexander d. h. mit seinem Lode um 323 v. Ehr.; aber diese Angabe ist offenbar nur ungefähr zu nehmen. Freilich Nissim selbst (pi 3b) giebt schon eine nähere Erklärung darüber, indem er den Tod NAbina's festsetzt . fW3 rnTüt#1? "Wy TINl nKND,.9^ wie Scherira (GR. p. 38b) som iVnn nju/ ^dd-T'1 ’^ni *obo .nyriNzn nNnin-f)iD-NinvNim nwsvi nr^'.NWN und diese 5^22^ s'nn erklärt er selbst durch nyD!D)hD, :l)tibnn ünDW ny hndjh piD3, mithin meint er mit NNO^pwÄ nichts weiter als den Beginn von nrW pD, was wahrscheinlich auch Seder Älam meint. Wenn es demnach heißt 500 Jahre rjNmT pw2> so ist das, wie auf der andern Seite, nur eine nähere Umschreibung von nnÖta6-, aber dann kann unter n^nn nichts anderes verstanden werden, als was sonst bei den Rabbinen heißt, nämlich der Anfang der seleuk. Periode. N i ss i m erklärt es aber auch im folgenden Satze, mo.es heißt Ln SSes $ug auf bie rßU/ pn nad)nNDM pDD wie folgt: (nj)&*) sV M rra DHS^D' d. h. 380 vor der Zerstörung Jerusalems, was aber eben nur der Beginn der seleuk. Aera d. h. 312 n. Ehr. ist. Um aber diese nw Zi'w vor dem pin bis auf p"n auszudchnen, fehlen demnach nur ruty D"p. b. h. 120 Jahre, nämlich 380 vor d. Z.J.- " 120 n. d. Z. " 500, und wenn es daher bei Nissim weiter heißt pnnn OrtN JW ipi, so ist für /pi zu lesen r)"p), wenn er nicht mit sich selbst im Widerspruche sein soll, oder wenn nicht überhaupt ein Uusinn-da sein soll. Das folgende ’^pn TßW ist demnach nach seiner eignen Angabe in rw p n zu emendiren. Nun stelle ich den Satz her, wie er korrumpirt ist, und wie er emendirt werden muß: .1^12^1 pD'2^ nw p'n (2i bw) imn' nnvn nb’nn nnin.-“hjddV . ^■"i'udd^n ' n^nn: Min pinn intt n^ /pi o® w nnanw /pn 1231 hidVd nw!2n H2H2J )Din inisai nj® ^pn bn Der emendirte Text. ntfpjn piD’D1? hj® p'n n:ra. PnPp-i btv) imn’ nn'm nnv) tudPnn.. tudd^n (rrabo) nPnn: nid *i®n 570 2iV"Q pn 122)(pinn Diip m® ö"®) inote P’nn n:® p"n' bn pinn. *inN ra® opi (n®) dV ’j® na .n;®®- r!2n23 pn initai Eben so muß S. 2b, wo es heißt: noiNH ,-pD fpy w./pD-’j® n'2 pin nnx npr n®!2 ni!2’!2 anipn nia Nfin rni.iT; das j'p in ^pI emendirr werden. Hr. Schor oder vielmehr sein Uebersetzer (S. 434)^ indem er diese Stelle wiedergab, hatte so genüge Aufmerksamkeit auf die chronologische Schwierigkeit, daß ein Unsinn herauskam. Indem er nach Alexander, richtig nach der seleuk. Aera nimmt —- und folglich war VÜDD^N n^nn der Beginn dieser Aera (312 v. Ehr.), und wenn nx^riplD^D damit erklärt wird TUn^nn N1H "tt£\N , so will doch Nissim, wie beim Tode Abina's gewiß nichts anderes sagen, als daß beide/zusammenfallen (312), was auch mit den tfw Jahren rro , d. h. pnnn ün)pj überemstimmt und doch übersetzt er um 219 n. Ehr. anstatt 188 n. Ehr. Unrichtig ist dort auch das Todesjahr Abina's angegeben, da 814im Kislev erst 488 nicht 500 n. Ehr. macht. — klebrigens ist es zu bedauern, daß von Nissi'm''s Buch ^pa *-iDD , das er (S. 2 b) wie eines das er ausarbeiten wolle citirt, keine Spur sich erhalten, da in dieser Chronik gewiß so manche Angabe sich gefunden haben würde. (Fortsetzung folgt.) 31) Alphabete orientalischer und occidentalifcher Sprachen zum Gebrauche für Schriftsetzer und Correktoren. Zusammengestellt von Friedrich Ballhorn» Dritte vermehrte Auflage. Leipzig, 1847. Lex. 8. F. A. Brockhaus. (Pr. 15 Ngr.) '' Diese Alphabetensammlung kündigt sich zwar zunächst für Setzer urd Korrektoren an, hat aber auch für Freunde von Sprachstudien manches Interesse. Den Lesern des „Orient", denen die vorderasiatischen Sprachen fern lieg-en, erhalten hier ein bequemes Register zum Nachschlagen. Außerdem werden die zahlreichen Alfabete mit solcher Präcision, die Buchstabenvecschlingungen mit solcher Ausführlichkeit und die Erläuterungen mit solcher Gedrängtheit geboten, daß sie sich aus den ersten Anblick selbst hinreichend cmpsehlen. In dieser neuen Auflage wurde auch ein Fortschritt gemachr, der die jüd. Gelehrten zunächst interessirt^ Die jüdische K u rren t sch r i f t figurirt hier zum ersten Male unter den Alfabeten. Schriftsteller, welche die Beschwerlichkeit, die mit der Quadratschrist verbunden ist, aus Erfahrung kennen, werden sich dieses Fortschrittes gewiß freuen. Uebrigens zeugt er zugleich von der Aufmerksamkeit, die der jüdischen Literatur geschenkt wird. Die Ausstattung ist prachtvoll, der Druck so scharf, daß. die Augen nicht zu sehr angestrengt zu werden brauchen. Kritiken. Goldenthal. Schor. Alfabete v. Ballhorn.