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Der Orient · 1847-08-27 · 35 (27.8.1847) · p. Spalte 553-554

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
35 (27.8.1847)
Date
1847-08-27
Page
Spalte 553-554 (sequence 5)
Language
German
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553 gegeben, und die nun erfolgte kleine Schrift von M. ist mehr eine Vertheidigungsfchrift gegen jene beide. Hr. W. vertheidigt gegen R. die Lage des heiligen Grabes, sucht die Richtigkeit der alten Tradition nachzuweisen, den Lauf der alten zweiten Mauer um Jerusalem zu bestimmen; Hr. S. sucht eine' neue Bestimmung über den Hügel ropN andere Punkte und Hr. R. sucht mit seltener Klarheit und Gewandheir seine Sache zu führen, indem er vorerst diejenigen Punkte zusammenstellt, in denen auch seine Gegner mit ihm übcreinstimmen, und dann die Zeugnisse des Iosephus mir mehr Genauigkeit als es sonst gewöhnlich abdruckt. Die übereinstimmenden Punkte sind: l) daß Zion der südwestliche Hügel der Stadt war und noch immer wie vor Alters gegen Norden in einen steilen Abhang nach der Straße zu endet, die vom Iafa-Thore herunttrführt; 2) daß Mari ah, die Lage des jüdischen Tempels, der Ort war, der jetzt von der großen Mosche oderdem Harem eingenommen wird, östlich und nordöstlich vom Zion; 3) daß der alte Thurm gerade südlich vom Iafa-Thore der Hippieus des Iosephus ist, von welchem die erste alte Mauer ostwärts längs dem nördlichen Abhange des Zion nach der Tempel-Area hinunterliefz 4) daß die alten Ueberreste, die mit dem jetzigen Damaskus-Thore in Verbindung stehen, die eines alten Thores an dieser Stelle sind, welches zu der zweiten Mauer des Iosephus gehörte. Nach diesen vier gemeinschaftlich für wahr anerkannten Punkten kommen die Divergenz-Punkte, welche folgende topographische Punkte noch betreffen: 1) Das Tyropoeen desJosephus und Akra; 2) der Hügel Bezetha; 3) das Thor Genna.t (^)Z 4) die zweite Mauer des Iosephus; ö) dir Haram-Area einen Theil des alten Tempelbezirks; 6) Die Festung Antonia; 7) die Quelle G ich on und das Thal Hinnom; 8) das Stephans-Thor und das Damask- Thor; 9) das Grab der Helena , der Königin von Adiabene; 10) das Walkerfeld ll) Lager der Assyrer und das des Titus; 12) Lauf verschiedener Mauern; 13) die Mauer des Titus. Das sind die vorzüglichsten Gegenstände, die hier in diesen Werken besprochen werden, und indem R. sich an dem Zeugnisse des Iosephus hält, den er an'den betreffenden Stellen mit ausgezeichneter Besonnenheit und Gelehrsamkeit konunentirt, indem er, obgleich bibelgläubig, in Bezug auf gelehrte Forschung am Meisten unbefangen und'frei ist, er entschieden auch das Richtigere hat. ' 25) Di e G eschi cht e der Israel irischen Schule zu ' Halb er sta d t, dargestellt in zwei Reden, gehalten bei / der fünfzigjährigen Jubelfeier derselben, am 1. April 1846 von G. Lasch und S. Bär, Lehrer an genannter Schule. Mit dem Berzeichniffe sämmtlicher Lehrer, und Beamten, welcheffeit Errichtung der Schule an derselben fungirt, und dem der Schüler und der Schülerinnen, ' welche letztere besucht haben, sowie mit dem jetzigen Lektionsplane, Nordhausen, 1847, 8.. S. 43. Bei A» Büchtmg. 554 Monographien über einzelne jüdische Institute muffen wir im Allgemeinen schon sehr dankbar aufnehmen, da gerade diese Klasse, von Schriften unter den Juden srhr gering ist, noch .dankbarer aber, wenn eine solche mir Sachkenntmß und Umsicht, mit Liebe und Wärme niedergeschrieben ist, was bei .vorliegender.wirklich der Fall. . Die israel. Schule zu Halberstadt, genannt vjJt mN^n IHasch'arat Z'bi', hat ihre erste Wirksamkeit im Mai 1796, ein halbes Jahr nach dem Tode des. Stifters Hirsch B orchard, begonnen. Hr. Borchard nämlich vermachte die Summe von 11,000 Thalern zu einer Schule, die er in §. 32 der Stiftungsurkunde näher charaktcrisirte; das heilige Werk, sagte er daselbst, um die jüdische Jugend nicht allein in wahrer und echter Religion zu unterrichten und zu unterhalten, sondern auch zu bilden und hie Anfangsgründe zum Lesen, Schreiben und Rechnen zu legen, erfordert nicht.nur die gehörige Information, sondern auch daß zugleich ein Kollegium von 7 rechtschaffenen und geschickten Männern zur Hauptdeputation niederzusetzen, die dieses schöne Werk in Vollkommenheit zu bringen und zu erhalten sich bestrebend Er wollte ein Institut, worin Religiosität mit anderer Elementarbildung verbunden sein sollte; es war die Frucht der Wessely'schen epochemachenden Briefe über Erziehung, und wen'n der Testator diesen seinen Wunsch erst in den letzten Jahren erreicht, so muß man bedenken, daß gerade diese 50 Jahre die bewegtesten waren, in denen Ansichten und Erziehungswesen vielen Umkehrungen unterworfen warm. Um die Schicksale und den Gang dieser Schule näher zu beschreiben, waren die zwei Reden von Lasch und Bar, gehalten am Jubelfeste-, den 1. April 1846, bestimmt, und obgleich beide eigentlich die Form der Beschreibung entbehren, so enthalten sie doch neben vielen Gedanken über Tendenz und Beruf einer jüdischen Schule auch hinlängliche Notizen, um den Verlauf der Hasch'arat Z'bi zu charakterisiren. Die Beilagen haben mehr einen lokalen Werth» Der Druck ist sehr schön. 26) Das Testament unter der Benennung einer Erbschaft. Nach rabbinischen Quellen bearbeitet von L. Boden- Heim er, Konsistorial - Oberrabbiner. Erstes Heft» Das zweite Heft führt den Titel: Das Testament unter der Benennung einer Schenkung. Ersfeld, 1847, 8. E. Gehrich u, C. (Beide Hefte zusammen 3 Bogen.) Ich kann mich zur Beurteilung dieser jüdisch-rechtlichen Schrift nicht entschließen, weil ich weder durch eine Einleitung oder übersichtliche Disposition des Inhalts, noch durch eine eigene lleherschau des ganzen Materials — da noch viele Hefte folgen müssen — dazu in den Stand gesetzt bin. Es bleibt mir nur übrig, über den Inhalt zu referiren. Es werden zuerst die Hauptsätze in dev Erbfolge-Ordnung zusammengestellt, dann Sätze über Erbschaft, tHeils aus dem Talmud, theils aus den Schriften der Deoisoren, des Maimüni, aus den Gutachten; im 2..Hefte wird die Theorie der Verschenkung und dann die Wirkung des Testaments unter der Benennung einer Kritiken. Lasch und Bär. Bodenheimer.

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