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Der Orient · 1847-08-27 · 35 (27.8.1847) · p. Spalte 547-548

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
35 (27.8.1847)
Date
1847-08-27
Page
Spalte 547-548 (sequence 2)
Language
German
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547 Sprache und Literatur zeihen konnte, dagegen meist (mit sehr geringen' Ausnahmen) noch bis vor einem Jahrzehnd mit sol-. chec Oberflächlichkeit und unkritischer Taktlosigkeit behandelt worden, daß man sich in ihrem'Labyrinth nur selten und mit vieler Mühe zurecht zu .finden im Stande ist. — Der Gegenwart ist es Vorbehalten 'worden, nicht allein diesem Liceraturzweig fruchtbar anzubauen, sondern die bereits vorhandmen Fruchtfeldec zu entsteinen und vom Unkraure zu reinigen; und mit gebührendem Danke erkennt das Publikum -die trefflichen Leistungen bekannter Gelehrten an; vorzüglich dem geehrten Redakteur dieses Blattes, Herrn Dr. Fürst/weiß dasselbe schon zum Voraus herzlichen Dank für die Hrrausgade seiner LLK1. luckalea, und werden hoffentlich die Leistungen dieses Gelehrten "auch in dieser Beziehung sich bewahren. Hat ja das Publikum für die bibliographischen Arbeiten i m LB. des Orient von den verschiedensten Gelehrter, die übrigens bereits zu einer großen Masse herangewachsen, insofern sie oft nur auf besten Anregung, Unterweisung und Bestimmung gemacht worden, dem Redakteur vorzüglich zu danken!— Aber trotz dieser ernsten literarischen Regsamkeit der Neuzeit, dürste doch noch immer eine ziemlich lange Reihe von Jahren v'er-gehen, ehr ein ganz vollständiges Gebäude in diesem Fache geschaffen sein würde, und ist dieses vermöge der chaotischen Natur des vorliegenden Gegenstandes, wo in allen Ecken der Wolt die Materialien desselben zerstreut liegen, auch gar nicht anders möglich. Diesem zufolge muß es einem Jeden, der sich dazu berufen fühlt, Pflicht sein, sein Schärflem nach Kräften beizutragen, und so gering auch irgend eine literarische M'ttheilung an und für sich nur sein mag, so bedeutend erschemt sie, wenn man erwägt, daß sie als Steinchen zu einem großen Baue helfen soll, und wenn man bedenkt, daß kein Honig ohne Zusammentragen der unbedeutenden Blüthchen entstehen könnte^! '' -Abgesehen von dem wichtigen Nutzen, den man durch solche Arbeiten für Geschichte und Literatur leistet, erscheinen diese aber auch noch besonders dadurch löblich, daß man nicht eigne, sondern fremde. Erzeugnisse producirt, und deren Andenken auf diese Weise der Nachwelt aufbewahrt werden. So mancher eherner Grabstein , der einst prächtig geprangt hat, ist bereits im Läufe der Zeit verfallen und hat nicht die mindeste Spur von dem unter ihm Entschlafenen zucückgelaflen> während dessen Name sich uns dennoch durch em zufällig auf uns gekommenes Buch, .das er verfaßte, unsterblich erhalten hat. Darum behauptet der Talmud auch: j\s< Dirör'Jii JÜ Dmm D^pn.äVnww. „Manbereitet den Frommen kein Denkmal., ihre Worte schon sind ihr unsterbliches Angedenken^. — Schreiber Dieses glaubt daherauch sein Schärflem beizutragen, wenn er von Zeit zu Zeit — wie dieses^ von ihm bereits seit einiger Zeit geschieht — einige bibliographische Berichte, die sich ihm zufällig Erbieten, in diesem Blatte niederlegt. Doch da hier.nicht so häufig wie im Auslande bedeutende öffentliche Bibliotheken, §nzurreffen sind,' weshalb ich die Bibliographie nur gelegentlich 518 bei Privatpersonen und m Prkvatbibliotheken stndicen kann, so ist es mir vorläufig auch nicht möglich, meine,Berichte erst systematisch zu ordnen / sondern ich muß sie einstweilen, so wie ich sie zufällig erhalte, v-jo7{on ]D, der Redaktion sofort übermachen; behalte mir aber vor, dieselben gelegentlich systematisch zu ordnen und sie in einem besonderen Abdrucke .herauszugeöen., ' Mein Augenmerk, habe ich zwar vornämlich auf die Erzeugnisse der inländischen ^russischen) Presse gerichtet, von denen besonders seit 1700 das Publikum nur sehr wenig und schlecht unterrichtet ist; doch glaube ich auch keine unnutze Arbeit zu liefern, wenn ich mitunter auch' Bücher, die zwar im Auslande erschienen, die aber entweder noch gar keine Bibliographen gehabt, oder wo ich durch eigene Anschauung entweder eine notywendige Berichtigung oder Hinzufügung bei demselben vorzunchmen glaube, in meinen Bericht mit aufnehme. Was ich mir aber bei meinen Mettheilungen zum Grundsatz gemacht habe ist: möglichste Genauigkeit.und Ausführlichkeit; weshalb es die geehrten Leser hoffentlich nicht verdrießen wird, wenn ich zuweilen auch den kleinsten Umstand, wfe den Namen des Druckers, des Setzers oder der niEODn gedenke; denn wie leicht kann oft nicht ein bloßer Familiennamen oder auch nur eine bloße Jahreszahl über einen verworrenen Gegenstand Aufklärung bringen! Biographische ^Notizen über die Autoren und die in ihren Werken vorkommenden Personen sucheich, so viel thunlich ist, der Bibliographie beizugeben. Doch werde ich mich enthalten, denjenigen Namen, den ich in irgend einer Schrift bereits erwähnt haben werde,, ohne Noth wieder in einer andern zu wiederholen. Auch, werde ich bei Erwähnung eines berühmten Schriftstellers oder auch nur eine seiner Werke, mir stets die Mühe geben, dessensämmtliche Werke, so weit mir dieselben nur zugängig sein werden, zusammen zu stellen. — Mögen übrigens diejenigen Gelehrten, welche hier und da bei mir einen Irrthum wahrzunehmen glauben, — denn welcher Sterbliche, selbst der berühmteste, kann sich rühmen, dessen ganz frei zu sein, — mir wohlwollend ihre gütige Belehrung Ln diesem Blatte angedeihen lassen und sie werden meines herzlichen Dankes gewis sem. — Werke des Mose Chag'is. In der vom Rabbiner Dr. Frankel im LB. d. Or. v. vor. Jahr Nr. 4? gelieferten biographischen Skizze des Mose Chagas sind nachstehende, von-Letzterem verfaßte Bücher unerwähnt geblieben: 1) OMn n^ nOO. (Siehe meinen Literaturbericht v. v. I. Nr. 35.) Ich bemerke hier noch, daß dieses Buch (außer Kopnst) auch noch Amsterdam 1717, Prag 1730 und Zolkiew 1785 gedruckt ist. In letzterer Ausgabe findet stch auch ein Ausspruch des Mose Chag is abgedruck't, welcher auf den berüchtigten Religionsschwärmer Abram Michel Cardcso Bezug hat und lautet wie folgend: ran3 vW f rära nu'HD [to Duisjnn - onson D’bnrui md Literaturbericht aus Riga.

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