Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 35 (27.8.1847)
- Date
- 1847-08-27
- Page
- Spalte 545-546 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken fi, Wische Geschichte im- Literatur. m 35, Leipzig, den 27. 2 184V. Inhalt. Literatur-Berichte. Riga. Bibliographie, mitgetheilt von N. I. Wunderbar. — Studier,. Literarische Paletten. Einige Bemerkungen über Sefer Ha-Tischbi von Moses Mendelson. Zwei Grabschriften aus Wiener-Neustadt v. G. Br. — Kritiken. Kurze Anzeigen. Schriften über die Topographie von Jerusalem (Robinson, Williams, Schultz). Oie Schule ia Halberftadt (Lasch, Bar). Bodcnbeimer. Nauwerk. Lrndtagsverhandlungen. Stufen und Kritiken. Zur Kenntnis der jüd. Literatur Ungarn's. Bon Einhorn:. — Ankündigungen. Literatur - Berichte. Riga, im März. B ibli ogrci p hie, mitgletheilt von R. I. Wunderbar. Die Nachsicht, welche di^ geehrten Leser dieses Blattes meimen seit einigen Jahren im LB. des Qc. niedergetegten bibliographischen Mittheilungen zu. Theil werden ließen, hat mir den schmeichelhaften Beweis gegeben, daß diese meine Arbeiten,, so gering sie zuweiten auch ausfallen, nicht ganz ohne Nutzen für jüdische Geschichte und Literatur sein dürfen, und wird dieses mich künftig umsomehr anspornen, meine geringen Kräfte auf diesem Felde zu versuchen. Ich halte es aber auch nunmehr für meine Pflicht, die Leser dieses Blattes mit dem Plan und der Absicht dieser meiner bibliographischen Berichte hierdurch ein für. alle Mal bekannt zu machen, damit dieselben auch darnach beurtheitt und aus ihrem wahren Standpunkte betrachtet werden können. — Neben den eigentlichen Nutzen der jüdischen Bibliographie überhaupt hat schon Hr. Dr. Jost in Geiger's Zeitschrift B. 1. S. 358 aufmerksam gemacht und daselbst sogar den Wunsch ausgesprochen, daß ein Verein sich bild-en möchte, um durch Preisaussetzung für die beste Lösung ausgegebenec Themata in diesem Fache den Anbau dieses lirerarischen Zweiges ungemein fördern zu können. — Aber selbst dir mit diesem Literattrrzweige notwendig verbundene Keninrniß der Typographien, aus welchen so viele Mische Bücher hervorgegangen sind, bietet allein schon dem gelehrten Forscher beträchtlichen Stoff zur Geschichte im Allgemeinen und zurGejchichte der >Juden insbesondere dar und kann die Geschichte der jüdischen Ofsicinen mit Recht als ein Theit der jüdischen Geschichte betrachtet werden, weil sie einerseits kn die.Kultur, andererseits auch in die Schicksale der verschiedenen einzelnen Gemeinden und Synagogen eingreift. — Soll aber die Bibliographie ihren Zweck nicht verfehlen und nicht als bloße Spielerei getrieben werden, sondern wirklich einen literar-historischen Nutzen zu. stiften im Stande fein, so müssen deren Arbeiten und Kataloge nicht nur mit möglichster Vorsicht und gewissenhafter Wahrheitsliebe korrekt und treu ausgeführt, sondern es muß in denselben auch — wenn sie anders nicht als trockne Büchertitel-Sketette zu bloßen sogenannten Meß- und Buchhändler-Katalogen herabgewürdigt sein wollen — jedes Werk nach allen seinen Richtungen -möglichst ausführlich in Betreff -es Titels, Inhalts und der Form, des Druckorts und Jahres, sowie vorzüglich über den Verfasser desselben, zuweilen auch mit Proben aus demselben,-dem Publikum vorgelegt werden. Wie wenig aber-noch auf diesem Gebiete geschehen, oder vielmehr wie viel -noch auf demselben einzeln zu leisten sei, wird einem Jeden, der mit dem Wesen der jüdischen Bibliographie vertraut ist, zur Genüge mfteuchten. Wohl besitzen wir bereits eine Anzahl Kataloge jüdischer Werke von geehrten Christen und Juden angeftrtigt z allein dieselben, sind alle zusammengenommen noch immer höchst unvollständig, und werden es bei den fast unerschöpflich noch vorhandenen unbearbeiteten Materialien noch lange nicht sein können. Was' aber ihre StSchhaltigkeil betrifft, so sind sie größt^nthekls nur mit möglichster Vorsicht zu benutzen-z indem diejenigen Kataloge, die von christlichen Gelehrten verfaßt wurden, schon deshalb allein sehr mangelhaft außfallen mußten, weil ihre Verfasser nur dürftige Kenntniß der rabbinischen Sprache und Literatur hatten, und ihnen deshalb oft trotz ihres sorgfältigen Studiums der -richtige Inhalt und nicht selten auch gar viele wichtige Notizen, die eine Schrift beim gehörigen Auffaffen zuweilen enthielt, entgangen sind. Wiedemm sind diejenigen Arbeiten, welche Juden zu Verfassern haben, und die man zwar gewöhnlich keiner Unkenntniß der rabbinischen 35