Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1847-08-06 · 32 (6.8.1847) · p. Spalte 501-502

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
32 (6.8.1847)
Date
1847-08-06
Page
Spalte 501-502 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8555529-9890729-9890745--5075-3533397
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

5ÖI Studien. Geschichte der i'n Literatur in Babylonreu &02 baditärschenHochschule, Rabba b. Mattatta,51C Sera,"' Abbü j i unv R a bct.mit Namen, zusammenfltzen und aus ihrem engen Kreisewahrscheinlicheinen Ausschuß der Lehrer an der Hochschule bildend, Vas Schulhau-pk wählen.Es wurde die Bestimmung getroffen, daß Jeder dieses engen Ausschusses einen Gegenstand vortrageü solle, und derjenige, dessen Vortrag keine Widerlegung sinderi wird, hätte das Rektorat zu übernehmen, was mit dem Wortrage A b b a j i's der Fall gewesen.519 A b baj i, oder wie er eigentlich geheißen Nachmani^^ b.Kaj l.UW2: ha - K ohen übernahm 322 öl6) Rabba b. Mattana war Schüler Rabba b. Nachmani's Und College Abbaji b. AbM's' ts. oben Kap. 9, Z. 5. Anm. 466) und unter Josefls Rektorat war er bereits Lehrer. Seine zwei Brüder Adda b. Mattana und Tobijja h. Mattana waren jedoch Schüler Ioses's. — 517) Sera war Gcnoffe des Rabba b. Nachmani (Mrgilla 7 b) , Schüler des Iehuda b. Jechcskel (Gittin 116 Los.), überaus scharfsinnig (Horajot 14»; 'Erubin 65») und gehörte, zu den Frommen oder Chasidim Babylonien's(Ehullm 122 a), das auch sein Vaterland war (Mo'ed Katan 25 b). Er war mithin der älteste unter diesen Genossen. Nach 322 wanderte er nach Jerusalem, wo er auch starb (ib. ib.). Sein Vater Zsse (ib. 205) war 13 Jahre hintereinander angesteilt als Einnehmer des jüdischen Charag" (Sanhedrin 25 b), welches Amt er aber mit großer- Schonung gegen seine Glanbensgenossen verwaltete.— 518) Horajot 14 a. — 519) ib. 1. c. — 520) Der Name Abbaji war unter den Juden Babyloniens seit dem 2» Jahrh. n. Ehr. nicht ungewöhnlich und jede gesuchte Deutung dieses Namens, die aus der Lebensgeschichte unseres Lehrers heraus oder da hineingedeutet wird, kann nur als Spielerei betrachtet werden (so "Aruch s. y.). Ein Abbaji Ke sch i sch a, d. h. A. der ältere, war SchülerRab's, ein bedeutender Lehrer und wird selbst von unserem Äbbaji citirt (s. Ketubot 94»; Gittin 50»; Schebu^ot 42 b; Sanh. 7 a; Jebam. 24 a; Sabbat 56 a). Ein A bbaji b. Ab in, gleichzeitig mit unserem Abbaji lebend und mit ihm Umgang pflegend, wird mit seinen Brüdern Airie, Ehijja, Chanina u. f. w. und als zur Schule Rabba b. Nach- Manlls gehörig angeführt (Megillä 7 b, BB. 87 b, Pesachim 34a, 'Erubin 62 », 87 b, 89 a, Berachot 29 b , Sabbat 86b, Bechorot 42b, Jebamot 36» wo fälschlich b. Abda steht, ib. 119 b). Ein Abbaji b. B i n j a m i n finden wir im Jeruschalmi (st Seder Ha-Dor. 8. v.). Eine appellatwe Bedeutung dieses Namens kann nur im Aramäischen ls. I. Fürst, Perlenschnüre S. 13!) oder viel wahrscheinlicher im Altpersischen gesucht werden.— 521) Daß sein eigentlicher Name Nach m a ni'gewesen, nach seinem Großvater, sieht man aus zahlreichen Talmudstellen (Sabbat 33 a, ib. 74 a, Nedarim 541, Gittin 34b, ib.'45 », Horajot 14 », Me'ila 20b, 'Abeda Sara 58a, Pesachim 112 b, Ketubot 65 a), und "Aruch s. v. Abbaji giebl schon richtig den Grund an, weil sein Barer Kajlil rin Bruder des Rabba b. Nachmani gewesen. Ra sch i (zu Gittin 34 b, Pesachim 112 b) wie auch Rabbenu- N iss im (zu Nedarim 54 b) haben dieser Benennung einen falschen Grund untergeschoben, obgleich er doch, ganz einfach ist, und die sonderbare Annahme Raschi's (Horaj. 14 a) , im. Widerspruche mit sich selbst, als wäre er Spottname, s. v. ». Schüler Nach- I n. Ehr. in Folge dieses Ausganges das Rektorat der Hochschule Püun-Badkta's in einem Alter von 46 Zähren/'" \mt> mit diesem Amte übernahm er auch zugleich, wie gewöhnlich, die Kaffe der Hochschule 525. u'nb die Oberleitung der Studien^ Als Waise um 276 m Ehr. geboren und die Mutter dann auch sofort verlierend/^ hatte er das seltene Glück, von einer Pflegemutter erzogen zu werden, deren Lehren und Beispiele- Ansichtm und Maximen höchst bildend auf ihn einwirkten und deren Andenken in dieser Hinsicht er durchs ganze Leben bewahrte. Er lernte von ihr gewisse Ersahrungssätze des praktischen Lebens, ethische Maximen, Ansichten - diätetische Vorschriften,, häusliche Heilmittel, Zubereitungen von Salben für gewisse Verwundungen, Art und Weise der Verbände, namentlich Heilungen und Wundcrkurcn durch natürliche oder sympathetische Mittel und er ehrte ihre Unterweisung dadurch, daß er sie bei den verschiedensten Anlässen und Gelegenheiten als seine .Quelle citirte, wie auch der Talmud» schlechthin sie als Autorität in dergleichen Heilmitteln angesehen zu haben scheint/^ man's, verdient gar leine Widerlegung, da aus den citirt en Talmudftellen ersichtlich ist, daß sein jüngerer Genosse Raha, wie auch die Redaktion des Talmuds, ohne an- Spott zu denken, ihn so genannt. Er führte sonach 2Namen, Na ch mani und Abbaji, wie auch andere dergleichen Doppelnamen geführt, Biur war der letztere der gewöhnliche und der erstere mehr der in emphatischer Rede gebrauchte. Vergl. die Doppelnamen Me, rund Nehorai ("Erubin 13 d). — 522) Sebachim 118!>, wo auch zu ersehen ist, daß er der einzige Sohn desselben war.—. 523) Chullin 133». — 524) Als Abbaji im Jahre 649 der s. Ae. d. h. zu Anfang des Jahres 337 n. Ehr. gestorben (Scherira 1. c.), hatte er nach einer alten Mittheilung (Rosch Ha-Schana- 18a, Jebam. 105 a) gerade das sechzigste Jahr bereits zurückgelegt, und da er 14 volle Jahre das Rektorat bekleidete (Scherira 1. «.), so muß er bei seinem Antritte 46 Jahre gewesen sein. Er wurde folglich 276 zu Pum-Badita geboren , nachdem sein Vater Kajlil bereits einige Zeit vor sei,rer Geburt gestorben war (Kidduschin 31b), und sein Onkel Rabba noch in Tabar'ijja bei dem greisen Jochauan, der erst 278 n. Ehr. gestorben, verweilt harte. 523) Gittin 60b,—- 526) Kidduschin 31 b. Abbaj i wie Jo ch an an , heißt es daselbst, haben ihre Eltern nicht gesehen, ihre Väter storchen während der Schwangerschaft der Mutter und diese sofort nach der Geburt. Er wurde von einer Nähr- oder Pflegemutter (mmD) erzogen (ib. Raschi). Ueber die Zeit semer Geburt s. Anm. 524. — 527) Sabbat66b; ib. 133b; ib. 134» (wo er sie achtmal anft'ihrt); ^Erubin 29 b; ib. 65 b; Mo°ed Katan 12»; ib. 18>; Jebamot 25 a; Joma 75 b; Keeubot 10 b; ib. 39b; Gittin 67b; ib. 70a; "Aboba-Sara 28b. Daß ,nan an allen diesen Stellen Em in der Bedeutung Pflegemutter nehmen muß, sieht man klar aus Kidduschim 31 b. Eine Zusammenstellung sa'mlntlicher diätetischer Sprüche und Lehren dieser Pflegemutter Abbaji's geben übrigens einen schönen Beitrag z,tr ralmudischen Medicin, und da auch der Talmud schlechthin sie zuweilen als Quelle solcher Lehren anführt . (Sabbat 134»), so wird cs wahrscheinlich, daß sie selbst bei '; 32*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.