Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1847)
- Date
- 1847-08-06
- Page
- Seite 253 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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253 a lsdan n jegliche Bedrückung v erschw unden sein werde!. (Trakt. Berachot 34). - / Wir betrachten das Land, in welchem voit geboren sind; in welchem wir Schatz und Recht genießen, als unser Barerland Ultd lieben es 'mit Gut und Blut, zahlen willig unsere Abgaben, obwohl wir bisher bei gleichen Pflichten nicht gleiche Rechte genossen, wodurch doch der edle Har de n be r g a l le t n schon die v öl lig c E ma n ci pation der Juden begründen wollte, — betrachten den Reglluen des Landes als unfern geliebten Landcsvater, als eine geheiligte, von Gott eingesetzte Person, dem wir unerschütterliche Treue und Liebe schulden. Der Tal-, mud lehrt: Auf den Fürsten der Erde ruht ein Abglan z d e r himmlischen M a j e st ä t (Trakt. Berach. 58). — In den Reihen der Bateslands verth erdiger während der Freiheitskriege fochten auch Jsraeliren, und Leipzigs und Waterloo's Ebenen wurden auch,mit ihrem Hcrzbluce getränkt. Sie standen nie zurück, wenn es dem allgemeinen Besten galt; wenn gemeinnützige Unternehmungen ins Leben gerufen werden sollten; wenn man Opfer heischte, Gefahren gedroht, und die Geschichte weiß von keinem Falle, daß Israel sich ungehorsam bewiesen. Der Talmud beschwört die Bedrückten feierlichst, nie dur ch Gewalt und Widersetzlichkeit sich die verkümmerten Rechte wieder zu errk n g en (Trakt. Ketubot sol. 111). — Wir halten uns keinesiveges für die Au serwaylten Gottes; nur der Gedanke, daß Israel es zuerst gewesen, das einen Gott erkannt und verehrt — und das kann uns wohl nicht streitig gemacht werden — hat unsere Vater ermuthigt und gestärkt während jener Zeit des Schreckens und des Wahns. (Beschluß folgt.) zu verstehen, sie zu studiren, Und sie üben zu können. Den Vätern ist ein Theil ihrer Sorge für die'moralische Erziehung ihrer Söhne nun abgebenommen; hier m dieser Anstalt wird auf deren moralischen Wandel geachtet, hier werden sie zu strenger Religiosität angehalten, hier erzählt man ihnen von der ehemaligen Größe ihres Volkes, von der einstigen schönen Einigkeit dieser jetzt überallhin zerstreuten Nation, von der eben diese Schriften,-zu deren Studium sie ungehalten werden, die mannigfachsten Züge in lebendigen Farben liefern. Wer den Verfall der Religion, die gänzliche Aitflösung allm Glaubens bei der jungen Generation kennt, und erfährt, daß der Zweck und das Streben dieses neuen Instituts ist, die Flamme der Sittlichkeit in den junger: Herzen zu beleben und als hemmender Damm der entreißenden Verderbniß cntgegcllzutreten, wird die Anstatt zu würdigen wissen, und ihren humanen Gründern dm tiefgefühltesten Dank spenden. Es ist erhebend, die jugendlichen Zöglinge mit aufmerksamen Ohre den Worten der treuen Lehrer lauschen zu sehen, die in ihre junge Herzen Saaten streuen, deren Früchte später auf den Altar-des sittlichen Gemeindelebens niedergelegt dem Himmel gefallen müssen. Die Eröffnung dieses gott- und menschmgesäüigen Instituts geschah im Beisein unsers Gemeinde-Vorstandes und der Elite unserer Stadt. Der Kreisrabbmer, Hr. C h r i st i a n p o 1l e r hielt eine schöneRede und ein Gedicht, in hebräischer Sprache von Hrn. Strelisker verfaßt, wurde von einem Zöglinge der neuen Schule gesprochen. Es bleibt uns nur noch die Reformirung der ,,Talmud-Tora" zu wünschen übrig; neben der neuerrichteten Anstalt ist sie ganz entbehrlich geworden, und würde als „Kleinkindcr- Bewahrungsanstalt" mehr und dem Zeitgeiste gemäßer wirken; das alte dem Verfall nahe Gebäude sollte restaurirt und bequemer eingerichtet werden; hier sollten die völlig unbemittelten, von jeder Hilfsquelle entblößten Kinder ausgenommen, mit dem nöthigen Unterhalt versehen, dann in irgend einem nützlichen Handwerk unterrichtet werden, damit sie später von dem Ertrage ihres Fleißes auf eine ehrliche, unabhängige Art leben können und der bürgerlichen Gesellschaft ein nützliches, kein lästiges Mitglied seien, während sie einige Stunden des Tages in der neuen hebräischen Lehranstalt Unterricht in der hebräischen Sprache und Religion empfangen könnten, um durch keine Verwahrlosung dieserseüs später dem Glauben ihrer Väter entfremdet zu werden. So wünschen wir es und so wünscht es Jeder, dem an der Wohlfahrt seiner Brüder gelegen ist! — L. H. Aus Mähren, im Juni. (Schluß.). Was die Wissenschaft.betrifft, so rechne ich dahin das Studium der Gemara. Es genügt bei Weitem nicht, sich blos mit den Poskim, selbst bis zu d<n Frühesten, hinan, noch viel weniger, nur mit dem Jore Dea und Schulchan 'Aruch zu befassen. Gehet bis an den Ursprung hinan; schöpfet an der Quelle, der reichen und sprudelnden! Ihr Oester r eich. Brody, Z0. Juni. Die Einförmigkeit, in welcher unser hiesiges Leben dahinfließt, bringt selten Ereignisse zu Tage, die der Oeffentlichkeit übergeben zu werden verdienten. Die Gründung jedoch einer neuen für unsere israelitische Jugend wichtigen Anstalt ist meines Erachtens würdig genug, allgemein bekannt zu werden. Eine lang genährte Idee des für alles Gute nnd Edele beseelten Hrn. Strelisker wurde durch das biedere Zuvorkommen unserer Gemeindevorsteher, besonders der beiden Herren L. Landau und O. Schor endlich verwirklicht, indem durch die ,,hebräische Lehranstalt^ für die religiöse Ausbildung der keimenden Generation gesorgt, und den Kindern, die Lehranstalten für fremde Sprachen besuchen , und ihre Religion sowie die Sprache ihres Volkes verabsäumen, Mittel gegeben sind, die Schriften unserer Gesetzgeber, die Lehren unserer Weisen, die Gebete unserer begeisterten Gottesverehrer * ') In gediegenen deutschen Uebersehruigen.