Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1847)
- Date
- 1847-08-06
- Page
- Seite 251 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mit! Hilfe jene s großem Nedeverems ans dem unbekannte L, als das sie jetzt flgurireri, zu etwas erklecklichem-, reellem, bestehe nun dieses in der Göttin, oder in der substantielleren Butter, von der Schiller spricht, emporschwingcn möchten.. Eine merkwürdige Schrift über die Judeuverhandtungen ist im Anzüge, die viel von Täuschungen und Fähigkeiten der Juden sprechen wird, obgleich sie uns über die Fähigkeiten des Verfassers trotz des vielversprechenden Titels und der großprahlonden Vorrede nicht täuschenwird. Auch Herr von Bülow bereitet ein Werk über die gesammtm Landtagsverhandümgen. vor, in deren 13. Bande er den Juden den Garaus zu machen gedenkt» Glücklicherweise jedoch wird bis zum Beginn dieses Bandes ein. neuer Landtag angchen und Hr. v. Bülow so viel frische Arbeit bekommen, daß Israel indeß noch ein Seenlum sich seines Lebens wird freuen können. Mannheim, Mitte Juli. Der hochweise Rath zu Constanz hat den Juden bewilligt, sich daselbst uiederzulasftn,- und nur die kleine Klausel beigefügt, daßjeder solcher Ansiedler ein Vermögen von 10,000 Thlr. haben und für die Halste ein Hans ankauftn inüsse. Welcher freisinnige Zug. von Toleranz-! Ich suche vergebens nach treffenden Gleichnissen, die sich mit derselben zusamirmistellen ließen, falls nicht dieses das geeigneteste ist, Constanz, das sich schon im Mittelalter * durch seine Duldsamkeit ausgezeichnet, sei eben so tolerant, wie ein Bettler, der von allen Glaubensbekmncrn, Juden, Hei-; den und „Anbetern der Göttin Vernunft" Almosen an- - nimmt» Hätte ich 10,000 Thater,- glauben Sie nicht, j daß ich vor der- Censtanzcr, und (unter uns!) vor der; gcsammten deutschen Toleranz davontanfen möchte, selbst auf die Gefahr hin, Hrn. von Vincke einen neuen Beweis jüdischer Feigheit zu liefern? Sondershnuscn, im Juli. Herr Goldschmidt, der hier seit mehren Jahren Lehrer an der ■ jüdischen Realschule gewesen, ist an dem hiesigen Gymnasium angestellt worden. Er ist also neben Hrn. Rabbiner Heiden heim, der in den obern Klassen die Geschichte lehrt, der. zweite jüdische Lehrer, au diesem Gymnasium. O Soudershausen, beschämst du nicht die ^Kaiserreiche Fetz und Marokko?; Dppeln (Oberschtesten), 10. Juli. Der beste . ^taat und die beste Frau sind, wie irgend ein Heide diejenigen,, von denen man nichts hört. Zählen;Sie demnach unsere Gemeinde zu den besten, da sie noch \ nie ein Lebenszeichen von sich gegeben hat. Gleichwohl .sind wir dem Zcitgciste nicht ganz ncrchgeblieben. Wir! stnd se hr orthodo.r, aber nur vor dev Thüre; auf nnse- Tafel und m unserer übrigen Lebensweise läßt die ^s^tgeschrittene Kultur sich nicht verkennen. Altes Geloht, junger Geist! ist unser Wahlsprnch, also gerade s S. Nr. 21 und 22 dieses Jahrganges. umgekehrtals der mancher jungem Verfassuttgerr. Volk unserem neuen Rabbis der uns nach f;rigcr 2öa§t ohne Wahl aus der Büchse dev Pandora gefallen/ werde ich Ihnen viel Gutes berichten können, so-' bald ich dazu Alrtaß haben werde. In unserer Gegend reifen die Früchte sehr spät. Diese erwarten wirauch von unserer neugegründcten Schule, zu der wir einen Berliner Lehrer verschrieben haben. Mit der Test llat ha - Geschem rvird beides kommen. Wie gewöhnlich soll dieser letztere alle Tugenden vereinigen, dev Schule pünktlich verstehen, den Kantordienst täglich verrichten n. s. w. und dafür — Sie kennen das Mat- . thisson'sche Gedicht vom Hauslehrer! Von der Woht- - Ihatigkeit uuftrcr Rotljschilde hätte ich Ihnen viel zw - berichten, vorläufig nur soviel, daß Herr Schlesinger.; mit dem rühmlichsten Eifer einer im Winter gestifteten ' Suppenanstalt' snr^ christliche Arme vorgestanden. Ein; anderer Kazin be-Jistael hat statt des durchlöcherten hölzernen Begräbnißhofzannes in dem -unfemen-.Bernstadt' - einen massiven eisernen aufführenlassen und eine nam- ' hafte Summe zur Erhaltung desselben niedcrgelegt. Also; auch die Todten sollen sich nicht mehr stet bewegen? - können, und diese Knechtschaft soll cwigdauern! — Das>! ist für ein sreiheitglühendes Herz zu viel! und weh-! nrüthig lege ich meine Feder nieder. H. G. Sondershausett, 9. Juni. Die Petition, von welcher in einer vorigen Mittheilung gesprochen wurde, -erlaube ich'; mir hier als ein Bild nuferer Zustände mitzutheilen. Freilich enthält sie, wie so viele Petitionen um Emancipation nicht'! wenige alltägliche Phrasen, aber sie sind nur alltäglich ge-; worden, weit es den Menschenfreund schmerzen muß, immer - und immer in derselben Sprache das Eine zu fordern, worauf - jeder Mensch ohne das er es fordert Anspruch hat. Hier - die Petition: - Durchlauchtigster Fürst, Gnädigster-Fürst und Herr! Ew. Hochfürstlichen Durchlaucht erhabener Wille, jeglichem Höchst Ihrer Unterthanen ein gerechter-, liebevoller'Vater zu sein- und die vielfachen Beweise von Huld und Gnade, womit Höchst Sieauch uns so oft schon beglücktenermuthigen uns von neuem, Höchst Ihnen-unsere inständigsten Bitten intiefster Ehrfurcht und mit innigem Vertrauen ganz unterthänigst zu Füßen zu legen, vornehmlich angetrieben durch.HLchst Ihren Landtagsabschied, cL-'ä* 16. Mai 1844. p. 68, 12, wonach Ew. Hochfürstl. Durchl. Höchst Ihr Geheimeraths-Kolleginm mit der Abfassung eines Gesetzes über die staatsbürgerlichen! Verhältnisse Höchst Ihrer jüdischen Unterthanen gnädigst beauftragt haben, da wir der erhebenden Ueberzeugung leben, daß hierbei am Throne eines so weisen-und hochherzigen Fürsten unsereganzunterthänigsten Vorstellungen und Bitten nicht ungehLrt und unbeachtet bleiben-werden». Wenn indeß die hohen Stände. des ersten Landtags bei Serenkssimo. - rücksichtlich.der- Zulassung der Israeliten zu Staats-- und Kommunalämtern unterthänigstbeantragten: 32*