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Der Orient · 1847-07-30 · 31 (30.7.1847) · p. Spalte 487-488

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
31 (30.7.1847)
Date
1847-07-30
Page
Spalte 487-488 (sequence 4)
Language
German
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488 4M. Studien. DasMeftr Ha-Mizwot von Saadja. -- .V Saadja hat nicht NWN 'OM nsv, sondern nirwn 1LV ' geschrieben. Der geehrte Redakteur dieses Blattes, Herr Dr. Fürst, behauptet (im L83. d. Or. 1845, Sp. 140) von Saadja, daß er eine dritte religions-philosophische Schrift geschrieben haben müsse, deren Titel sich uns unter «fey nwpbtt rwm ^yOD^K yNnttfht* oder wie ihn uns Abu l f a r a 9’ Muhm. den Ishak schlechtweg durch y\\ntt6N □drm bezeichnet, erhalten hat, und giebt ihr den hebräischen Titel: ißyß -)DD niSEn. Allein meiner Ansicht nach, hat sich derselbe in Betreff dieser Schrift eben so sehr wie Munk, der sie für eine polemisirende gegen die Karäer, und so wie Du kes, der sie gar für' eine talmudische hält, geftrt, da sie weder daS Ekne, noch das Andere, noch viel weniger aber eine religions-philosophische war, sondern sie ent hielt in poeti scher Form eine Aufzählung sämmtlicher NsLtQ V"nn, und zwar in zehn Rubriken, die alle künstlich aus dem Dekaloge hergeleitet wurden, und die unter dem hebräischen StfceC „nnniN" bekannt geworden ist, oder wieder ara bi sch e Titel entweder schlechtweg yVjoE^'N ' DNnD oder 3 N n □ 'vy.pö^N' -'by □ n 1 p b £sw lautet, auch mit hl.^Dn OSD Ober mmn HOD nvo zu bene n neu i st. —- Ob und wo diese Original- Ashärot des Saadja sich uns erhalten hat, ist mir nicht bekannt; daß er aber solche wirklich geschrieben habe, dafür sind nachstehende zuverlässige Beweise. . 1) Heißt es in Naschi zu 2 Mos. 24, 12: bo cnnnb todd naDm minni pxn nrfc nN in nrann rmy. ^33 ma rwj/ tt^tcn ni^D m msD 113“); nm hob nD't? nnntN3..t?TQ ,-nj/oiwn 13. nvfcnn : woraus deutlich genug hervorgeht, daß Saadja eine Schrift unter dem Titel 'nnniN geschrieben habe, worin er aus jedem -nm des Dekalogs eine gewisse Anzahl hergelertet, so daß endlich in den ninnin aUe Jp'Sn n^ö aufgezählt worden sind. Moses Mendelssohn in seinem Biur zu Exod.. jedoch scheint diese Rasche-Stelle mit Unrecht absichtlich in.einem ganz andern Sinne genommen zu haben; indem er das i des Ujy% r'm\yo pov nicht als anreihende und beweisführende, . sondern als entgegensetzende Konjunktion gebraucht, und hat deshalb, nachstehenden Sinn in diese Stelle gelegt: Rabbi Saadja aber erklärt (die Worte n^om mmm □min1? TDrD): Mit der Einschär fung (habe Gott nämlich Mosen die steinernen Tafeln gegeben) welche Er (Gott) gegründet, ninniJO) für jeglchen Von a uch eine Beleh r u n g über die ihm entsprechenden Dn^nn mso nmi nnn bzb) und fügt endlich hinzu, wie es auch so in ver deutschen Uebersetzung gegeben ist (^3 mnra.pl).* Fast war es mir .anfangs unmöglich zu glauben, daß unser gefeierter Mendelssohn dieser Raschi-Stelle eine so eigenthümliche Erklärung geben konnte. Allein schon die von ihm daselbst im Raschirexte gemachten Interpunktionen (siehe diese Stelle), und. vollends noch der unmittelbar darauf folgende Schlußsatz .„]&&& .pt&Ao mnlNO pl" hat mich eines Bessern belehrt und mir die Gewißheit gegeben, daß er diese Stelle wirklich in einem ganz andern Wortsinne aufgefaßt habe. Wahrscheinlich mag der Umstand, daß er einerseits sich auf die Stelle nnra nm D'pnn hn cnnN nnnnini (2 Mos. 19, 20)*”, so wie sich auch der Verfasser des Biur zu 5 Mos. 9, 8 in derselben Weise ausspricht: xTni . —- r"y Dvnim , 'n unv ntriDi nrann nntyy ndro fei D^i mHDl TO nDn nnnuv, — bezogen habe; andererseits aber, daß vielleicht zu seiner Zeit das Vorhandensein einer solchen Saadja'schen Schrift nicht mit Gewißheit behauptet werden konnte, ihn zu obiger Erklärung veranlaßt haben. — Daß aber eine solche eigenthümliche Erklärung fälschlich sei, ist einleuchtend. Denn erstlich können die Worte i^TE) nHJJD;ni unmöglich mit „R a b b i Saadja erklärte (diesen Vers)" übersetzt werden; weil wir ja keine Erklärung (ETVD) des Pentateuchs, sondern nur eine Uebersetzung (omn) desselben mit Gewißheit von ihm besitzen; und wenn wir auch der Behauptung Vieler (so auch Rapaport; siehe Biographie berühmter Rabbinen von demselben S. 23), daß Saadja nicht nur Ueberfttzungen, sondern auch Kommentare,, und zwar rao nn b]) blV n)N3 gearbeitet haben müsse, beipflichten wollten , oder wenn wir, was wahrscheinlicher ist, annehmen, daß Saadja den meisten Stücken seiner Uebersetzung kurze Scholien anhängte, wie sie zu den meistenPsalmen der Münchner,Handschriften sich finden (vergl. LB. d. Or. 1841, Sp. 365), so ist doch noch keineswegs erwiesen, daß er wirklich einen Kommentar oder auch nur Scholien zum 2. Buche Moses geschrieben habe. Zweitens aber wäre auch der Ausdruck no'&y für vntncv dessen sich Raschi bedient, hier so ungewöhnlich, daß man unmöglich diesem Amendement Beifall zollen kann.— Richtig hat Herr Dukes den Sinn dieser Raschistelle ersaßt; indem er dieselbe in seinem Qmm nninn by ittf"n (Prag, 1838) a. agf. St. wie folgt übersetzt: „R. Saadja Gaon hat in seinem Werke, welches den Namen nnniN führt, nachgewiesen, wie , alle 613 Gebote in den Zehngeboten sind", und wenn ich nicht irre, so erwähnt derselbe auch irgend anderswo diese Schrift. Es ist deshalb um destomehr zu bewundern, daß Herr Dukes demungeachtet ”) Mendelssohn übersetzt den Vers wie folgt : Ich will dir die steinernen Tafeln.mit der Lehre und dem Gebote geben, das ich darauf geschrieben, fi.e zu unterrichten (2 Mos. 24, 12). ' •, ”') Siehe auch Naschi desselben Kapitels, Vers 13. —

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