Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1847)
- Date
- 1847-07-30
- Page
- Seite 242 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 242- — gut und auch aufrichtig gegen itnf; ihre Gegner aber ftnb Menschen, welche das Wehl deS heiligen Landes - unterdrücken wellen (?). Ich möchte den Herrn Dr. Fürst, dessen geschätztes und werthvcttes Blatt auch hier.mit-.!viestttr Neistilsgelesen.wlrd, aber leider nur spät und sparsam zu Hnö kemmt, ersuchen, daß, wenn ihm ferner Berichte a\v3 Jcrirsalenr zukemmen, er selche nur mit dem Namen des Einsenders aufnehme, damit wir wissen, wer der Ankläger ist, und uns dcnmach vertheidigen können. — Es herrscht jetzt Frieden' im Lande, auch die große Thenerung hat G.L. abgenolitmen." M ose s Sachs. Deutschland. Berlin, 24. Juli. Der Kultur-Verein ist tedt und wurde am 18. d. M. feierlichst zu Grabe bestattet. So hat der Monat Ab die Kultur in Berlin aufgelöst. In der Metropolis der Vereine, an der Quelle der Reform, in dem Eldorado der rechtgläubigen Müßiggänger, in dem Athen Preußens — hat die Kultur aufgehört. In dem Monat Ab wurden die Juden aus Spanien und die Kultur aus Berlin vertrieben. Die Reformer, die NDin zwei Sabbate feiern, haben dem Verein eine glänzende Leichenrede gehalten und die Orthodoxie ist zum Universalerben des Geldes eingesetzt werden. Ein Klagelied voll dein Rebben Stein wird in der alten.Synagoge am 9. Ab ertönen. Als ein vornehmer Todter wurde'der Verein an vjuy zu Grabe getragen und die Traucrgebräuche werden nach deutscher Manier beobachtet werden. Die Geschichte des Vereins gehört in den Bereich der Seligen, und weinend wird Elio den Griffel ergreifen, um, das diesseitige Wirken des Vereins aufzuzeichnen. Dafür bildet sich hier ein neuer Verein, der von den jüdischen.Zeitschriften etwas halten wird, da dieselben in der Regel hier schlecht ankommen. Dieser neue Verein wird statt des Wochenabschnittes die wöchentlich erscheinenden Nummern vorlesen, zwei Mal im Original und ein Mal in deutscher Uebersetzung. — Das alte Jndengcsetz wird bald pnblieirt werden. Man will die Auflösung des Kuttur- Verein's damit in Verbindung bringen. — Bei Kroll wunde gestern ein jüdischer Gelehrter gezeigt, der noch nicht angegriffen wurde. Viele halten das Faktum für eine Mythe. — Der ZW. ist in Preußen verboten worden, weil er viele verderbliche Grundsätze, die.den: Staate gefährlich sind , verbreitet.;— Die hiesigen Synagegcndieuer, von dem Grundsätze ausgehend: nnn EHn px wnwn, seltel, sich jeder Neuerung entgegensetzen. Dies ist aber nichts Neues. — In Konstantinopel bildet sich eine Genossenschaft, die den Sabbat ans den Freitag verlegt. Die RG. hat bereits eine Adresse abgeschick't, die türkisch klingt. Der türkische Gesandte, der wegen des „türkischen Umvejmo" Protest ciulegte, hat versprochen, die Adresse, die soviel Unterschnsten, als die Kösliner Gelneinde Mitglieder zählt, an ,Art und Stelle zu besorgen. Möchte unsere neue Synagoge ein gleiches Leos haben! — Unsere beiden Kanzeln sind momentan verwaist. DicReformer, die keinen DN^ny^nfcimi, rufen auö : 3« :pN V tPöirv! Aber Gott ist ein Vater der Waisen. — Glauben Sie, daß die RG. sich bei ihrer Sonntagsfeicr ans D'nw rt:&7] niN’SP ■ feeruft? Und für das Arbeiten am Sabbat'aufn)W])b? Und für das deutsche Gebet auf bl JOfc'fr? Und für das unbedeckte Haupt auf _m J J n'i U\3:6t. llb? — Dieser neue Midrasch giebt mir Gelegenheit, über „mein Verhältnis' Zur RG." ein Wort zu sagen. Da ich stets guter Laune, bin, ' so kann sie mich nie außer Fassung bringen. Sie werden bemerken, daß dies schon Andere vor mir gesagt haben; es haben aber schon größere Männer vor mir mitgetheilt, was Andere vor ihnen bekannt 'machten. Mein Verhältniß zur RG. ist wie 0 : 1, was bei einer verkehrten Stellung zehn oder Minjan giebt, was bei der RG. viel zu bedeuten hat. Wenn ich aber unaufgefordert oder unberufen dieses Verhältniß ausemaudersetze, so bildet dies nur einen Theil meiner so rtta u feu den Geschichte des israelitischen Volkes. Wie? „Sind Sie Geschichtschreiber? " werden Sie aus rufen. Allerdings. Wenn man gar nichts anzufangen weiß, so fängt man mit der jüdischen Geschichte an. Die Vorstudien sind g e m a ch t. Man stndirt die Bibel, Josefus, Apokryphen, Philo, den Talmud, die mittelalterliche und die neuere Literatur — und die Geschichte ist bereits gern acht. Uebrigens wird meine Geschichte ein wahres Kunstwerk, eine riDN^D noy pNty ncon sein. — Sie sagten in einer frühem Numnrer, wer ich nicht bin; halten Sie mich für einen Reformer, daß Sie sich negativ verhalten müssen? Mini ^nwb dt nft! Was fragst du nach meinem Namen, er ist Wunderbar, aber nicht in Riga. * Crefeld, 7. Juli. Heute überreichte eine Deputation, an deren Spitze der Hr. Oberrabbiner Bodenheimer stand, im Namen der hiesigen israelitischen Gemeinde dem LaudtagSabgeordnetm Herrn, v. Beckerath in dankbarer Anerkennung seiner edlen Bemühungen um die Emaucipation der Juden die hier unten folgende Adresse, welche, mit sinnreichen auf Goldgrund gemalten Rand-Symbolen reich geziert, auf Pergament von dem bekannten Levy Elkan kalligraphirt ist, und sich in einer ebenso kuustals geschmackvollen silbernen, goldverzicrten Kapsel von gothischer Form befiildet: „Ein denkwürdiger Tag , der vor vier und dreißig Jahren ein gedrücktes aber großes Volk zum Kampfe um den Besitz wahrer Freiheit begeisterte, der jetzt ein Versprechen, das treue Unterthancn als Kleinod bewahrten, in Erfüllung brachte und durch das Königl. Wort eine neue Aera für die kräftige und segensreiche Eutfal-