Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1847)
- Date
- 1847-07-30
- Page
- Seite 241 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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rf^ Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Manabonnirt bei allen!Lbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. ' . für . jüdische Geschichte und Literatur. . : ■ Herausgegeben \ von Dp. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. J|(o 3lu , Leipzig, de» 30. Juli 184V. Inhalt. Palästina. Jerusalem. Vertheidigung der Rabbiner Gag in und Lehren. — D euts ch l a n d. Berlin. Seliger Heimgang der Kultur. Verschiedenes. „Mein Verhaltniß zur RG^> Crefeld^ Adresse an Hrn. v. Beckerath. Baierrr. Das Gerückt von der Zulassung der^Rabbiner zur RG. Die Aussichten auf Verbesserung der politischen Tage der Juden. Einzelheiten. Berlin. Ein Plan Jost's. Altona. Ein Schrreidemühler Obßkurator. — Oesterreich. Aus Mahren. Ein Wort an meine Kollegen, von Rabb. Schmied!. (Forts.) Brody. Elementarschule für die jub. Normalschüler. — Polen und Rußland. Brand des Bazar's in Brzevc-Littewski. Ueberfall von Bergvölkern. Die jüd. Bevölkerung Galiziens. — Personalchronik und Miscellen. London. — LB. d. Or. Palästina. Jerusalem, 2. Juni. Ich erlaube mir, hier ein Schreiben aus Jerusalem mitzutheilen, das unter bezeichnetem Datum an Hrn. Du. M. gelangt; es betrifft einen Gegenstand , der gerade in diesem Blatte die heftigsten Angriffe gefunden und die Leserwerden es billig finden, daß gerade hier auch etwas zur Schwächung jener Angriffe mitgetheilt werde. Freilich beweist diese Vertheidignng, die eigentlich nur eine subjektive Ansicht ist, gar nichts^ sie widerlegt keinen einzigen Punkt der Anklage und, wie es sogar den Anschein hat, liegt das Lehren'sche System setzt in seinen Todeözngen; allein dennoch ist es billig, auch dem schwächsten Worte der Vertheidigung die Spalten Ihres Blattes nicht zu verschließen, zumal der Absender aus Jerusalem auch Ihnen bekannt ist. — Der Brief lautet: „Ich nehme mir die Freiheit, an Sie einige Zeiten zu richten; ich kenne Ihre werthe Person und bitte Sie auch für das Wohl ihrer jerusalcmischen Brüder etwas zu thnn. Unlängst las ich im „Orient", dem sonst ritterlichen Blatte, manches Nachthcilige über Palästina, und wenn diesem Glauben geschenkt wird, so stehen wir in Gefahr, daß uns keine Hilfe mehr von unfern edlen Brüdern in fremden Ländern zufließen wird. Ich gestehe es, daß ich auch für meine Existenz mit einer zahleichen Familie sehr besorgt bin. Ich las nämlich im Orient'Nr. 36 v. I., daß mehre Menschen in Zefat Hungers gestorben wären, unfrei der Berichterstatter erklärt , daß der Herr Rabbiner Gag in hier sowohl als auch der Herr Lehren es durchaus schlecht anfangen, ein Kemitv für Palästina zu bilden de. ' Aber der Wahrheit gemäß ist in diesem Jahrhundert noch nie ein Mensch unter uns Hungers gestorben. Denn die Wohlthaten, besenders von unfern Inden in Palästina (?) und deren viele Hilfs-Vereine (!) sind so ausgezeichnet gut, wie in keiner Stadt in Europa anzutrcffen sind; hier in Jerusalem und in andern Gemeinden des heiligen Landes, opfert sich Einer für den andern auf, er -theilt, so zu sagen, den einzigen Bissen mit ihm. Der Berichterstatter lvill den Herrn Rabbiner Gagin verdächtigen, mögen meine Kinder seine Tugenden. besitzen! obgleich er sehr streng ist gegen Abtrünnige den unserem heiligen Glauben; so ist er bei der Geldvcrtheilung freundlich, wohlwollend, nachsichtig im höchsten Grade. Der Berichterstatter wünscht die Vertheilung in besseren Händeln möchte der Himmel sie doch immer in solchen Händen lassen! Rur unser Herr Rabbiner und der würdige Herr Lehren (?) — verstehen eine solche Vertheilnug zu leiten. Ost las ich m den jüdischen Zeitschriften Nachlheiligeo über Hrn. Lehren, ich schwieg; aber länger kann ich nicht schweigen. Die ganze Geschichte mit dem Sohne des Moses Turgeman Afrikaner ist nicht so, wie man sie ausgestellt; man war noch viel zu milde gegen diesen Abtrünnigen. Der hiesige Rabbiner, die hiesigen Vorsteher, so Die Herss Lehren mit seinem Vereine, handeln ■ - ■ ' 31 .