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Der Orient · 1847-07-16 · 29 (16.7.1847) · p. Spalte 459-460

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
29 (16.7.1847)
Date
1847-07-16
Page
Spalte 459-460 (sequence 6)
Language
German
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Studien. Skizzen -übeL: die WbMveHältmsfe '-d.es R. Wmer Eisenstadt. g.'ewöhmli'cheMuthmaßunge-n aufzüstellenhahe^/ <Hil. Eduth 19. 1.) Hier brauchen wir -nicht einmal einen Mtyum, 'hur einen ungiewöhnlichen Zufall anzunehmen, 'alle Zeugen können streng die Wahrheit gesagt -haben., -und -ich seist nicht, wie nach H. F's. Hypothese in.-diesem -Falle die Ver-- urtheilung 'der Zeugen zu rechtfertigen wäre. Es läßt sich wohl-nicht -im Ernste behaupten, daß ein überaus schnelles Roß oder ein. Irrthum in der Zelt eine minder .gewöhnliche Muthmaßung sei, als ein Irrthum in der. K ea-son '-D. D.' ■ JLvch ekttige Skizzen obev die Lebens'vvrs HMtrrifse d^s N. M-örr -MseMadt. . ' (Schluß.). tfuS seiner Unterschrift rpMDm ppD “in §♦ 159 Ende geht hervor, daß sich sein amtlicher Wirkungskreis über Eisenstadt hinars erstreckte,;, jedoch ist es ungewiß, was eigentlich uenter dem Worte weha-Medina, welchen Titel, wie wir schon gezeigt, noch mehrere Rabbiner geführt, zu verstehen sei, da doch von einem/ungarischen Landrabbinat sich heutzutage jede traditionelle Spur gänzlich verloren hat. Auch ist eine solche Stelle, die vom.einem Ende des Landes bis zum andern, wenn auch nur über Juden, diktatorisch zu herrschen haben.soll, in dem auf seine municipalen Rechte so.stolzen Ungarn fast ein Unding. Komitats-Rabbiner gibt es wohl noch jetzt, ob dieses.zum Heile oder Unheite, zur Beförderung oder HemmungVin der Entwickelung mancher untergeordneten Gemeinden beiträgt, ist hier zu erörtern der Ort nicht. Allem ein Land-Nabbinat über alle ungarischen Juden, von welcher Seite'und Partei immer ausgehend, würde sicherlich einerseits nur hierarchische Bestrebungen, hervorbringen. und dem Ehrgeize als Lockspeise dienen, anderseits aber ein gewaltiger Hemmschuh in dem so freien Entwickelungsgange unserer Gemeindeverhältniffe sein und die schädlichsten Folgen nach sich ziehen. Indeß war und ist Gottlob gar keine Idee davon in unserm Magyarenlande, wo man prinzipiell das wahre Heil des Landes in dem aus freiem Willen aller Einwohner hervorgegangenen Standpunkte anerkennt, und, was obige Unterschrift des R. Meir Eisenstadt betrifft, so ist darunter wahrscheinlich blos Komitats - Bezirksrabbiner zu verstehen, wovon man aber heut zu Tage nicht minder größtentheils zurückgekommen ist. Wie es R.Meir von da an weiter in Eisenstadt^ ergangen, habe ich in meinem frühern Berichte schon mitgetheilt und es wäre zu wünschen, wenn sich Jemand aus diesem Orte herbeiließe, das Mangelhafte in diesen Blättern zu ergänzen, damit wir eine vollständige Lebensbeschreibung von diesem auf dem Gebiete des Talmuds als Autorität geltenden Gelehrten besäßen.' Ich gehe um so Lieber zu dem, geistigen Standpunkte und der- Eharakterbeschaffenhert desM. MÄrüber, wie sich diese .aus.-seinen'Werken mns/entgegeüspiegeln. -Fast mochte ach dem-erstenseinerWerko, l^n DD, vor mllen spcktern -den -Vorzug geben, nicht 'bloß .des darin entwickelten 'Scharfsinnes-halber., 'der die schwierigsten.Fragen federleicht mus-ihrer Verwirrung chu losen .weiß -und -uns plötzlich ün-.manche überraschende Wendepunkte vor sttzt; sondern auch istdie-darin v orwattettde Ordmrwgs- .liebe höchst bewundernswrrth. In -den meisten :Gntachten 'gibt -er ,am -Ende derselben 'einen ikurzm Auszug, ln WcrragMpheu ieingerheilt, -von -.den 'darin gewonnenen Ansichten, nvelches^wöhl -von den .üblichenood! 'W'O, worin sich .nichts.Mehr a'ls rin spärlicher' Inhalt .des 'betreffenden Gegenstandes vorsindei., lz-n -unterscheiden "ist. Diese "Met Hüde-, 'die ich sonst in 'keiner 'Gutachtensammlung noch egefuNden, äst von -unübertreffbarem . -Nutzen rmd Schade, 'daß lsie selbst .von M. Mmr'Eisenstädt 'm seinen 'übrigen Werken-,."wahrscheinlich aus.Zeitmangel, 'nicht machgeahMt'wurde. R. -Mir besaß aber-auch einen von Goruvtheiten -und Äbergläübigen Gesinnungen freien -Geist und -verbot -daher alles'darauf Bezügliche; so eifett er unter Ände- 'ren 'in N-b. 36 dieser Gutachtensammlung gegensolgende - an -ihn sgestellr-e Frage: pH blD' pNp'-nbnjn bimn pp piin mpv - thpx' iihri1? Dr-risiL/ nnDTN mipiLWi nmy p'm nürfci-hsrö ph nriyw. Ferner war seine über'Alles erhabene Frömmigkeit ganz 'und 'gar 'nicht -von jener Strenge und unbiegsamen Härte, Vie von dem einmal angenommenen Standpunkte Haarbreit nicht weicht, sollten auch darunter Herzen bluten; vielmehr suchte er, was natürlich in seinem Zeitalter blos Ausfluß einer sanften GeMüthlichkeit 'sein 'konnte, manchem im Lause der Zeit grausam gewordenen Gebrauche eine solche Wendung -und Deutung zu geben, wonach dieser ganz und gar nicht mit dem Strome der Zeitverhältnisse zu Mlidiren nöthig hatte. Als man einem Mädchen, das seiner Anschuld verlustig.geworden, nach der hergebrachten Sitte das Haar abschneiden und es unter die Haube bringen wollte, wogegen es sich aber gewaltig sträubte, erklärte 'R. Meir sie im Rechte und suchte diesem .1,1^ 'folgenden einfachen, aber höchst humanen Sinn zu unterschieben. nooV unn NH) : .nV f'D in ti'B nmy hzb' roni höhn. r?nn p^p n&tn nom bin ■ nniTcy yr) n\w pn nbOD nnw nm mw rh pyoiu^ pjD Nn)pn2 Nm mow Ob R. Meir auf tatmudischem Standpunkte hier völlig im Rechte sei, bezweifle ich zwar, indem dieser Gebrauch meines Erachtens auf eine im 020 vorkommende Stelle sich gründet. Diese lautet sm Jalkut '4. M. o, 1'8 rate folgt r nN yiDl trmso niDDD irw .iwitfin N'12 by np6 nwxn mi non npm ifw obr ^ö. hy pjni n^-NO by "1DN. Es müßte also ..diese Stelle hier so zu deuten sein: während man bei-Unverehelichten u'hre Schande durch Verhüllung des Hauptes verheimlichen soll; ist es hinwieder bei verheirathelen, .ihren Männern untreu gewordenen Frauen Pflicht, dieselbe durch Entblößung des Haares allge-

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