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Der Orient · 1847-07-16 · 29 (16.7.1847) · p. Spalte 453-454

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
29 (16.7.1847)
Date
1847-07-16
Page
Spalte 453-454 (sequence 3)
Language
German
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M3 gesucht. wllr.de>: mMn bel'-KOmde Gvvster Wifchna-Massen,491 die schon J o ch a nan als .das Nützlichste für die scharfsinnigen Diskussionen gehalten,49'/so daß er von sich mit dem Schristvers (Spr. 14, 4) sagte: Eine Fülle von Ernte ist in der Kraft des Stiers"/4^ und "die'Palästinenser, ihn Mare Chittaja d. h. Getreidebesitzer nannten, 494 hatte er auch andere Zweige der damaligen Studien nicht vernachlässigt. - Zu diesen gehört vornehmlich -sein Studium -der f üb if-chem Th e o so p h i e in der Betrachtung und Auslegung der Jecheskel'schen Vision über den göttlichen Lhronwagen fMerkäbä). Das Studium der jüdischen Lheosophie, entwickelt aus dem VisLons-Kapitel Jecheskel's,"schloß für der frühesten Zeit das metaphysische Element der jüdischen: 'Philosophie und Theologie 'in sich. Aus 'den 'Spuren , 'die von 'dieser 'Lehre in den Talmuden und Midraschim sich 'erhalten., sehen wir, daß die Einheit uüd Unkörperlichkert Gottes, die Entstromung der 'Gotteskräfte in das All, die Dreitheilung des 'Gewordenen in Engel, Welt und Mensch u. s. w. die Themen waren, und. früh soll -schon über diesen Gegenstand eine B-arb jta (Barajta de-Ma'aße Merkabcr) exlstirt habenViele'Lehrer Babyloniens -vor Josef haben 'sich bereits mit'Untersuchungen über diesen Gegenstand befaßt; Chjjja>, der.Babylonier, der Oheim-Rab"s, Nab selbst And -sein Schüler-Ichuda,, Sa-- muel und seine Schüler haben Auslegungen, Anweisungenmnd Warnungen über dieses Studium gegeben, von welchen der Talmud Manches aufbewahrt.49^ Und von Jofef -wird berichtet, daß er vorzüglich diese Theosophte getrieben,^? er von den Greifen 'Pum-Badita's (Jehuda und ^Ena) dazu noch die Lehre von 'der 'Schöpfung oder die Kosmogonie (Mabße Bereschit) erlernt, und daß er es für angemessen hielt, diese ^Gegenstände nicht 'so leicht mitzutheilen 49 — Ein anderes Studium, welchem er sich hingegeben, wcrr das'drs Targum oder der aramäischen Uebersetzung her Schrift. Das aramäische Targum war bekanntlich nicht blos Übersetzung, sondern zugleich Kommentar und 'Auslegung der Schrift, Ausdruck der Ueberlieferung in Halacha und Haggada,-so weit dev Bezug auf die Schrift zu -erfordern 'schien, und.wenn man bei irgend-einer Halacha oder Haggada.auf.eineSchriftstelle sich bezog, die wörtlich.genommen nichts bewiesen haben würde, -so .citivte -man das Targum als Beleg, -da -Niemand die Giltigkeit des Targum als Traditionsquelle bezweifelte. 49ü Zu dieser dogmatischen -Wichtigkeit des Tcirgums 'kam -.noch, . 490) Ketubot 42b Raschi; Baba KamMa 66 b. — 49t) nwo bw n^3rc Sanh. 42s». — / '492) Sanh. 1. c. Raschi. 493) Stier wird symbolisch für Josef gesagt, anspielend auf Dt. 33, 14. 'Vergl. Loft zu 'Sanh. 1. -c. — 494) Horasot ~ 495) S. Raschi :zu -Verach. 51 a. Ueber diesen Gegerstand im Allgemeinen s. weiter unten, r— 496) Chagiga '18 a flg. — 497) Id. 1. c. nDD“lDD TWyü -TbJl Tlft, — 498) lb. I. c. — 499) Siehe die Ci täte in Anm. 508. 4M freilich in der engsten 'Verknüpfung stnifc dem Dogmatischen, die sprachliche, iindem so mancher Mifchna-Ausdruck 'seine Nrklavung und fein Wer st and n iß 'nur durch das Targum-Jd'iom erhalten konnte, -oder man fachte aus Mm Targum nachzuweisen, nie 'der /hebräische Ausdruck der Schrift traditionell/noch eine .andere. .Bedeutung -als bie gewöhnliche habe. Diese 'doppelte Wichtigkeit des Largum's matzte sich aber"-zur -Zeit Josefts, :Lm lersten Wiertel des vierten Jahrhundertsy M -das Perserthum bliihete und -die zählreichen -Gemeinden stch -diesem Einflüsse -ganz chmzugeben begannen, -vorzüglich geltend. Das Aramäische -wurde im Lebm fchon von der persischen Sprache zuweilen zurückgedrängt.., so daß Josef trotz seines tiefen Abscheues-gegen bie Perser/9" für das praktische.Leben das gänzliche Aufgeben bes. -aramäischen Idioms und entweder das Neuhebräische oder bas Persische gesetzt zu sehen wünschte. 501 Was vom Leben .sich .ab zu lösen beginnt, -wird erst recht ein Gegenstand des-Studiums, vorzüglich Hat sich diese Wahrheit bei Sprachen stets bewährt. Auch die Sprache der Mischna begann unverständlich zu werden -und..Josef strebte mach -Erklärung derselben402 mnd wunche'Wedeutung des Althebräischen, die man -verloren., suchte er wiederzugewinnen.503 „Wenn wir -nicht bas -Targum zu dieser Schriftstelle -hatten , wies er manchmal auöi, so würden wir micht wissen., was sie - damit sagt"; denn indem die/mit dem Schristworte verknüpfte traditionale Lehre durch. Unkunde der Vieldeutigkeit des Schriftwo.rts abhanden gekommen, so konnte mir das Targum als die älteste Auslegung dieselbe wiedrr restauriren. -"^ Au bie-, sem erwähnten Zwecke wurde das sogenannte Onkelos- Targum uttter der Formel „u-Metargeminan", d. h. und wir übersetzen, 505 cititt und benutzt, von Talmud und Midrasch im Allgemeinen oder speciell.von Josef mit derselben Formelf99, und es -könnte uns gar nicht wundern, wenn Josef sich beim Targum auch -selbst betheiligte.597 Und er Ihat dies auch, 500) Berachot 8 b. — 501) Sota 42 b nob ’DIX )1i£>b ’DID pttfr )N -2'*ip. — 502) Das mischna'ische s-zN3 (Joma 3, 2) erklärt er durch "(Joma'35 a) u. s. w. — 503) Nedarim 41 a — 504) Sanhedrin 94 b; Mobd.Katan 28 b; Megilla 3 a. Die Phrase lautet ^nd ist immer von Josef angeführt. — 505) Das Onkelos-Targum wird als Targum der Babylonier angesehen., im Gegensatz zu dem andern palästinischen Pentateuch-Targum. — i 506) S. die Stellen bei Zun z (GV. S. 63 c u. ^ä). — '507) Raschi zu Kidduschin 13 » 'sagt zwar ven Josef bwxy p ütuto 73 n'm7 mithin daß er blos in dem Jonatan-Targum zu den Propheten d. h. zu den 'historischen Büchern (Josua, Richter, Samuel und Könige,,als'Nebkim rischonim) und zu den PropheLenfJesaja, Jirmijja , Jecheskel, die 12'kl. Propheten) .bewandert war, und eben so denkt Tosäfot zu'Baba Kamma 3b; allein beide haben nicht den mindesten Grund von dem Wortlallte des Talmud's abzuweichen, wo es immer heißt wie R. Josef übersetzt. Siehe'die folgende Anmerkung. — 29* Studien. . /Geschichte ixer jüdffchM WemAr -in BÄWmie».

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