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Der Orient · 1847-07-16 · 29 (16.7.1847) · p. Spalte 451-452

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
29 (16.7.1847)
Date
1847-07-16
Page
Spalte 451-452 (sequence 2)
Language
German
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451 mehr allseitig gebildet qD scharfsinnig tt>ar* ist: esi natürlichdass er bei ihmvov-zügM) die- Grundlage zur- Allseitigkeit und Umfänglichkeit der Kenntnisse gelegt, als deren Besitzer man ihn später selbst in Palästina angesehen. Der um.sa'.ng-> Lichen und ausgebreiteten Kenntnisse halber wurde Joses „Sinai" genannt , ein Epithet, welches er selbst einst seinem Lehrer N a ch m a n gegeben ,, und unter dießv. charakteristischen Bezeichnung wurde er selbst von seinen palästinischen Zeitgenossen' Andern vorgezogen414« Nach dem Unterrichte beiI e h u d a ging., er noch nach Sora, um bei H ü n a (st. 290) - seine ' Studien sortzufetzen, 475 wie doch ein Gleiches sein G.enoM R assssa. gethan,470 unt> bei Hü n a beruft er sich berekls auf die MittHeilungen- Jehuda's , die auf Rab und Samuel zurückgeyen; erwar von dem gründlichen-Unterrichte jenes seines Jugendlehrers so tief durchdrungen, daß er über jede Mißdeutung seiner Aussage in dergleichen- Mittheilungen zornig ' werden föhnte 477. Nächst Huna besuchte.er auch die Vorträge des. Nach ma n b. Jakob zu Schakanzib, wo ertheils dem Nachman die mittelbar erhaltenen Lehren Samuel's mittheilte, theils von ihm Lehren empfing, die er später der Vortresflichkeit wegen: „Sinai" nannte, und er bekundete in späterer Zeit seine Schülerschaft bei Nachmaw dadurch, daß er Lehren in dessen Namen, mittheilteDann besuchte er auch die Vorträge des Sch e sch t zu-Schilhi) woi er sich ebenfalls' wie bei Nachman als tüchtiger Kennerder alten Ueberlieferungen bewährte, jedoch .war er mehr Genosse (Talmid Ehaber) als Schüler des-; selben47-V Als er 292das Rektorat ausgeschlagen und Huna b. Chijja dasselbe übernommen, trennte er sich von demselben sofort als dieser die Würde eines Chaber verletzt und ging zu dem greisen C h a s d a nachi Sora, um dort, - nochunbeamtet, seine Studien sortzufetzen.^o Neben dem Besuche vieler Lehrer, war ec jedoch auchhäufig in Pum-Badita, und während seiner Anwesenheit daselbst war er^ neben Rabba der Chacham des Enlarchen Huna- Mare (ft:* 296).<fc81 Als er unter Rabba's Rektorat zw Pum-Badita still und eingezogen lebte und lehrte ,4^ schloß sich vorzüglich Rabba's Neffe, nämlich Abbajr ihm an , dem:er auch alle seine Traditionen mittheilte, was-ihm später durch einen eigetretenen Umstand sehr gelegen sein mußte. Durch eine Krankheit nämlich, welche ihn in seinem letzten Lebensjahren überfallen, vergaß er die erhaltenen Receptionen, die seinem Gedächtnisse 474) Mo*ed Katan 12 a; Berachot 64 a; Horajot 14 a; °Embin ZO a; Kidd. 2O b; ^Arachin 32 d. — 475) Sabbat 129 b. — 476) /Erubin 40 b. — 477) Sukka i 1 a EhulliN 74 a; Baba Kamma 102 a; "Aboda Sara 7a.—- 478) Baba Batra 46 b; Ta^ünit 30 b; Kidd. 30 b (wo aber fälschlich Nachman b. Isaak steht, .wie bereits Sal.Loria anmerkte). — 479) 'grubin 65 b. — 480) Sabbat 97ab; Baba Kamma 116b. — 481) Seder Dl am Sutta («6. Hamb.) 22 b. — 482) Horaj, 14 a. — 452 eingeMst wauenl,, uytz er warop erstatt,, wenn manihm sagte, daß Rav oder- Samuel' dieses oder jrnes entschieden, obgleich er vor der Krankheit, die sein Gedachtniß so hart mitgenommen, es selbst mitgetheilt. „Ich habe dies von Jehuda , nicht gehört" oder „wer soll dieses gesagt haben" rief er oft aus., obgleich er allein es, war, der eS früher mitgetheilt. Undsein Schstser All.baM. war; es, vouzüg'.lsch, der Josef oft die Traditionen wieder ins Gedachtniß zurückgerufen. 483i. Ein Gleiches that ein anderer Schüler Ad d a b. Mattana.4^4 Er hatte übrigens der erwähnten Krankheit wegen den Verdruss empfunden,, dass man.deshalbin der Achtung für ihn nachgelassen, weil er in den Receptionen nicht mehr fest war; er ermahnte daher zuweilen, einen greisen Lehrer, der unfrM-willig das Gelernte vergessen, ja doch nicht geringer zu achtem; einen Lehrsatz von Hü na anwendend pflegte er in dieser Beziehunng zu sagen: „Mit den Gefttzestafeln lagen auch die zertrüm- . werten Tafeln in der heiligen Bundeslade".!Und. dieser - Verdruß machte ihn auch zuweilen ungerecht gegen Abbaji, so daß er manchmal ausrief: „Kajlit hat einen Sohn und der - ist-nicht gut geworden",4^ oder machte ihn ungerecht gegen -ÄH. welche/ ihm: widersprachen^ tzdxr über! ihn lqch-Mn>. sp/haß er sie mit dem Namen, „Be:we Kett-:ura"> d. h. Nachkommen Abcaham's, die aber von der Tradition nichts wissen, belegte.4^7 Es betrübte ihn auch, daßerdec— wahrscheinlich durch die Krankheit— erfolgten Erblindung wegen manche Gebote nicht üben konnte oder doch durch deren Uebung sich bei Gott kein Verdienst zu erwerben im Stande war,4^ und eine ^Melancholie, verbunden mit einer großen Reizbarkeit des Gemüths und mit einemtiefen Mirgefühle für Leiden Anderer verdüsterten seine lehren Lebenstage.^ 7. Lassen wir nun" unsere Gedanken einen Augenblick von der äußern Mannigfaltigkeit seines Wirkens und Treibens auf die Vielfältigkeit seiner geistigen Arbeiten Hinüberstreifen, da meiner Zeit, wie jene talmudische war, jede geistige Beschäftigung, die nicht in gewohntem Gleise mit der Ausbildung der Halacha älle Kräfte auszehrte, eine größere Beachtung verdient. Neben den Halacha-Massen, die Joses durch Vermittelung seiner vielen Lehrer von den ersten Begründern der Ueberlieferungsstudien in Babylonien mitgetheilt, neben dem Ruhme, den er dadurch erlangte, daß er während seines Rektorats Dinge entschieden, worüber während der 22 Jahre des Rektorats Rabba's vergebens die Lösung 483) Nedarim 4ja; "Erubin 10 a; ib. 41a; ib. 66a; ib. 73a; ib. 89b; Makkot 4a; Nidda 39a; ib. 68b. — 484) Pesachim 13 a. — 485) Menachot 99 a; Baba Batra 14 b; Berachot 8 b, — . 486) Sebachim 118 b. — 487) Ib. 62a. — 488) Baba Kamma 87-a-z Kidd. 31a. Man nannte ihn auch später deswegen Sege-Nehor, was aber nicht im Talmud vorkommt. Wie die Sage die Blindheit Josefs bearbeitet f. Mekor Ehajjim v. Sam. ^arycr (eck. Mantua) p. 100 a. 489) ' Pesachim 113 d; Sukkck 29 a; Baba Batra^23-a. - Studien^ Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien

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