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Der Orient · 1847-07-16 · 29 (16.7.1847) · p. Spalte 449-450

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
29 (16.7.1847)
Date
1847-07-16
Page
Spalte 449-450 (sequence 1)
Language
German
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Ateraturbtatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. JVi 20« . Leipzig, den 16. Juli 184V« Inhalt. Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. (Fortsetzung.) Neuntes Kapitel. Das Leben Loses b. Chijja's bis 322 n. Ehr., seine Lehrer, Studien, Bestrebungen, Theofophie und Targum^ — Literaturhistorische Miscellen von L. Dukes: über das Jesodot Ha-Masßil des David ben Jomtob den Billa aus Portugal. — Notizen und Miscellen. Entgegnung an Hrn. Rabbiner Fasset. — Skizzen über die Lebensverhältnisse des R. Meir Eisenstadt von Rübb. Zipfer. — Ankündigungen. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. 'Eine Skizze - . von Dr. Julius Fürst. (Fortsetzung.) Neuntes Kapitel. 6. Der Studiengenoffe und Freund Rabba b. Nachmani's, Josef b. Chijja oder schlechtweg Jo sef genannt 467 , übernahm nach dem traurigen Ende Rabba's das verlassene Rekto-rat in Pum-Wadita um 319 n. Chr., nachdem er bereits vor fast 27 Jahren, beim Tode seines Lehrers Jehuda b. Jecheskel im Jahre 292, dem. Rufe zu diesem Amte nicht Folge geleistet^». Der Zauber, welcher ihn in der Verkündigung der Astrologen zweimal (292 und 297) von der aus seine Person gerichteten Wahl zurückgescheucht, schien ihm machtlos geworden zu sein, da er nun das sechzigste Lebensjahr erreicht hatte, von welchem an, einer alten Ueberlieferung zufolge, Leine plötzliche vorausbestimmte Hinraffung als Strafe der Gottheit mehr erfolgt, und in diesem Glauben machte er 467) Josef b. Chijja wird im Talmud schlechthin Josef genannt, wie aus Chullin 18 6 zu ersehen» Es haben sich schon in der talmudischen Zeit gewisse Regeln ausgebitdet, um die einfachen (ONO) ohne nähere Bezeichnung hingestellten Namen leicht zu erkennen. So z. B. ist Raba schlechthin immer Naba b. Josef b. Chama zu Machusa ('Erubin 54 a; Sukka 34 a; Chullin 43b) , Rabba schlechthin imm>er Rabba b. Nachmani, Jehuda schlechthin immer Jehuda b.Iecheskel u. s. w., wie man aus den methodologischen Werken ersehen kann. — 468) Berachot 64 a; Horajot 14 a; Scherira 1. e. 3<6. auch bei seinem Antritte des Rektorats der Jugendschaar der Hochschule ein großes Fest.^o dem Rektorate übernahm er, wie seine Vorgänger, die Kasse der Hochschule^ und die Leitung der Studien der um ihn versammelten vier Hundert Studiosen (Rabbanan), und obgleich diese Schülerzahl gewiß noch nicht unbedeutend war, nannte er sich dennoch wie fein Hingeschiedener Freund Rabba, der eine gleiche Zuhörerzahl hatte, in Bezug auf die frühern Lehrer ein verwaistes Schuthaupt. ‘lu Josef war zu Schi Li in der Nähe Pum-Badita's um c. 259 n. Chr. geboren, wo er auch gewöhnlich sein Domicil aufgeschlagen;472 er bildete sich frühzeitig unter Jehuda b.Jecheskel aus, von dem er als einer der besten Schüler genau und gewissenhaft die Angaben der Traditions-Autoritäten gelernt, selbst die ungewissen nicht ausgenommen, und die meisten traditionellen Lehren von Rab und Samuel, dir so bedeutsam in der Traditionsentwickelung geworden, Hatte er nur diesem Lehrer oder der Vermittlung von Hüna zu verdanken^" Durch diesen großen Lehrer, dessen er sich schon in früher Jugend zu erfreuen hatte, kam er in den Besitz des lautern Quells der Ueberlieferung, und da der Lehrer selbst 469) Mo'ed Katan 28 n. Wenn Josef bei diesem Antritte 60 Jahre alt war, so konnte er hei der ersten Wahl nur 33 Jahre alt gewesen sein, was für dieses Amt ein eher zu frühes Alter war. Er wäre demnach 259 geboren, was von der Wahrheit nicht sehr abweichen mag, da er Rab und Samuel, die bis 250 verstorben waren, nicht gekannt (Chullin 18 b Tos.). - 470) Scherira 1. c. Gittin 60b. - - 471) Ketubot 106 a. — 472) Baba Mezka 60 b Rasch»; s. obm Kap. 9. Z. 4. Anm. 357. -- ' 473) Chullin 18 b; Bechorot 36b;/Erub»n 10 a; ib. 41a; ib. 66a; ib. 73a; ib. 89b; Nidda 39a; ib. 63b; Makkot 4a; Sukka 11 a. — 29

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