Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 30 (23.7.1847)
- Date
- 1847-07-23
- Page
- Spalte 475-476 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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47k 475 Kritiken. Kurze Mzekgen. Ztuerbach und Jost. Lettens. angewiesen wurde, wo sie unter vielen Monumenten aus alten Lagen die ältesten sind. Es sind deren drei, von denen der älteste Grabstein einem gewissen Abraham gestellt wurde, der im Zahre 1262 gestorben ist. Der zweite bezeichnete die Ruhestätte eines Gelehrten, der im Jahre 1279 gestorben, und von dem es heißt, daß bei seinem Tode „die Säulen des Himmels gezittert, und die Stützen der Welt gewankt batten." Der Dritte endlich war dem Andenken eines Mannes gesetzt, der im Jahre 1313 erschlagen wurde. Noch steht zu erwarten, daß der Leichenverein einen vierten Stein an sich bringen wird, der im k. k. Akademiegarten sich befindet, und der besagt, daß er einer Frau gesetzt wurde, die im Wochenbette _vor Schrecken gestorben, als sie hörte, daß eben.eine Judenverfolgung im,Anzuge sei. ' S. Deutsch. II. Verbesserung von M. Zipfer. Nr. 39 dieses Blattes vor. I. S. 611 heißt es in einer biographischen Skizze des R. Meir Katzenellnbogen von Rabb. Dr. Frankel, daß benannter N. M. Maimuni's Jao ha-Chasaka in Gemeinschaft mit einem christlichen Buchdrucker nDfeyv (Jsserls Gutachten 9; soll heißen lO'taJjr) herausgegeben. Herr Frankel scheint das Wort ukttty' für den eigenen Namen des Buchdruckers zu nehmen, worin er ^-aber in Jrrthum ist. Schon die Worte des auch von ihm daselbst citirten Gutachtens Nr. 51 Dfert&y HtD hj&inJl D’fU £ iTHCy nn.V, ferner myn TIN N1H1 hätten ihn leicht darauf führen müssen, daß dies kein eigener Name sein kann. Es ist aber nichts anders als das italienische xernilunmo „Edelmann". Warum es aber bald mit v bald mit V#jj bezeichnet wird, darüber wird jeder Kundige der italienischen Sprache Auskunft geben. Bekanntlich hat das italienische g den gequetschten, beiden benannten Tönen sich nähernden Laut. Das am Ende angcfügte wenn es kein Druckfehler ist, soll wahrscheinlich die deutsche Endsylbe der Mehrzahl (Bild—er) bezeichnen. Im Italienischen heißt es in der Mehrzahl uamiui. schichte der Juden in Wien. Diese nett ausgestattete, zwei Wogen starke Broschüre gibt nach einer allgemeinen Einleitung über die Juden in Oesterreich die Geschichte des Freithofes, auf dem sich 701 Grabsteine befinden, die Schilderung der Todtengebräuche der Juden, und die Uebersetzung von fünjzehn der interessantesten Grabschriften, die unter andern einem Samuel Lammet, Samuel Oppenheim, Samson Wertheim, Abraham de Pareira, Aron Isaak Arnstein, Leopold Eskeles, Juda Königswart, Emanuel Mazzerato, Isaak Halsen, einer Sara de Pareira, Lea Frankl u. s. w. geschrieben worden sind." *) Wir bitten die Verlagshandlung um Zusendung dieser Broschüre zum Zwecke einer Anzeige. Red. Kurze Anzeigen. 15) Sammlung von Gebeten und Psalmen sür Israeliten. Zum Gebrauche bei öffentlichen und häuslichen Andachtsübungen. (Von Dr^ Jak. Auerbach und Dr. I. M. Jost). Ff. a. M. 1647, 8. Diese vorliegende Sammlung beschränkt sich vorläufig nur auf solche für die öffentliche Andacht und dabei sind auch viele altere liturgische Stücke in freier Nachbildung gegeben. Die Gesänge sind aus einer als Manuskript gedruckten Berliner Sammlung nach einigen Aenderungen entnommen. Die Bestimmung der ganzen Sammlung war, wie die Herausgeber sagen, „die wesentlichen Momente der Religionslehre, so wie auch manche geschichtliche Anklänge ins Bewußtsein zu rufen und die höhere Bedeutung des Gottesdienstes darzustellen"; aber diese Bestimmung hatten alle Sammlungen von Gebeten und'Gesängen, die zum Gebrauche für öffentliche oder Häusliche Andacht unternommen worden sind; alle erstrebten eine seichte Sentimentalität zu vermeiden und einen kernhaften, historisch begründeten, durch Erkenntnis und Forschung geläuterten Glauben und eine in solchem Glauben wurzelnde tatkräftige Gesinnung zu vertreten, so daß das esgentlich Unterscheidende nur in der geschickteren Erreichung des Zieles liegen kann. Daß die Herausgeber Takt und Gewandtheit genug haben, um ein solches Buch sowohl formell als inhaltlich gut einzurichtcn, wird wohl jeder glauben und es bedarf wohl kaum unsere Empfehlung dazu. Die Ausstattung ist sehr schön. — 16) Sagen aus dem Orient. Nach den Quellen bearbeitet von Dr. M. Letteris, (der königl. asiat. Gesellschaft in Paris und der deutschen morgenländjschen zu Halle und Leipzig Mitglieds. Karlsruhe, 1847,8. C. Macklot. Unter den poetischen Bearbeitungen der jüdischen Sage, zu welchen die Agada des Talmuds und die Fülle der Midraschim in der neuesten Zeit den Stoff gegeben,* nimmt vorliegende Bearbeitung des Dr. Letteris einen der schönsten Ehrenplätze ein. Der Bearbeiter hat es ausgezeichnet verstanden, die epigrammatische Kürze, die Formlosigkeit und Fremdartigkeit des Stoffes mit Zauberworten der Poesie zu entfalten, zu gestalten und unseren Blicken näher zu brin- ") Abr. Tend (au, das Buch der Sagen und Legenden jüdischer Vorzeit: Stuttgart, 1842, 8. Zweite vermehrte Ausgabe: Stuttg. 1845, 8. Eine gründliche Recension darüber s.LB.d. Or. 1843, e. 657 ff. von R. Kirchheim. — Carl Kraffr, jüdische Sagen und Dichtungen. Auch u. d. T. Proben neuhebr. Poesie in deutschen Nachbildungen nach den Talmuden und Midraschim, nebst einigen Makamen aus dem Diwan des Alchacisi: Ansbach, 1831, 8. — C. S. Gü n sbürg, Geist des Orients: Breslau, 1838 , 8. — Herm. Schiff, Hundert und ein Sabbat, oder Geschichten und Sagen des isr. Volkes. Erstes Bändchen r Leipzig, 1842, 8. —■ In einer hebräischen Bearbeitung ist erschienen: Baruch Schönfeld, nDN Sagen-Dichtungen aus der Midrasch-Literatur entnommen: Ofen, 1811. 8. —