Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 30 (23.7.1847)
- Date
- 1847-07-23
- Page
- Spalte 467-468 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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457 Literaturbenchtl rael von der Zerstörung des ersten Tempels bis zur Einsetzung des Makkabäers Schim'on zum hohen Priester und Fürsten" (Braunschweig, 1847, 8.). Diese Geschichte behandelt die Entwickelung des jüdischen Volkes in staatlicher, kultur- und literaturgeschichtlicher Beziehung, und obgleich die protestantische Theologie Außerordentliches zur Aufhellung dieser Periode gethan, so ist es doch, erfreulich, daß jüdischer Seits und zwar von jüdischem Standpunkte aus dieses Thema nochmals durchgemustert wurde. Ware diese Geschichte bloß populär, d. h. eine Sucht zum Stehlen fremder Arbeiten, die man fast wörtlich abschreibt, so würde ich die Leser und daö jüdische Publikum lieber davor gewarnt und ihnen zugerusen haben, das Geld lieber auf bessere Erscheinungen zu sparen; allein trotz der Vorrede des Verf.'s ist das Buch wissenschaftlich geworden und ein wissenschaftlicher Instinkt hat den Verfasser sogar veranlaßt, die Hälfte seines Buches mit Exkursen und Noten zu füllen. Auch hat der Verfasser keine Stahlstiche beigegeben, wie jetzt der Ex-Demosthencs der Reformgenoffen zu einer liberalen israelitischen Geschichte angekündigt. Etwas weiter hinab über die geschichtliche Entwickelung Israels unter makkabäischcn'Fürsten hat bis jetzt noch kein israelitischer Gelehrter speciell gearbeitet und wir sind auf die beiläufigen Arbeiten von Jost und Zunz in ihren Werken angewiesen; es fehlt aber keineswegs an Stoff zu einer umfassenden Darstellung dieses geschichtlichen Abschnittes. Eine specielle Seite des altern jüdischen Hellenismus, insofern er sich in der Septuaginta und in deren Vorarbeit, in dem Buche der Weisheit u. s. w. sich kundgiebt, hat Or. Z. Frankel in einem schönen Werke * und Dr. Jul. Fürst in einzelnen Abhandlungen zu beleuchten gesucht; jedoch über den spätern jüdischen Hellenismus, über Philon und Josef, über die Bedeutung des Griechenthums in Palästina, wie überhaupt für eine umfassende Darstellung des gestimmten Hellemsmus sind nur geringe Beiträge gegeben worden. 4 Ein ausgezeichnetes Werk aber haben wir aufzuweisen über „die Geschichte der römischen Herrschaft in Judäa und der Zerstörung Jerusalems" 2) „Historisch-kritische Studien zu der Septuaginta. Nebst Beitragen zu den Targumim. Auch u. d. L. Bor- Studien zu der Septuaginta". Leipzig, 184!, 8. 3) „Zur Kenntniß des jüdischen Hellenismus. I. Das Geschichts-Kompendium und das Religionsduch (in griechischer Sprache) c. 300 v. Ehr." LB.d. Or.. 1844.'Nr. 40. „Preis der Weisheit, ein in griechischer Sprache abgesaßtes Lehrgedicht aus den Jahren 145—117 v. Chr." LB. d. Or. 1844. Nr. 46. „Literarische Analekten. Ueber das Wort Chamafch". LB. d. Or. ^844 Nr. 31. „Anzahl der hebr. heiligen Schriften". Das. Nr. 35. 4) Dr. Ludw. Philippson gab heraus: „Ezechiel, des jüdischen Trauerspieldichters Auszug aus Egypten und Philo des Aefteren Jerusalem. Nach-ihren Fragmenten herausgegeben, übersetzt und kommentirt". Berlin, 1830, 8. Dr. Großmann's Abhandlung über die Reihenfolge und die chronologische Ordnung der Schriften des Juden Philo. Aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt von Dr. I. Fürst. LB. d. Or. 184l.Nr» 51 flg. Leipzig. 468 von dem berühmten I. Salvador in Paris und das bereits 1846 in zwei Bänden dort erschienen ist.* Der Wendepunkt in der Geschichte des jüdischen Volkes, der mit dem ersten Erscheinen der Römer in Judäa beginnt, die Politik, die Kultur und das wissenschaftliche Leben, die Aufstände nach der Zerstörung u. s. die Genesis des Christenthums und das Verhältnis; des Judenthums zu demselben, alles das wird hier mit ausgezeichnetem Urtheil und glänzender Belesenheit behandelt und es nimmt mit Recht für diese eine Epoche der jüd. Geschichte den schönsten Ehrenplatz ein. Was der Verfasser früher über die mosaische Gesetzgebung geschrieben^, gehört mehr der biblisck-en Alterthumskunde an, und was er überdas Ehristenthum vom jüdischen Standpunke aus dargestellt,^ erscheint hier viel, geläuterter. Ueber das nationale und getrübte Kulturelemcnt in Palästina unter den Römern, über die Entwickelung der Ansichten und der religiösen Parteien, über die Epoche der Tannaiten und Amoraim in Palästina so wie über die Literatur der Juden daselbst vermissen wir wieder eine ordentliche abgeschlossene historische Arbeit, ober wir haben dafür einzelne treffliche Arbeiten, die über gewisse Punkte Licht verbreiten. Ueber die kulturgeschichtliche Scheidung zwischen Iudäer und Galiläer, mit Hinblick auf das Urchristcnthum haben wir eine schöne Abhandlung von I. E. Epstein,° über das Verhältniß des Gnosticiä'mus zum Judenthume besitzen wir eine besondere Monographie von Dr. H. Grütze das Leben des Redakteurs der Mischna haben Mos. Könitz,^ S. L. Napaport" und Dr. I. M. 5) „Histoire de la domination romaine en Judee et de la ruine de Jerusalem". 2 Vols. Paris, 1846, 8. 6) „Loi de Moise ou Systeme relig. et polit. des Hebreux“. Paris', 1822, 8. „Histoire des Institutions de Mo'ise et du peuple liebreu“. 3 Vols. Paris, 1828. 8. Das letztere in deutscher Uebersetzung u. d. T.: Geschichte der mosaischen Institutionen und des jüdischen Volkes von I. Salvador. Nach der 2. Ausgabe aus dem Französischen übersetzt für Gelehrte und, Gebildete aller Stände' von Dr. E s se n a (Dr. N a t h a n in Hamburg), bevorwortet von Dr. Gabr. Riesser. 3 Bde. Hamburg, 1836, 8. 7) „Jesus-Christ et sa doctrine etc." 2 Vols* Paris, 1840, 8. In deutscherUebersetzurg ist es erschienen u, d. T.: Das Leben Jesu und seine Lehre, die Geschichte der Entstehung der christlichen Kirche^ ihrer Organisation und Fortschritte währenddes ersten Jahrhunderts. Von I. Salvador. Aus dem Französischen von H. Jacobson. Dresden, 1842, 8.2 Bde. 8) Diese Abhandlung steht LB. d. Or. 1843 Nr. 43 flg. unter dem sonderbaren Titel: „Mssionswesen und Anwesen. Einblick in das Urchristentum." Sie ist voll der trefflichsten Bücke. 9) „Gnosticismus und Judenthum" (Inhalt: Einleitung. Gnostische Elemente im Talmud. Die jüdischen Gnostiker und Antignostiker. Achar. Ben Asai. Ben Soma. R. Akiba. Das Buch Jezira). Krotoschin, 1845, 8. Dahin gehört auch: Jul. Fürst, „die Spitze des Antianosticismus bei den Tannaiten". LB. d. Or. 1846. S. 90. 10) In seinem , oder ein biographisch - dramatisches Gedicht über Jehuda Ha-Nasi. Mit einer vorausgeschickten ausführlichen Biographie.Wieri, 180ö, 8