Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1847)
- Date
- 1847-07-23
- Page
- Seite 239 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— als Prenß eu — mitbctheiligt, oder — als Juden — ausschließlich betheiligt waren! — Sie werden sich daher nicht wundern, mein gcehrtester Herr Redakteur, wenn Sie von mir erfahren, daß seit dem Schluffe des VL. (so viel mir zu Ohren gekommen) aus 9 verschiedenen Gemeinden unserer Provinz an verschiedene Abgeordnete Dankadressen abgeschickt worden sind. Aus dem Schooße der hiesigen Gemeinde, als der 'größten im Großherzogthttme, sind bereits drei solcher Adressen hervorgegangen, welche alle (ich weiß nicht wozu) durch die hiesige Zeitung veröffentlicht worden sind. Vorgestern lasen wir in derselben eine Adresse unseres OR/s an den Abg. Hrn. Oberbürgerm. Geh. Reg.-Rath Naumann gerichtet,, und die gestrige Nummer brachte zwei „Adressen der hiesigen jüd. Korporation", deren eine an den genannten Hrn. N. und die andere au deir. Abg. Schumann^ abgesendet worden sein soll. Unter fcctt drei Adressen verdient die letzte ihrem Gehalte nach den Vorzug , und weil dieselbe (wenn ich mich so ansdrücken darf), eine etwas politische Färbung hat, so kann ich mich nicht enthalten , sie Ihnen hier, wörtlich mitzutheilen, und Sie um deren Albdruck ergebenst zu bitten.* Schließlich etwas Nagelneues! So eben geht uns ans authentischer Quelle die Nachricht zu, daß' aus einer jnd. Gemeinde im Netz-Departement eine mit,. ISO Unterschriften bedeckte Dankadresse an Se. Heiligkeit dem Papst Pius IX. nach Nom abgesendet worden. Weshalb — weiß ich nicht anzugebeu.3 W. Königsberg, im Juli. In Nr. 153 d. Ztg. ist dem Inhalte nach, ein von Hm. Dr. G ol d scheid er (Nr. 143 d. Voss. Ztg.) erlassener ,/Aufruf andieJu- -- den dcö preuß. Staates" rnitgetheilt, den auf dem hohen Landtage von einer Seite geäußerten Ansichten gegenüber, sich insgesammt dahin zu erklären, daß ihr religiöser und namentlich messianischer Glaube mit ihrer: vaterländischen Pflichten in feine Art von Kollision trete. C's bleibt natürlich einem Jeden anheimgestellt, jenem Aufrufe Folge zu leisten. Doch möchten wir glauben, daß es, wo die That spricht, keiner Erklärungen und Worte bedürfe. Wir wurzeln in diesem Lande, irr diesem Volke. Wir wüuschew ja eben volle Thcilnahnre an allen seiner: ( Lebensrnoun'nter:, an 'feinen Arbeiter: und Pflichten, und haben uns stets bereit gezeigt, die Ehrenämter, die man ur:s auvertrauete, gewissenhaft zu verwalten. Wiele vor: uns bienen unter Preußens Fahnen und haben nütgekärnpst in seinen Schlachten, begeistert und tedesmuthig folgend dem Rufe seines ■— unseres Königes. Wir i) Obgleich ihnen der Schahminister das Preuß enthum streitig machen will. Das Edikt von 1812 hat die Juden in .' Preußen als „Preußische Unterthanen" anerkannt und wenn t ^on früher, so haben sie sich seit damals gewiß und in jeglicher Beziehung als echte Preußen bewahrt. { i) 2) Rittergutsbesitzer bei Wongrowitz, bekannt als Petent V. um E. d. I. > -) Ist geschehen. Red» 3) Nächstens mehr aus jener Gegend» — Die Adresse ist A bereits witg'etheilt worden. Red. weihen unsere Kinder Berufs arten, welche sie diesem Lande allein, nicht etwa für Palästina brauchbar machen feilen* Auch die strengste Kontrolle kann uns nirgend ein Zurückbleiben in der Vaterlandsliebe Nachweisen, dessen wir uns in unserer innersten Seele schämen würden. Die d o g m a t i sch -m e fft a n i sch e n Verhcißungei: des 'Judenthums-, in Betreff einer idealen Zukunft — wann vielleicht die Civilisativn auf ihrem langsamen Umzuge von Osten nach Westen, sich zugleich gen Norder: und Süden ausbreitend, wieder zu den blühenden Ländergc bieten Asiens gekommen sein wird, von welchen sie vor Jahrtausenden ausgegangen -— da vor Allem die Hunderte von Heidenvölkern gesittigt und ,,vott sein -werder: die Lande der Erkenntmß des Ewigen, wie Wasser das Meer erfüllen", da „alle Völker zum Berge Gottes hir:ströu:en", „ihre Schwerdter in Pftugschaareu verwar:deln und nicht n:ehr den Krieg lernen werden", da die gar:ze Erde ein Bund der Liebe sein, „der Wolf bei dem Lamme weilen, der Säugling an der Höhle der Natter spicler: wird", Jes. 2, 2 ff., 11, 6 ff. vergl. Rom, II, 13 ff. Diese Verheißungen sind (was der hochgestellte Mann der in: Eingänge 'erwähnten Ansichten gewiß nur mit wohlwollender Befriedigung vernehmen würde) wesentlich keine andern und, haben keine andere Quelle, als die, an diesem Theile noch unerfüllt geblieben er: m c s f ian: s ch e n V e r h e i ß u n gen des Ehr istenthu ins. Die letzten: haben fast noch eine politischere Färbung, wenn die W i c d e r k c h r Christi zur Gründung eines t a u f endj li hrig c n (w e ltli ch e n) Reiches verkündigt wird. Offenb. Joh. 20, 4. vgl. 5, 9. 10. Matth. 19, 27. 28, 16, 27. 28, 26, 27 —29, 24, 29 ff. Ist es wohl nöthig zu erklären, daß kein verrrürrftiger Christ oder Jude .sich durch eine nahe Erwartung jener wunderbaren und räthselhaften Erscheinnrigen, die ans den fetzigen und natürlichen Völkeruud Lebensverhältnifsen gänzlich Heraustretm, in den Pflichten und Wünschen der Gegenwart wird irre machen lassen? Dr. Saalschutz, Pred. a. d. isr. Gemeinde. (K. P. S. K. F. Z.) Frankreich. (0or8 uire-v 1 ub 1 e und ein Weimarisch e r L a n d t a g s - D e p u t i r t e r.) Bei der jüngsten Kammer-Verhandlung über die Emancipation der Juden in: Großherzogthun: Sachsen-Weimar hat ein Abgeordneter fdne jüdischen Landsleute der vollen Bürgerrechte unter Anderem auch darum für unfähig erklärt, weil ihre Ahnen vor drei- bis viertausend Jahren von dm Egyptern Gold und Silber geliehen und cs nicht zurückgegeben hätten, wie deutlich aus dem zweiten Buche Most's zu ersehen. Gegen diese, schon in Weimar mit ironischen Bemerkungen aufgenommenen Worte ' erhebt, sich mui ein elsasstr Bürger jüdischen Glaubens, indem er in: dovsaire-I)juble einer: scherzhaften Brief an jenen Abgeordneter: veröffentlicht, der: wir in abgekürzter Gestalt hier mittheiler: wollen: „Mein Herr t Von der Höhe der Pyramiden, die meine Vorfahrer: für die Pharaonen so solid und kunstvoll erbauter:, schäum 40 Jahrhunderte aus Ihre thü-