Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1847)
- Date
- 1847-07-23
- Page
- Seite 234 (sequence 3)
- Language
- German
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— 234 - kennt die Inden so wenig, wie die Ständeversammlüng. Der Wahlspruch der Jur.cn: Iran jnrusv ]nnN bewährt sich auch hier, zuletzt denkt er an das Lieblingsvolk! ^— In Breslau macht die neue Ausgabe von Anderseits Roman: „Nur ein Geiger" sehr viel von sich reden. Main ist über den Werth desselben getheiltcr Meinung, da überhaupt die Meinungen dort getheilt sind, daher denselben die Ganzheit und Entschiedenheit fehlt. —- Die Juliwrge trauern über das Dahinscheiden der 3iN. Man. glaubt, die 8t.-V. und die Th.-V. hätten sich am Ende v er ,e inig t — und ko m in en n tch t zusa m m en. Zn meilcem Nächsten — das Ihre Leser wie sich selbst lieber müssen — mehr über die unterbliebenen Versammlungen. Der ,,Israelit" behauptet, Jercmia hätte die Versammlungen bereits vor mehren Jahrtausenden m den Werten: prophezeit. Eine kühne E.regose. — Bei uns ist jetzt der ,,Geist des mosaischen Gesetzes" für 5 Sgr. zir haben. Das ist das Loos des Schonen auf Erden! * Posen, 1.'Juli. Man spricht in unserer Gegend vor: einem Blatte, einem Anti-8t e for m -B latt e^ welches vom nächsten ab im Norden unserer Provinz erscheinen soll. Es soll schnurstracks gegen dic Berliner Genossenschaft und deren Organ gerichtet sein, und Cato's berühmtes Wort „Caeterum censeo: Cartliaginem esse delenclam“! zrun Motto bekonnnen. Auf diesen glücklichen Einfall soll ein w.estp r e u ß i sch er Jü ng lin g (psend. „Asariah") gekommen sein, der, Lehmannts ,,Magazin für die Literatur des Auslandes" lesend, neulich gefunden, daß manche Historiker sich darin gefallen, das ehemalige Carthago nicht anders, als die ,,ungerath ene To cht er P hon izien s" zu nennen. Und was ist einem scharfen Combinationsgeisie nicht AtloS möglich? Unser Jüngling reihete nun folgende Begriffe aneinander: PHön izien, Dido, Karthago E r sie R a b b. -V e rf., D r. , V e rl. 8t e f. - G enossen schaft — versank daraus in ein tiefes Nachdenken, und das Resultat desselben war: die glückliche Idee zur Entstehung des gedachten Blattes und die noch glücklichere Wahl des angeführten lateinischen Satzes zum Motto.. —- Wenn erwähnte Idee zur Ausführung kommt, so mag die Berl. 8t.-G. sich zu einem dritten Pu Nischen Kriege rüsten.L — Was uns wundert, ist, daß Ihr Berliner ^Korrespondent von diesem Allem noch Nichts weiß. Derselbe pflegt ja sonst dergleichen Neuigkeit.cn immer zuerst zu erfahren. — Haben wir einmal des Berl. *Korr. Erwähnung gethan,, so können wir nicht umhin, Ihnen eine Geschichte zu erzählen, die denselben sehr nahe angcht. Neulich wurde in^ einer Gesellschaft eine alte Nummer 1) Zwei hat sie schon bestanden. Dev eine ist bekanntlich von Magdeburg, der andere von Hamburg ausgegangen. des Orients gelesen, in welcher u. A. ein Art. von genannten! Korrespondenten vorkam, der nicht weniger als el f Mai die Abbreviatur Z.-W. enthielt. Vergebens zerbrach man sich dm Kopf, was wohl dieses Hieroglyphe np a ar zu bedeuten hätte. Miau rieth zuerst auf Zahn-Weh. Doch das gefiel nicht» ' Denn es ist in jenem Art.. ZW. mit „Abonnenten" in Verbindung gebracht — und wer wird wohl so unsinnig sein, auf Zahnweh zu abonniren. Da möchte ich doch schon lieber auf den „Israelit des 19. Jahrhunderts" als cmf Zahnweh abonniren. — „Vielleicht Zucker-Werk?" — schrie ein munteres Kind von 7 Jahren — Gefiel auch nicht. Denn es ist in jenem Art. ZW. mit „Schwefeläther" in zu nahe Berührung gebracht, und wer wird wohl so dumm sein, vor dem Genüsse von Zuck'erwerk von Jakson's Erfindung Gebrauch zu machen? Schwefeln th erdunstberauscht möchte ich mir jede Mittwoch das von Dr.E, in A. redigirte Blatt vorlesen lassen; doch nie in diesem Zustande Zuckerwerk zu mir "nehmen.— Eine in Okens Naturgeschichte wohlbewanderte Dame rieth ans Zitter- Wels. Aber cruch das wollte nicht recht passen. Denn es heißt in jenem Art. „Der ZW. schlägt den Traktat Peßachim nach", und wenn der Zittcrwels auch mit seinem Schwänze elektrische Schläge zu versetzen vermag, so kann er.darum doch noch nicht einen Traktat des Tallnuds nachschlagen; das kann höchstens ein neu er 8t a bb iner. — Ein alter Kaufmann deutete Znhlen-Wcrth. Der wurde verlacht und seine Ansicht nicht einmal einer nähern Prüfung gewürdigt. Ebenso ging es einem Bonvivant, der „Zypere-Wein" und noch schlimmer einer Matrone, die „Zither- Weib" gerathen hatte. Endlich kam nu nngar. Jüngling, der. sich iu einer deutschen Universitätsstadt ausgcbildet. Diesem gab man ans, die mehrerwähnten Hieroglyphen zu deuten. Und ohne sich cumi Augenblick zu besinnen, rief er (und zwar so laut, daß man's auch in Altona muß gehört haben) „ZW., heißt Zions-Wachfct". -■*- Der hatte den Stein der Weisen gesunden. Das Räthsel war gelost, der Berl. Art. verständlich und die Gesellschaft zufrieden. —• Es ist rins aber nicht möglich, von dem lieben „Wächter" zu scheiden, ohne über denselben dem Publikum noch Folgendes mitzutheilen. — Es soll die Einrichtung getroffen werden, daß der „Wächter" vom nächsten Quartal ab. immer n)üD^.T p niw my { yc Hände der Abonnenten gelange, und feien diese auch 1 noch so mit vvn wollte sagen Altona, entfernt, j so sollen sie doch jede Woche ihre Nummer mit der j ryvn* NOM zugleich erhalten. — Eine schöne Einrichtttug. : -— Ferner: der „Wächter" soll beschlossen haben, seine; intimsten Freunde (in Mähren und Ungarn) aufznfordcrn, 2) Datirt: Berlin,' 31. März.