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Der Orient · 1847-07-09 · Heft 28 (9.7.1847) · p. Seite 222

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 28 (9.7.1847)
Date
1847-07-09
Page
Seite 222 (sequence 11)
Language
German
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222 Ehegatten) feine Kinder hätten nnd/auch schon alt wären, so sei er, da er ein sehr heiliger Maim, dev Gefährte des Propheten/ Elias, ein Kabbalist sei und durch verborgene Künste Vieles wirken könne, vom Himmel gesandt, ihnen zu helfen, zuKindern'zu kommen. Dann verlangte er 3 fl. CM. als Lösegeld Y]ns>) und schrieb viele Amulett (rivvp), ließ die -Frau einige thörichtc Dinge verrichten, machte Bewegungen, murmelte Gebete, that übertriebene Albernheiten, um sich ihnen als wirklichen Kabbalisten zu zeigen. Er blieb bis zmn Sabbat 4. Januar 1845 und die Frau bewirtheteihn sehr gut, weil sie ihn für einen heiliger: Mann hielt.' Am Abend des benannten Sabbats sagte er, er sei des Elias Abgesandter und daß die Frau nach s i c b c n Bi ouaten einen Sohn gebären würde, der hierin dem Moses ähnlich sein lvird; und nach drei Jahren von der Geburt wird er, Elias und der Messias kommen. Auch habe er ungefähr 300 fl. CM., die er ihnen auf 6 Jahre ohne alle Prozente geben wolle, nur wenn er zu ihnen käme, mochten sie ihn bei sich wohnen lassen; sollte er aber wahrend der 6 Zahre sterben, so bliebedas Geld bei ihnen, nur für eine kleine Summe-möchten-, sie Bücher' (O'iOv) kaufen und etwas Almosen geben für sein Seelenheil; sollte er aber leben bleiben, so stehe es ihm frei, das Geld zurückzunehmen. Hierüber wolle er sich aber schriftlich versichern. Er befahl daher^ eine große Mahlzeit, zu machen und einen angesehenen Mann einznladen, in dessen Gegenwart er die Schrift ausfertigen wolle. Man machte wirklich eine Gasterei und lud dazu einen gewissen E......ch, einen Lehrer, und dieser verfertigte, nachdem man gespeist, die Schrift. Der Kabbalist verlangte der 83, Z. solle sie unterfertigen, allein er weigerte sich dessen, bevor er das Geld hatte. Darauf befahl der Kabbalist dem B. Z., er solle dem E. für seine Blühe fünf Zwanziger in Silber geben, und Abends würde er ihnen das Geld, die 300 fl. CM. einhändigen. Als man es aber Abends forderte, verwies er auf den andern Morgen, wo er in Gegenwart des E. dasselbe geben wolle. Als aber des Morgens der B. Z. in die Synagoge ging und der Gast mit der ,Hausfrau allein zurückgeblieben, verlangte crsterer einen Topf und beschwur die Frau mit schweren Vereidigungen und Exkommunikationen, daß sie vonAtlem, was er thun werde, dem Manne kein Wort sagen solle, weil sie im Uebertretnngsfalle augenblicklich sterben müsse, da er mit den heiligen Namen der Enget und dergleichen beschäftigt sei. Jetzt füllte er den Topf mit -Staub und Sand, die er in der Stille bringen ließ, und stellte denselben in die'Ofenröhre. Wie mm der B. nach Hause kam und mm nach dem E. schicken wollte, damit er in/dessen Gegenwart das Geld empfange, so wehrte es der Gast, weil es nunmehr nicht nöthig sei, und nahm den Topf aus der Röhre, der voll, schwer und in ein weißes Tuch eingebunden war. Er ließ den B. von obenauf den Topf befühlen, um ihn glauben zu machen, er wäre voll Geld, nur von obenauf wären blos Zwanziger, weiter unten aber sei der Topf voll mit Geld, Dukaten und Edelsteinen, jedoch tmvften sie denselben nicht öffnen, bis er cs ihnen erlauben würde, weil sie sonst in Lebensgefahr kämen. Dann schloß er ihn in den Kommodenkasten" ein, gab den Schlüssel der, Frau, beschwur sie mit C'idschwüren, Flüchen und Exkommunikationen, unter keiner Bedingung ja weder den Topf, Schlüssel, noch Kasten änznrühren, weil sie sonst sammtAllem was sie.habe, zu Gründe gehen müßte. Tags darauf am Dienstag befahl er, daß sie mtr ungespart gut essen und trinken sollten, weil sie sehr reich seien, alle Engel und Elias seien bei ihnen; und verlangte von dem B., er'solle ihm 2 Fünfer Banknoten geben, um selbe auch in den Tops zu legen, damit der Segen des Elias nicht nur an Silber und Gold, sondern auch an Noten ihnen werde. Der B. gab ihm auch zwei Banknoten. Am folgenden Donnerstag rtef der Gast die Frau in ein Zimmer, um ihr das Geld zu geben. Als sie mit ihm allein war, beschwur er sie, daß sie Niemanden etwas aussagen solle, wciiAllcs, was geschehen würde, nur ihrcntwegen sei, daher kein Mensch davon wissen dürfe. Sie solle bei ihm bleibendamit er ihr das Geld gebe. Er zeigte ihr auch einige Zwanziger aus dem Topft, nahm einen Teller, warf die Zwanziger hinein, damit der hinter der Thüre horchende Mann das Klingen des Geldes höre, und beschwur'die Frau, daß sie sogleich dem Manne sagen solle, sie habe den Topf und zwei Teller voll mit Geld und Dukaten gesehen; wenn sie es nicht sagen werde, so müsse sie sammt ihrem Manne augenblicklich sterben. Darauf verrichtete er viele Gebete mit der Frau, und dies Alles zur Ehre seines Gefährten, des Propheten Elias, befahl, ihr ein Papier zu bringen, um darauf ein sehr erhabenes Amulet zu schreiben, wodurch sie sogleich schwanger und nach 7 Monaterl gebären werde. Zugleich.versprach er ihr Abends das Geld zn geben, gab ihr den Schlüssel vom Kasten, sagte ihr aber, wenn man denselben verlangen sollte , st müsst sie sagen, er sei verloren gegangen, und beschwur sie darauf. Als aber der B. den Schlüssel wirklich verlangte, um das Geld sogleich heranszrmehmen, war er nicht zu finden; der Gast aber sagte: der Satan habe denselben in die Synagoge geworfen, allein des andern Morgens wolle er schon durch kabbalistische Künste es machen, daß die Engel den Schlüssel in die Hand der Frau zurückbringen würden und dann würde'er auch das Geld geben. Ueber alles dieses beschwor er aber die Frau, jagte ihr eine großeFurcht ein, indem er sie glauben machte, daß, wenn sie ein Wort aussagen werde, sie sogleich sterben müsse. Am folgenden Morgen, Freitags, befahl er dem Manne, er solle zehn kleineFischchen für theures Geld kaufen, weil er mit den Blasen derselben so was machen würde, daß aus ihnen Edelsteine werden sollen. Auch sagte die Frau dem Manne, daß die Engel den Schlüssel schon gebracht hätten; jedoch als man. den Kasten aufschließen wollte, wehrte es der Gast, weil es sehr gefährlich sei, sondern am Ausgange des Sabbats würde Elias kommen und ste werden zusammen den Kasten aufschließen. Hierauf befahl er zu kaufen 2 Teller, Gläser, Messer, alles ans einem jüd. Gewölbe und eine gute Taube und man solle

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