Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1847)
- Date
- 1847-07-09
- Page
- Seite 221 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 221 - aus umgebenden Bildern; Ergebung, Dernüth, Liebe, Vertrauen, Hoffnung, ihnen zu -- ater was sagt nicht , alles das ihränende Auge der Mutter, wie laut spricht nicht das in Wasser schwimmende Auge des Vaters! Jetzt gehen sie Hin, die Gewciheten, den Segen der Geliebten zu empfangen. — Diese schluchzt in den Armen der geliebten Mutter, jene drückt mit Inbrunst die Hand des theuren Vaters au ihren Mund, eine dritte vermißt die theure geliebte Mutter, die seit einigen Tagen im Grabe schtummcrd — nun schlägt Schwesteran SchwesterErust in. Thränm und Wehmuth aufgelöst. Wer da ungerührt bleibell konnte, wer da nicht mitfühlte — der ist wohl schon an jener Grenze, wo der Mensch aushört und die Verthierung beginnt. Aber Dank dem Himmel, es war kein gleichgiltiger Anwesender. Die Gesegneten kommen Zurück, sie legen in die Hand des Geistlichen ihr.Glaubensbekenntniß ab. Sie haben für das Leben einen Wahlspruch aus der heiligen Schuft gewählt> der von dem Priester mit den eindringlichsten Worten begleitet wird. Noch einmal tritt er hin und drückt mit des.Feuerwortes Kraft -das Siegel auf die vollendete Handlung^, beim Scheiden hinweisend auf die jenseitige Wiedervereinigung. Es wird von einem Chore ein Loblied angestimmt^), und die Feierlichkeit ist zu Ende. Eine Gemeinde, in deren Mitte ein solcher Gottesdienst abgehalten wird, und bei der er, wie im vorliegenden Falle, nicht spurlos vorüber ging^, bei der hat wohl das Religiöse Wurzel gefaßt, und jene Unordnung beim Gebete mag vielleicht nur eine alte Gewohnheit sein, bic. in der neuen Synagoge, die, wie es heißt, sogar mit einer Orgel gebaut werden soll, an der aber auch schon rüstig gearbeitet wird, von selbst schwinden muß. Die Gemeinde wird sich bestreben - jene Prognostiker zu verwahrheiien, die sie sich vor vier Jahren bei der Aufnahme des Predigers gestellt. M. Strauß, Lehrer. Aus Dberumguru, im Mai. So wie dem finstern Treiben deö Nr. 2 d. Bl. erwähnten Kunumer und Konsorten sich anschließend, so sich.hingegeu als Gegenstück dem edlen Streben der nach Bildung und Kultur ringenden slavischen Gemeinden im Gebiete der Waag herausstellend, ist folgendes Faktum, woraus zu ersehen, wie tief noch der mcn fc§ C{e Geist im Volke Gottes in einigen Gegenden des Theißgebietes unter der Verknechtung und Verschüttung' des dichtesten Aberglaubens begraben liegt; wie stark noch eine steinharte Verkrustung des Starrglanbens den Verstand mancher Söhne und Töchter des Atah-bechartanu-Volkes, von dem es heißt, ^V^TUn/W DDH Dy p"), gegen alle lichte Eittstrahlung von Außen umschlossen hält; wie lange es noch anstehen dürste, bis der Helle Geist des Tages das 2) Wie wir vernehmen, soll diese Predigt im Druck erscheinen. 3) Deutsch aus dem Hamburger Gesangbuch „Ruhig sein" rc. tief umnachtete Dunkel' des Wahnglaubcns erhellen und den.'im Rauschsch läse betrügerischer,■; zelo tisch er Anschauungsweisen sich eklig Geberdenden zur freien Versiandes- und Glaubensthätigkeit ernüchtern wird; wie weit endlich man in hiesiger Gegend großen Thcits sogar von dem Punkte noch entfernt sieht, wo einen wenigstens der deutsch-nordische ,,Zions-Wächter" haben muß l *) . Wir müssen aber vorbemcrken — was wir die Leser ja nicht zu übersehen bitten — daß dies eine Uebersetzung aus einem, sowohl der Form als dem -Inhalte nach grundschlechten hebräischen Zcugniß ist, wo nicht , nur die Dechiffrirung der Charaktere der polnisch-jüdischen Kursivschrift, sondern auch das Herausfinden deS Zusammenhanges im Inhalte der hebräisch -talmudischttl Mißgeburt uns tagelange Mühe kostete. Jnsonders, da es so viel wie möglich wortgetreu übertragen sein sollte. Vor zwei Jahren kam der im folgenden vorkommende Betrüger in ein Dorf, ging ins Wirthshans und schnitt sich in den Hals, wobei er jedoch vorsichtig weder rtfp noch DM berührte. Hierauf machte er einen plötzlichen Lärmen, die Wirthsteute wollen ihn umbringen, nachdemsie ihn seines Geldes beraubt., Beide Theile wurden in Haft genommen. Da . wendeten sich die Angeklagten an das Rabbinat zu Homenau und erhielten folgendes Schreiben, worauf sie entlassen wurden. ,,Auf Ansuchen des Ai. A....N aus Hanos-Folvä beriefm wir den B. Z...f, der vor uns folgende bei ihm geschehene Thatsachen aussagte. Am 26. Decbr. 1844^) kam zu ihm ein alter Nstann, blind auf einem'Auge in zersetzten, zerrissenen Kleidern und brachte einige kleine Fische und bat die Frau, ihm selbe zu sieden. Nach einer Weile sprach er, da er erfahren, daß fle (beide *) Wir können bei dieser Gelegenheit nicht umhin, aus den großen Unterschied, der zwischen der deutschen und der ungarischen Orthodoxie obwaltet, hinzudeuten. Im geraden Verhältnisse mit jener unterscheidenden Kluft der Nr. 47 d. Bl. v. I. skizzirten Neologie verhalt es sich auch mit der der Orthodoxie. Wenn wst im „Wächter" so viele, mitunter schöne Äussätze über Schule und Schulwesen, von Schulprüfungen ff. lesen, so gehört das, daß jenes Blatt bei der ungarischen Orthodoxie im Allgemeinen, bei der es heißt, in die Schule gehend „in der Schemad gehen", Eingang gefunden, zu strien Wundern des Lciges, wo so viele Extreme, einander begegnen! Wüßte vie ungcrr. Orthodoxie, daß es so schwer zu glauben, ein deutscher Gelehrter sollte das Sackruch um den Leib zu binden nicht vergessen, wenn er z. B. am Sabbat im Freien spaziren geht; daß .ein deutscher Gelehrter nicht vergessen kann, sich die Hände zu waschen, und.zwar, pro, und zu „Benschen", wenn er in einem Garten, in fonberg unter Christen, denen der deutsche Orth, so wenig ausweichet, als er sie mit „WU". bezeichnet, ein Butterbrot) genießt; . daß es ungemein schwer zr glauben, ein 'deutscher Gelehrter sollte das Bartabnehmen mit Schwefel-Arsenik für kein T\bl u. rinnen halten, sie würden wahrscheinlich ihre Liebe zu jenem Blatte ein klein Wellig mäßigen. H Es versteht sich, daß im Original die Data nach der jüdischen Zeitrechnung angegeben waren.