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Der Orient · 1847-07-02 · 27 (2.7.1847) · p. Spalte 419-420

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
27 (2.7.1847)
Date
1847-07-02
Page
Spalte 419-420 (sequence 2)
Language
German
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419 Studien. Biographische- Skizzen von Dr. Frankel heilige und fromme Gemeinde Virvüska, eine Gemeinde, von gelehrten und bedeutenden Männern, und ließen von 200 Familien^ die dort wohnhaft waren, nicht einen Einzigen beim Leben - ihre Leichname wurden zum Fräße den Vögeln des Himmels und dem Gewilde der Erde., Und als König Don H. bald, darauf nach Burgos zog, forderte er von der Gemeinde 50,000 Dublonen, wodurch dieselbe in die größte Poth geriet!). Um die Zahlung leisten zu können, verkaufte man alle silbernen Kronen und Zierrathen der Gesetzrollen, ausgenommen die Lade der Gesetzrolle des Esra, welche man nicht verkaufte; was aber 1.000 fl. werth war, gab man für 200 fl. aus Mangel an Käufern, und diejenigen, welche den ihnen aufgelegten Tribut nicht aufbringen konnten, bot man zu Sklaven aus, aber es gab keinen Käufer. Da gab der König Don Enrico einen Spruch, daß man den Juden keine Schulden zu bezahlen brauche. Alsbald erhüben sich die Städte Segovia, Sevilla und noch viele Plätze gegen die Juden , plünderten - dieselben, und nahmen ihnen alle Schuldscheine, Pfänder und sonstige schriftliche Forderungen weg. Don Enrico hatte bereits ein volles.Jahr regiert, da kam der König Don Pedro wieder nach Kastilien zurück, und mit ihm zog der berühmte Herrscher von Galicien, ein kluger und stärker Held, und der König von Neapel und andere große und berühmte Anführer, und sie erschlugen viele von Heinrich's Heere; viele aber entrannen und mehr als 7000 fanden im Flusse Nagra (Vadj chagra?) ihren Tod; Don Heinrich selbst einfloh nach Frankreich. Aber auch das Heer des Don Pedro tödtece viele heilige Gemeinden, so Vila und Diego, deren Einwohner gelehrte und freigebige Männer waren, die viele Schriftgelehrten unter sich unterstützten, und verpflegten; auch tödteten sie die Gemeinde Agilar und viele andere Gemeinden.- Leider traten damals wegen der schweren Drangsale viele Israeliten aus dem religiösen Verbandet, Ungefähr ein halbes Jahr nach der Ankunft des Don Pedro empörten sich gegen ihn die Einwohner Valladolid's, und Ließen Don Heinrich hochleben, dabei plünderten sie die unter ihnen wohnhaften Juden uud riffen deren Häuser nieder, so daß denselben nichts weiter übrig blieb, als ihr nackter Körper und ihr verödeter Grundboden. Sie zerstörten da 8 Synagogen unter dem Geschrei: wühlt auf, wühlt auf bis auf den Grund! Die silbernen Kronen und den Schmuck der Gesetzrollen raubten sie für sich, die Rotten selbst aber durchstachen sie und warfen sie hinaus auf die öffentlichen Str«ßen; wahrhaftig so schrecklich kann selbst die Zerstörung des Tempels nicht gewesen sein. Als dieses die Umgegend Valladolids vernahm, riefen sie: ha! unser Wunsch — das wollten wir setzen! und dem Beispiele V.'s folgte Pridis gegen die Juden, welche unter ihnen wohnten, und so verfuhren unzählige Orte mit denselben. Kurz es blieben wenige oder gar keine jüdischen Gemeinden übrig, die, nicht verheert wurden. Auch Jaen und seine ganze Umgegend erhob'sich gegen König Don Pedro, nachdem sie, vernommen, daß der Fürst von Galicien und alle die Großen, die mit ihm gekommen waren, wieder abgezogen 420 seien nach Hause. Als nun Don Heinrich sah, daß viele Städte für ihn waren, und, da sogar Burgos, die Hauptstadt von Castilien, Gesandte an ihn beorderte, er möge zurückkommen und über sie regieren, da rückte er mit wenig Mannschaft und leeren Händen in Burgos ein und, forderte von den Juden eine schwere Summe, wodurch dieselben in so große Noth verseht wurden, wie noch Leine dergleichen gesehen haben weder ihre Eltern noch ihre Voreltern von dem Lage ihres Daseins auf Erden 'an- bis auf den heutigen Tag. Auch Valencia, die Stadt, wo ich dieses Werk npft) .^ecfapte, schloß mit Don Heinrich Friedens Er'kam dahin mit allen seinen Schaaren, und verlangte von den Juden eine ungeheure Summe, so daß sie in große Noth geriethen. Ueber eine solche Zeit ruft der Prophet aus : Es-ist eine Zeit der Leiden für Jakob! Als nun der König Don Pedro alles dieses vernahm, schickte er zu den Jsmaeliren um Hilfe. Da kam der König von Granada selbst in seiner Herrlichkeit mit seinem zahlreichen Kriegsheere uud drang in alle Städte, die sich Hm widersetzten, mit Gewalt ein, und erschlug sie mit dem Schwerdte der Vertilgung und der Vernichtung, auch drang er mit Gewalt.ein in Jacn und erschlug daselbst zahlloses Volk. Aber in Bezug auf die Juden befahl der König Don Petro, man solle nicht Hand an sie legen, denn sie haben nichts verschuldet; doch, wenn sie dieselben zu Gefangenen machen wollten, so stehe es ihnen frei. Das thaten sie auch und führten 300 Familienväter, die in Jaen ansässig waren, gefangen fort nach Granada. -Bei allen diesen unglücklichen Stürmen herrschte noch' eine große Hungersnoth im ganzen Königreiche, und zwar vorzüglich hier in Valencia, so daß ich im eigentlichsten Sinne des Wortes weder Brod noch Kleidung in meinem Hause mehr übrig hatte. In solcher Zeit konnte Niemand ein Buch ausmachen, um darin zu studiren, wegen der harten Drangsale; da dachte ich aber in meinem Herzen, es ist nicht recht zu erschlaffen im Werke Gottes vor dem Jngrimme des Drängers, ich stund auf und leerte meine Taschen aus, und sprach: Es ist Zeit für den Ewigen zu arbeiten, sie haben zerstört I deine Lehre! und ich verfaßte dieses Werk, genannt Quelle des Lebens rc. rc. S. Weil, israelit. Theolog und Taubstummenlehrer. Biographische Skizze«. XII. Jakob Berlin, geboren 1707, führte diesen Namen wegen seiner Abstammung aus jener Stadt, wie dies früher in Ermangelung der Familiennamen häufig geschah; doch lebte er, wie es scheint, als reicher Privatmann in Fürth, woselbst er auch, 42 Jahre alt, 1749 gestorben ist. Ein Schüler des Ja k o b K och e n, Verfassers des 2W, wechselte er mit seinen Jugendfreunden und Studiengenossen, mit

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