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Der Orient · 1847-06-25 · 26 (25.6.1847) · p. Spalte 407-408

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
26 (25.6.1847)
Date
1847-06-25
Page
Spalte 407-408 (sequence 4)
Language
German
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407 D”prw tsrb «D^iyn nro'ipi cmoiNn'.^sn pp n »naaion hsa so tpnnn ’J’ond m® : HNmn minn-’ö Leopo(b Dukes. Geschichte dev Mischen Literat«« in Wabylynierr. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. (Fortsetzung.) Neuntes Kapitel. 5. Rabba b. Nachmani trat sein Rektorat der ^Hochschule zu Pum-Badita im Jahre 297n,Chr. an und übernahm damit die Kaffe der Hochschule (Schippmra), zu der <tuS allen Gemeinden /gesteuert wurdet Er wurde, wie sein Kollege Josef b. Chijja, der AmoraPum-Badita's schlechthin genannt, nicht weiter der Amora des Vortragenden Chacham gewesen, sondern weil er als Ausleger der Mischna im Lehrhause nächst Josef, der ihm im Amte folgte, die höchste,Stelle eingenommen. Wie zu den Zeiten seines Lehrers I e h u d a war natürlich noch das Hauptstudium auf die Ordnung „von den Schäden" d. h. auf die über die Rechtslehre handelnde gerichtet, weshalb die Entscheidung in civilrechtlichen Dingen gewöhnlich nach Rabb a, seiner Tiefe und Gründlichkeit wegen, beschlossen wird, wenn nicht etwa der Ausspruch einer altern Autorität gegen diese Entscheidung geltend gemacht werden konnte430 5 ja des großen Ansehens wegen auf diesem Gebiete wurde er sogar, wie einst Samuel, mit dem Epithet „König Schllbür" belegt'"'. Allein neben Seder Nesikin dehnte sich unter ihm das Studium der traditionalen Lehren auch auf die übrigen Ordnungen aus; auch die andern Theile der Mischna wurden kommentirt und erläutert, wurden Gegenstände des Unterrichts, während unter Jehuda Nesikin die fast aus- 434) Gittin 60 k. Bergt, oben jj. 3. Anm. 398. — 435) Sanhedrin 17 b. — 436) Nach Joses wurde nur in drei rechtlichen Gegenständen entschieden (Baba Batra 12k; ik. 114k; ib. 143b), weil sein Studium nicht tief und seine Diskussionen nicht erschöpfend waren (Tos. Baba Batra 114 K). Dann wurde nach ihm in denjenigen Fällen die Halacha bestimmt, wo er sie als überliefert von Rab bezeichnet (Menach. 32 a Los.). Nach Rabba wurde aber im Allgemeinen entschieden (Gittin 74 K; Baba Kanima 56 k; Kidduschin 9 a; Megilla 29 b; Baba Mezlla 29 a; Jebam. 39 a, vgl. noch Lös. zu diesen Stellen), und diese Entscheidung wurde ausdrücklich erwähnt, wenn ein Zweifel dagegen sich erheben konnte. — 437) Baba Batra 115 k. Fälschlich haben einige dort Raba gelesen (vgl. Pesachim 24a Raschi). — 408 schließtiche Beschäftigung war Ueber den Traktat 'Ukl i n 439 , worin der Rektor Jehuda sich nicht zurecht finden konnte, trug Rabba schon so weirschichtig vor, daß er 13 Kollegien (Sitzungen, Metibta) dazu verwendete^, obgleich er für das praktische Leben nicht von Nutzen war. Er sagte selbst von sich: „Ich bin eine Ausnahme in der Kunde des Traktats Nega'im, ausgezeichnet in dem Traktate Oholet", und die Sage hat sogar diese Kenntniß auf dem nicht praktischen Gebiete in grotesker Weise verherrlicht*". Von den zwei Brüdern Aifa'"- und Ab im ai*'" (Söhne Rachba's), welche unter Rabba zu Pum-Badita lebten und „die Scharfsinnigen Pum- Badita's'< (Charife de Pum - Badita) genannt wurden444, lernte der erstere bei Rabva den Traktat Schebu^ot oder den von den. Eiden44-5. So sehen wir zu Ende des dritten Jahrhunderts den Kreis der traditionalen Lehren, sowohl zu Sora als zu Pum-Badita, sich erweitern; man gab den rein praktischen Boden auf, das Forschen mit Resultaten für die Gegenwart war nicht mehr das am ehesten Verdienstliche, „forsche und empfange Lohn (von Gott)" wurde die schlagfertige Antwort auf Einwendungen über das Unpraktische4^, und Streitigkeiten über Dinge, welche nur 438) Dke Ordnung Nesikin (^tf TID) war in der srühern Zeit der vorzüglichste. Theil der ganzen Traditionslehre, weil sie die praktische Wissenschaft in sich faßte, and diese Ordnung trägt in derThat, namentlich in demjenigen Theile, der in Pforten ‘(nnu) emgetheilt ist, das älteste Gepräge, da diese Eintheilnng bei den vortalmudlschen Schriften (Tosifta, Seder Dlam rc.) sich findet. Das Studium von Nesitin oder des jüd. Civilrechts (DineMamonot), heißt es im Talmud, machtgelehrt ist die höchste Spitze des Gesetzes (mirD VläpD) und einem sprudelnden Quell gleich (Baba Batra 175 b Berachot 63 b), und genau in den kriminal- und civilrechtlichen Fällen bewandert zu sein, war in der Gelehrsamkeit eine bedeutende Errungenschaft (Berach. 1, e.). Die Haggada behauptete sogar, daß ein Beachten dieser Vorschriften (}y>in i^d) das Charakteristische eines Chast'd oder Frommen bilde. Vgl. Rabia p. 30. — 439) Dev Traktat Akzin, der letzte in der Ordnung Tohorot und der letzte in der Mischna überhaupt, wird angeführt um anzuzeigen, daß man sich selbst mit demjenigen Theile, der für's praktische Leben ohne Resultat ist, beschäftigt habe (Sanhedrin 106 K; Ta'anit 24k; Berach. 20a). Zuweilen wird dafür Oholot und Nega^nr gebraucht, ebenfalls um das Bewandertsein in der 6. Ordnung anzuzeigen $ denn N e g a'i m und O h 0 l 0 t waren die ersten Traktate dieser Ordnung Tohorot, wie Akzin der letzte. Vergl. Baba Mez. 86 iu — 440) Ta"anit 24K; Berachot 20 a; Sanh. 106 K. — 441) Baba Mezi'a 86». Vgl. Anm. 439. — 442) . dö’J), im j. Talmud (Nedarim c. 2, Schec. 3) heißt er was mit der Schreibung der Stadt Khaifa identisch ist. — 443) Abimai ging zu Chasda um jene Zeit, um den Traktat Menachot zu erlernen, den er schon früher einmal gelernt haben soll (Menachot 7a). — 444) Sanhedrin 17 K. >— 445) Schebuot 28K; IK. 36K. — 446) Sanh. 51 b5 IK. 71a; Sota 44a-; Sebachiw 45a+ Studien. Geschichte dev jüdischen Literatur in Babylonien.

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