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Der Orient · 1847-06-25 · Heft 26 (25.6.1847) · p. Seite 205

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 26 (25.6.1847)
Date
1847-06-25
Page
Seite 205 (sequence 9)
Language
German
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205 Das Ganze hat'demnach den Zweck, das hochwichtige aber orientalisch-dunkle Buch Hiob, jedem occidentalisch denkenden und fühlenden Leser, in deutscher Auffassung klar und deutlich voczuführen." Da nun gegenwärtig dieses Buch bereits in schönster Ausstattung erschienen ist und der Vers, selbst, der an und für sich durch seinen edeln offenen Charakter höchst cmpschlenswerth ist, auf seiner zur fernem Ausbildung unternommenen Reise nach Wien über Hamburg, Berlin und Breslau für die Verbreitung seines Werkes sorgen wird, so erlauben wir uns im Interesse der guten Sache hier den Wunsch auszusprcchen, daß von allen Edelgesinnten und Freunden des Wissens dem jugendlichen Verfasser eine liebevolle Aufnahme und seiner ersten literarischen Arbeit ein zahlreicher Absatz zu Theil werden möge. Dr. W—m. Äissl? (GH. Posen), 8. Juni. Wie fast in unserer ganzen Provinz folgen auch unsere jüdischen Einwohner den Landtags-Verhandlungen mit vieler Theilnahme und der baldigen Erörterung der Emaneipationsftage wird wohl nirgends mit gespannterer Erwartung entgegengesehen, als gerade bei uns. — Einen sehr günstigen und freudigen Eindruck machte daher die in der Sitzung der Kurie der 3 Stände am 19. Mai bei Gelegenheit der Dissidentenfrage von dem Abgeordneten v. Beckerath gehaltene- Rede, sowie die Reden gleichen Sinnes der Herren Depntirten Zschocke, Siebig, Hansemcnrn re.; und obschon das Resultat jener Verhandlung leider zu Ungunsten unserer Glaubeusbrüder in Preußen ausfiel-, fühlte man sich hier doch gedrungen, dem wackern Deputirteu der Stadt Crefeld für seine warme Fürsprache zu danken. Mit circa 150 Unterschriften versehen (worunter sich auch die einiger angesehener Männer christlichen Glaubens befanden), ging daher in diesen Tagen nachstehende Dankadresse an jenen Deputirteu nach Berlin ab: Hochwohlgebomer Herr l Hochgeehrter Herr! Aus dem fernen Osten, aus der Mitte einer seit einem Jahrhundert von den harten Schlägen des Schicksals schwer getroffenen unglücklichen Nation, nahen wir uns ehrerbietigst dem edlen Manne des Westens, dem glücklichen Sohne Germaniens, dessen gefeierter Name bereits Europas enge Grenzen überschritten, und dessen begeisternde Worte Wiederhall finden auch jenseits des Oeeans, um unseren innigsten tiefgefühltesten Dank auszusprechen für die Wärme und Glut , mit welcher derselbe das namenlose Leiden der Juden geschildert. Selten ist der Mann, der die leisen Regungen seiues engen Herzens, die verborgenen Ahnungen seiner eigenen Seele zu crfaffcn, der Außenwelt mitzuthcilen und selbige für sich zu gewinnen versteht. Seltener der Mann, welchem das göttliche Loos beschicden, in srem-' ben Herzen alle Falten , deren jede eine Legion fchlgeschlagener Hoffnnngen und trüber äußerer Erfahrungen bedeckt, zu ergründen und mit lebhaften Farben ein so treffendes Bild fremden Leidens und Dnldens zu malen, daß -jeglicher Beschauer in Staunen und Thräiwn mit demselben zu fühlen und zu dulden wähnt. Aber ein gottgesandter Engel ist der Mann, welcher die dunkeln Wolken auf der gefurchten Stirn seines unglücklichen Nebenmenschen entziffert , die leisesten Regungen am Herzen seiner Brüder belauscht und nicht nur mit demosthenischer Beredsamkeit, sondern auch mit Freimnth und Wärme, mit Männerstolz vor Königsthronen einer ganzen Wett mit der Kraft von Tausend Zungen verkündet, wie sie an Gottes Ebenbild, an ihren eigenen Brüdern gesi'urdigt und Jahrtausende hindurch gegen das Flehen und Wimmern elender und verfolgter Menschen imib ihre Ohren geschlossen! Ein gottgesandter Engel waren Sie, hochgeehrter Herr! als Sie spmpathisirend mit vielen hochherzigen Männern der geehrten Versammlung am 19. Mai in der Sitzung der Kurie der 3 Stände mit beredten Worten, ungefähr 200,000 Menschen verteidigten, welche kein anderer Vorwurf treffen kann, als daß aus dem Schooße ihres Glaubens das Christenthum entsprungen; als Sie, hochbegabter Mann! für eine kleine, und wir sagen es mit sicherem Selbstvertrauen, wohl uicht den schlechtesten Theil der Menschheit die Rechte der Menschlichkeit in Anspruch nehmen, und mittelalterlichen Glaubenshaß und rohe, finstere Vorurtheile mit dem Fluche der Verdammung belegten. Die dankende Stimme der Juden würde verhallen in den weiten Räumen des Weltalls, denn wo wären unsere irrenden Elanbensbrüder nicht vorhanden und w o wären Ihrer Rede geflügelte Worte nicht hingedrungen, um lindernden Balsam zu träufeln in die seitJahrtausenden blutenden und klaffenden Herzen der ewigen Kinder des Unglücks? Aber auch unsere Feder ermangelt der Fähigkeit, um für Ihre glänzende Beredtsamkeit und Ihren hohen Edelsinn den gebührenden Dank im Namen unserer Gemeinde Ihnen darzubringm, und darum gestatten Sie uns die Versicherung, daß in unserem Herzen wie in denen unserer späteste!! Nachkommen das Andenken an unfern edlen Wohltäter nimmermehr erlöschen wird und in den Annalen der Geschichte neben den besten Männern aller Zeiten und Nationen steht für die Ewigkeit dauerhafter denn in Erz gegraben der Name des hohen und beredten Anwalts seiner unterdrückten Mitmenschen: von B e ck erat h. Liffa (Pr. Posen), den 30. Mai 1847. Die Mitglieder der jüd. Gemeinde. (Folgen die Unterschriften.) B.! Posen, 10. Juni. Bei der letzthin hier stattge-! habten Stadtverordnetenwahl ist unter 7 Nengewählten! wieder ein Israelit, nämlich der Kaufmann Abr. Asch; mitgewählt worden. Wie man hört, sollen es meistens

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