Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 25 (18.6.1847)
- Date
- 1847-06-18
- Page
- Spalte 393-394 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8555529-9890729-9890737--5014-3533273- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
393 394 Studien. Literarische Miscellen von Rabb. A. Schmied!. seinem in Tabarijja wohnenden Bruder Oschaja veranstaltete Sammlung von palästinischen Haagada's mit, wenn er sic auch bis zu Ende seines Lebens (319) vermehrt und bereichert haben mag 125, theilte die Meinungen der Palästinenser HB'ne Maaraba) mit, wenn er sie auch gerade nicht theilte^, und hielt sich, wenn er in Pum-Badita war, in dem nahegelegenen Geburtsstädtchen Hini auf, in dessen Nähe, in Schili, sein Freund Josef verweilte. Hini und Schili waren nämlich kaum einen Sabbatweg auseinander und ganz in der Nähe Pum-Badita's; Hüma b. Chijja ließ sich am Sabbat in einem Sesiel von Hini nach Schili tragen, und wenn man bei Scheidebriefen, Schuldverschreibungen u. st w. einschärfen wollte, genau in der Bezeichnung des Ortes zu sein, so führte man Hini und'Schili als Beispiel an, die man nicht zu verwechsln habe trotz ihrer nahen Lage beieinander^^ Er setzte noch sein Studium bei Chasda in Kafri, das in der Nähe Sora's lag, fort, und wenn er von Hini oder Pum-Badita aus nach Kasri ging und durch Sora reisen mußte, traf er daselbst Hamnüna wirken^, und .wir erfahren dabei, daß dieses Studium bei Chasda bis 290 reichte, da von 'da ab Hamnüna ein eigenes Lehrhaus in Charta de-Argas gründete42V In der letzten Zeit Zehuda's (vielleicht von 290—292) war er in Pum-Badita bei seinem eigentlichen Vorgänger, wo er im Namen Sanrucl's vortragen hörte*3", besuchte zuweilen mit seinem Kollegen Josef die Vorträge (Pirke) Nachman's zu Schakanzib*^ und die Derascha's des R. Schescht zu Schilhi432, und als er das Rektorat 292 ausgeschlagen und Hüna b. Chijja es intermistisch übernommen, blieb er einige. Zeit bei ihm. und ging dann zu seinem alten Lehrer nach Sora, von wo aus er 297 nach dem Lode Hüna's das Rektorat Pum-Badita's zu übernehmen sich entschließen mußte. Diese umrißlichen Züge von Rabba's Leben bis zu seinem Antritte des Rektorats beweisen hinlänglich, daß die Sage über sein kurzes Leben, über seinen Antritt des Rektorats zu 18 Jahren und alle dergleichen Erzählungen der Chronisten*33 nicht auf unseren Rabba b. Nach m a n i, sondern auf Rabba b. Hüna-Mare sich beziehen. (Fortsetzung folgt.) 425) . Nach einer genauen Kritik des Textes ist kein Grund vorhanden, nsit Zunz (GV. S. 176) die Autorschaft Rabba's und Oschaja's zu verwerfen, und zwar um so weniger,, als er selbst in Bestimmung der Abfaffungszeit fast diese Autorschaft bestärkt. Oder hat Zunz dm Lod Rabba's früher gesetzt, wie er Jochanan (GV. S. 52), wahrscheinlich aus Versehen, 20 Jahre früher (258 anstatt 278) sterben läßt? — 426) Baba Batra 175 6. — 427) Baba Mezi'a 63 b Raschi; Baba Batra 172 b; Beza 25 b; GitLin 80 a; Jebam. 116 n. — 428 Baba Mezsia 6 b; (Sabbat 23 b Los. — 429) 'Erubiii 63a; vgl. Los. zu 62 b. — 430) Sabbat 34 b; 143 b; Pesachim 110 b. — 431) Jebamot 66 b. — 432) Sed. ha-Dor. s. v. 433) S. Sed. Ha-Dor. wo die Stellen gesammelt sind. Literarische Miseelle«, von 31« Schmied!, Rabbiner. I Probe talnmdischer Poesie. Den Leitern derKühe in Samuel (Kap. 6), welche die Bundesladc wieder zurück ins jüdische Reich führten, legt derLalmud ("Aboda Sara24 b)durch.den Ausdruck nnsn n^üSW veranlaßt, einen Gesang in denMund. Ueber den Inhalt dieses Gesanges jedoch entwickelt sich ein Streit zwischen den alten Lehrern. Nachdem ihn einige einen biblischen Gesang sein lassen (aus dem 2. B. Mos., aus Jesaja, aus den Psalmen), tritt Rabbi Jizchak, „der Schmied", mit einem originellen, ziemlich melodischen Gesänge auf, dessen Melodie er wahrscheinlich ans dem Ambos mit wackern Schlägen begleitet hat: rfrüWT] VJD \3n' .■^in nra ^Qöwnnnni nptyran « ptrw W3 n^nnn .□■>ny nyn mröbov O Bundes!ade, juble heilige Gesänge Auf unsrer ganzen Reise lang und weit, Geschmückte du mit goldenem Gepränge, Der heil'gen Bibel gottgeweihtes Kleid, Verherrlichte durch köstliches Geschmeid! Nach Andern soll R. Jizchak diese Strophe als Entgegnung auf das bekannte yttiy verfaßt haben. Bemerkenswert!) ist bei dieser kleinen Dichtung, daß sie nicht nur den bei alten hebräischen Dichtungen üblichen Parallelismus beobachtet, sondern auch eine Silbengleichheit hat, indem die erstern zwei Verse sieben, die letzten drei acht Vokale zählen. — II. Dev P-eripatetkker. ist ein Ausdruck, dem wir im Talmud, Sohar und Midrasch häufig begegnen. Gewöhnlich wird das Wort mit„Kaufmann"wieder gegeben. Denn dem aramäischen liegt so wie dem hebräischem iniD -Utib dem griechischen AutoQoe der Begriff des „Herumgehens, Herumwanderns" zu Grunde (s. Fürst's Concord. 8. v. ->^o). Bekannt ist, welche Rolle der bem rj3n:n gegenüber spielt. Er ist es, der dem Rabbi die tiefsten Geheimnisse enthüllt und die schwersten Räthsel löset, von einem Kaufmann in de? Lhat nicht wenig überraschend. Wir sind über das Wort anderer Meinung. Der Philosophie des Aristoteles wurde im jüdischen Alterthum. am meisten gehuldigt. Der Stifter der peripatetischen Schule galt den Alten als Philosoph kcct Darum gaben sie auch später jedem Gelehrten ohne Unterschied den Namen Peripatetiker, etwa wie jeder Freidenker bei ihnen ein Epikuros hieß. Daß pel-ilpatotieus aus 7i£Qi7vatE0)} herumgehen, ent-