Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 25 (18.6.1847)
- Date
- 1847-06-18
- Page
- Spalte 389-390 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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389 390 Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Verletzung der Genoffenschaftsregeln angesehen, wenn ein solcher sich zur Handhabe der Erpressung hergegeben, wie man das Amteines dergleichen Einnehmers angesehen. Hü na b. Chijja wurde von dem damaligen Sassanideii-König zum Schatzmeister der jüdischen Steuern eingesetzt, und kaum haben seine Zuhörer es erfahren, so erklärten sie ihm, daß sie ihn nicht mehr der Barajta gemäß.als Chaber ansehen und mithin auch nicht als Meister392. Erst nachdem er ihnen das Aufgeben dieses Amtes angezeigt, wandten sie sich ihm weder zu, und Josef, der nachmalige Rektor, die strengere ältere Praxis festhaltend, blieb sogar dann noch weg, obgleich er sonst als. Studiengenosse bei Nachman b. Jakob ihm nachgestanden 303. Während der kurzen Dauer seiner'durch zurückgebliebenes Mißtrauen geschwächten Wirksamkeit trug er zwar manche Lehren von Samuel vor, die. er wahrscheinlich erst mittelbar erhalten^, oder von seinem Lehrer ^üna 395 oder endlich im Namen 'Ulla's396, allein im Ganzen verschwand seine Wirksamkeit ohne erkennbare Spuren, da keiner seiner Schüler in den Talmuden gedacht wird3^ und man scheint daher sein Rektorat nur als internistisch angesehen zu haben, da er in der Reihenfolge der Rektoren zuweilen auch übergangen wurde Er starb iw Jahre 297 n, Chr.3^ 4. Nach Huna b. Chijja's Lode im Jahre 297 wurde endlich Rabba b. Nachmani ha-Koh en zur Annahme des Rektorats in Pum-Badita gedrängt, da Josef b. Chijja es noch immer ausgeschlagen hatte; es waren in derThatdie letzten Lebensjahre seines greisen Lehrers Chasda, als die Zeitumstände Rabba zum Rektor nach Pum-Badita verlang- 392) Bechorot 31a. Unrichtig hat Juchasin (91b) Chijja b. Hüna bei Erzählung dieses Faktums. — 393) Baba Kamma 116 b. — 394) Chullin 79 a; Sabbat 51b; Ta'ankt 10 a. — 395) Baba Batra lila/ — 396) Nedarim 56 a. — 397) Der einzige Abba (b. Binjamin b. Chijja), der mit ihm in Verbindung vorkommt (Sabb. 47 a; Mo'ed Katan 27a u. s/w.) ist kaum als Schüler zu betrachten. — 398) Gittin 601). Die Stelle lautet: die Schippura (d. h. die Kasse der Hochschule, worin das der Hochschule von den Israeliten zugesandte Geld lag) war erst in der Hochschule Jehuda's, dann Rabba's, dann Josef's, dann Abbijcr's und endlich Rabats. Das erklärt schon richtig Scherira (l.e. S. 36) durch bmtfinD ]1n!? 'flN"l WDTipT pDTl NDlp, auf das lYnDlttf der Mischna (Schekalim 8) sich berufend. Raschi cttirt schon diese Stelle Scherira's. — 399) Zwar wird das Todesjahr Hüna b. Chijja's weder bei Scherira noch sonst wo angegeben, allein es gehört keine große Rechnenkunst dazu/um dieses zu ermitteln. Rabba, der Nachfolger Hüna'S, starb nach Scherira 631 f. Ae. d. h. 319 n. Chr., nachdem er 22 Jahre das Rektorat bekleidet, er müßte mithin dasselbe 297 n. Chr. angetreten haben, und da Jehuda schon 292 gestorben, so bleibt natürlich für Hüna b. Chijja nur der Raum von 292—297/ und das sind die flrv) welche Scherira denRabba nach dem Tode Jehuda's zu Chasda gehen läßt. Mit dem Jahre 631 f. Ae. bei Scherira (^'^) folgen die chronol. Angaben bei demselben wieder richtig. — ten^oo, da er nur noch fünf Jahre hernach (302) gelebt. Nachmani ha-Ko hen, derVaterRabba's, war unzweifelhaft in Palästina wohnhaft, ein Theil seiner sieben Söhne und Brüder des Rabba sind an der Hochschule zu Tabarijja bei den halachischen und haggadischen Studien betheiligt gewesen und unter den Genossen hochgeachtet und berühmt, und da das Leben und die Thätigkeit Rabba's nur im Reflexe seiner Familie verständlich wird, so mögen seine Brüder hier vorgeführt werden. Sein Bruder Samuel b. Nachmani wohnte in Palästina, beschäftigte sich mit dev Kalenderkunde und kam zuweilen nach Babylonien, um dort Kalenderbestimmungen zu treffen "r. Im Lehrhause zu Tabarijja lernte er unter Mar Jochana n, dann seit 279 n. Chr. unter A me und unter Jehuda Nesi'a, dem Enkel des Mischna-Redaktors, war er bereits ein Greis und hatte als solcher ein so großes Ansehen, daß der Patriarch Jehuda und der Rektor Ame gern seinem Wunsche nachgaben40Z, und natürlich war er auch Zeitgenosse Jsmael's, des Sohnes des Rektors Jochanan 403. Er war aber auch berühmter Agadist (Ba'al Agada); seine palästinischen Zeitgenossen und Schüler haben ihn als solchen bezeichnet und diese sind es, welche großentheils nur in Midraschim und im j. Talmud Vorkommen 40\ Ein zweiter Bruder Rabba's war Oschaja b. Nachmani, der ebenfalls unter Jochanan lebte, lernte und lehrte; er wurde aber nicht ordinirt, so sehr Jochanan darüber sich ausließ, und er legte den Fluch des Hauses 'Eli dahin aus, daß keiner seiner Nachkommen ordinirt werden sollte, worin ihn auch sein Bruder Samuel als richtig recipirte Auslegung von seinem Lehrer bestärkte40e* Mit seinem Bruder Hhanina b. Nachmani beschäftigte er, sich mit dem Buche Jezira (Hilchot Jezira, Sefer Jezira), wie doch auch Rabba sich mit Ma'aße Be- 400) Scherira I. e. Daß er Kohen war, sieht man aus Rosch Ha-Schana 18a Tos., wo er nebst seinem Neffen A bbaji als aus dem Hause 'Eli entstammt dargestellt wird (Siehe Tos. zu Sabbat 23b; Jebamot j05a Tos.; Bechorot 27 a Tos.). Der Fluch, der auf 'Eli's Nachkommen nach 1 Sam. 3, 12—14 lasten soll, wirb nach Rabba's eigener Ansicht durch Gesetzstudium gebannt ^Rosch ha-Schana 18 a), was er an sich wohl selbst gesehen. Selbst nach der Meinung Abbaji's, daß Gesetzstudium n ur mitgutenWerken erst den Fluch bannen können (ib. ib.), war Rabba außerhalb dieses Fluches, da bei ihm Tora und Gemilut Chasadim sich vereinigten (Sanhedrin 98 5). — 401) j. Berachot c. 1. h. 7. — 402) Cbagiga 17 a. — 403) Sifre Num. tv 73; Rosch Ha-Schana 34. — 404) Echa rab. zu KL. 3, 44; Bereschit rab. c. 12; j. Chagiga c. 2. — .. 405) Er stand auch mit Jebuda b. Jecheskel zu Pum- Badita in Verbindung, aber nur als sein Kollege, nicht abev als Schüler. — 406) Sanh. 14». De,: Satz -,rra"! jpi ITiT N’b 1 Sam. 3 wurde also von den Brüdern selbst nicht wörtlich genommen, was voraussetzt, daß bei keinem ihrer Brüder der Fluch wörtlich wahr geworden. — 25