Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 23 (4.6.1847)
- Date
- 1847-06-04
- Page
- Spalte 357-358 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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358 Stadien. Die Schöpfung und der Sabbat. 357 ordnend einzuwirken in die ununtcrschiedene, gestaltlose, aber jeder Gestalt sich willig anschmiegende Masse, die er bändigt und mäßigt mir seiner Allgewaltwie wild sie sich auch gegen die formende. Hand bäumt (Ps. 104, 7, 8. Job 26, 11, 12. Jerew. 5, 22 u. o.4).,' Und rastlos arbeitete ec, zuerst die feine, ätherische Substanz, den Achtstoff, von der dichteren, trüben Masse scheidend; iw dieser wiederum die leichteren, nebelartigen Gewässer in der Höhe5) von den schwereren Fluthen der Erde durch, das Himmelsgewölbe abgrenzend-; dann das Flüssige von dem Festen sondernd, weiset er jenem sein Gebiet in der Tiefe an, damit das frei gewordene Land die ausgenommenen Pflanzenkeime treiben könne. Dann hängt er die großen Leuchten und die Sterne an die Himmelswölbung, weil sie jetzt erst auf die von den trüben Wafferdünsten befreite Erde mit voller Kraft zu wirken vermögen. Auf seinen Werderuf fängt nun das thierische Leben an sich zu regen, im Wasser, in der Luft, auf'dem Lande und gipfelt endlich in dem Menschen und — doch wir haben ja unfern menschlichen Künstler aus den Augen verloren.. Wirf einen Blick auf ihn in dem.Moment, wo er die Hand von dem fertigen Werke abzieht, höre sein aufathm'endes Ah! °) , siehe sein leuchtendes Auge, das himmlische Lächeln, das um seinen Mund spielt, und liesest du darin die Selbstbefriedigung , die reine Freude, die das Kunstwerk dem Meister gewährt, wenn er sich, fein Ideal darin vollendet anschaut: so weißt du, daß er jetzt den Sabbat feiert, einen, schwachen Abglanz des Sabbats, den eben sein Vorbild, Gott, gefeiert hat, „da Er abließ von seinem ganzen Werke rD£2W), weil Er vollendet hatte sein Werk, daß Er gemacht." Der Tag der Geistesruhe nach dem Geistestreiben, des Geistesfriedens nach -der Ueberwindung der widerspenstigen ^Elemente, der Gelstessreude an dem Guten, Schönen, Vollkommenen, der Tag ward von Gott gesegnet und geheiligt für alle Zeiten als Denkmal jder Herrlichkeit Gottes in Ewigkeit, der sich freuet seiner Werke (Ps. 104,'31). Und du, mein Gemüth, magst nur den geoffenbarten Gott preisen und anbeten auch in hiner Ruhe nach menschlicher Weise; denn auch in seiner Ruhe erkennst du ihn als har freilich, der fast dasselbe Geichmß anführt (l,'S. 22.) läßt die ans dem Spiel um seinen gnostischen D e-, miurg auf die Bühne zu bringen. 4) nTTO rvn Dbiyn ns n"Ipn s~qe' nytjo ('s, 2'' nmn) rrpyrii 12 *iy.w ly 'NL/ bw nvypa m' 5) Der Regen wird nach biblische^ Anschnuungsweife aus dem obern Gewässer in das von der Erde aufsteigende Gewölk gleichsam filtrirt, (Jj. 36, 26. 1DD So erklärt sich 2, 5. -ptODn benn noch hat der. E. G. nicht regnen lassen — sondern (nur) ein Dunst stieg auf rc. Wonach die Anm. Böhlens z. a. St. zu würdigen, der diese Schilderung deshalb für eine spätere hält, „weil die physische Entstehung der Dünste und' des Regens gegen die ältere u. poetische Vorstellung eines obern Meeres absticht'." - 6) Dieses die Grundbedeutung des nach Raschi's trefflicher Erklärung zu Ex. 31, 17. den Erhabenen und Heiligen und so sollst auch du feiern den Sabbat und als ewigen.Bund heilig halten, als unvergängliches Denkmal zwisch en Gott, und Israel; denn 1) Gott hat in der vollendeten Schöpfung geruhet, da Er sah, daß sie gut war. Die wilden, maß- und regellosen Kräfte waren überwunden vor dem gesetzgebenden Worte des Geistes. Und in dieser Gottesruhe findest du die deine. Die b ö se n Naturgewalten, vor denen den Heiden grauete, schrecken dich nicht. Du fühlst dich erhoben über den greuelvollen Naturdienst, der die Menschen, bevor sie die Offenbarung frei gemacht, unter den mannigfaltigsten Mißgestalten knechtete und sie von der Höhe, auf die sie Gott gestellt, zur niedrigsten Stufe der Geschöpfe hinabstürzte. Dir bangt vor keinen Dämon, dich bethört kein Zauberwahn; denn kein Zauber hat Macht über Jakobund keine magische Kunst übet Gewalt über 'Israel-, der den Sabbat in und nach dem Geiste fekdert. — Als Vorzug dieses Tages und Zeugniß seiner Heiligkeit giebt R. Akiba an (Jalkut Z. 16.), das der Nekromant au demselben keinen Tobten heraufbeschwören könne. Hätte es R. A. nicht mit einem Heiden zu thun gehabt, so würde er ihm gesagt haben : Der Sabbat selbst beurkundet die Ohnmacht eurer Zauberer und den Wahnsinn eures Aberglaubens; denn er zeugt von dem Meister und Herrn der Welt, der da spricht: „ Ich bin der Ewige, das ist mein-Name! Meine Herrlichkeit, meine Herrschermacht überlasse ich keinem andern und meine Ehre, meine gute, weine wohlgeordnete, weislich geregelte Welt geb' ich nicht der Willkür phantastischer Gebilde preis." (Jes. 42, 8.) 2) Gott hat am siebenten Tage geruhet, aber nach einem sechstägigen vollkräftigen, rastlosen Wirken. Auch dein Sabbat, Jsraelite, sei der Schlußstein einer arbeitsvollen Woche. Der Sabbat.ist ein Zeichen, nicht bloß daß der Ewige gefeiert und sich erholt, sondern daß Er in sechs Tagen Himmel und Erde ge.macht. (Ex. 31, 17.)') Wie zur Tora, so ist der Jsraelite auch zur Arbeit durch einen Bund verpflichtet worden, denn es heißt: Sechs Tage sollst du arbeiten und am siebenten Tage ist ein Sabbat dem-Ewigen, deinem Gott." Nur durch Arbeit beurkundest du dich' als Ebenbild des lebend! gen Gottes; Muße,-ohne vorangegangene Thätjgkeit, ist geistiger Tod. Nur die Ruhe, die dem vollendeten Werke sich anschließt, ist eine würdige Abschattung der Gottesruhe. 3) Gott ruhete in seinem Werke, freute sich der Anschauung seiner guten Schöpfung: sein Sabbat war und iß die Freude desGelftes an d em V o l lko m m e nen. So sei auch dein Sabbat, Jsraelite, so „nenne auch deinen Sabbat eine Lust. " Kannst du nicht ..selber das Vollkommene schaffen: so freue sich dein Geist an allem-Schönen und Guten, das Gott nähere Naturen schufen und schaffen. Mache -ich an dem Tage der Ruhe durch Lehre und Beschauuug für reinere, heiligere Genüsse fähig, als sie die Sinne allein br'e- 7) cin22 rum rw^Tp rraa rum mirw deo (s"' 'd J-fi nnN) 'o inyn o'w pto-'n-j». 23*