Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 21 (21.5.1847)
- Date
- 1847-05-21
- Page
- Spalte 333-334 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ZZ3 - Studien. Ueber Eide, heben des c Ausdrucks: wö “iriD ' nicht aber 3N)D .-nbipö' "'iöljri "ya^o, sonach scheint es, daß der erste - Bund ohne Flüche an Wichtigkeit den zweiten mit solchen übertrifft) deren sich auch Iosua bei dem Abschluß des Bundes (24 unV25) weniger bedient hat, weil der Eid bei dem Namen Gottes bei jedem, der nur die geringste Kenntniß besitzt als ein weit sicheres Mittel zur Begründung der Wahrheit erschekirt, als alle Verwünschungen. Das geweihte Bild Gottes, in unserer eignen Brust, schwebt uns als rin Wesen vor, das mit seiner Gegenwart Alles erfüllt. Auch im ersten Buch Mosis findet man die Eide ohne Flüche und Verwünschungen. Das treulos gebrochene Wort in Bündnissen rächt sich, und die Lüge und der Meineid werden zur gerechten Bestrafung vor Gottes Richterstuhl gezogen. Solche Verbrechen zerstören das innere Bild des Erhabensten, welches blos gedacht werden kann, und die immerwährende, lebhafte Vergegenwärtigung davon 'wirkt mehr, als die Verwirklichung der Flüche und Verwünschungen, denen sich der Hoffnungslose vielleicht im Moment der Verzweiflung hingiebt. - Selbst die Anrufung des Namens Gottes bei Schwüren , (n^Nn ‘nyi3$} macht diese noch nicht zu Eiden, obgleich. deren Heiligkeit unverbrüchlich und keine Auslösung zulässig ist.' ' Wir sollten uns befleißigen, alle Flüche aus Eiden zu verbannen, gleich den Geonim, welche'am Fasttage zum Vor-, lesen statt der Flüche eingeft'ihrt haben. Bei Schließung des Ehebündniffes war statt eines jeden Eides unter dem Trauungszelt die Gegenwart von zehn Männern in feierlicher Stimmung ausreichend, die Ehe zu schließen, und gleich den strengsten eidlichen Betheuerungen bindend. Wenn dagegen ihr irgendwie anstößiges Betragen zu Verdächtigungen Anlaß gab, so mußte der Eidschwur geleistet werden. Ausdrücklich bemerkt daher Sifre, daß alle Eide der Richter ohne Flüche und Verwünschungen geschehen sollen, und die Mechilta fügt hinzu, daß alle dergleichen Eide nur mit dem erfolgen sollen. Selbst bei der verdächtigen Frau (nDlD), wenn sie der Priester bei dem .Namen Jehova, doch ohne Flüche, vereidet, hat dieses Giltigkeit) wogegen die Verheuerungen mit Flüchen ohne Nennung des Namens Jehova ungiltig wären. So wie bei Eidschwüren Flüche Vorkommen, so findet man auch bei Bündnissen Flüche und Verwünschungen, indeß sind sie bei beiden nicht von besonderer Erheblichk.it Wenn wir Ehrfurcht vor Gott haben, der Alles schaut, Alles hört, Alles-'mit seiner Gegenwart erfüllt, als Gott der Wahrheit 3) Auch ist dabei eine Sühne, zulässig (Lev. 5, 1), worauf sich auch bezieht Deut. v. 22, welches in keinem Wider-, .spruch steht mit Exod. 20, 1. Deur. 6, 11. Zach. 5, 4.. ">p&6 yuifiO.T, wie bemerkt ist /ri np^ $&■ 'D Nt^' "WN Deut. 5, li, zu '-j nj/OK' ist keine Sühne. Schwüre und Gelübde. 334 und Gerechtigkeit Lüge und Treubruch rächt, so ist die Betheuerung bei ihm von größerer Wichtigkeit, als alle Verwünschungen und Flüche. Wir sollen nur bei Gott versichern, daß das, was wir sagen, wahr sei, und daß wir das, was wir versprechen, halten wollen, dann fordern Eide und Bündnisse den Sieg der Wahrheit und Gerechtigkeit so wie der Treue und Aufrichtigkeit im bürgerlichen Leben. Siehe Choschen Mischpat c. 273. . ' Ein Beweis, daß, wo es auf Mein und Bein ankommt, eine dem Gelübde ähnliche Betheuerung unauflösbar ist. Daher ist im Eorpus juris als der Rechtslehre der Theokratie nirgends einer Auflösung der Eide oder Bündnisse Erwähnung geschehen, wie wir bereits gezeigt haben. Gelübde, promissorische Eide und eidliche Be theüeru n g nt. Das erste Gebot aller echten Sittlichkeit ist die Wahrhaftigkeit im Denken und Handeln. . Die Wahrheit ist die Grundlage'jeder sittlichen Pflicht. (:d;nim) pmn yw m üVnnDi) n^]?i „d. h. entferne dich von jeder lügenhaften Aeußerung, den Ausspruch deiner Lippen mußt du beobachten, und darnach handeln". Wir sollen nie eine Unwahrheit reden, Ja und Nein soll streng, gerecht, und der Wahrheit gemäß sein. Daher sagt Mendelssohn: „Wahrheit im Reden ist veberewstimmung zwischen Worten und Gedanken. Diese Grundsätze stehen im Gegensätze zum Grundsatz eines berühmten Diplomaten der neuern Zeit, Talleyrand, der nur die menschliche Sprache dazu bestimmte, um kunstgemäß die innern Gedanken zu verbergen. Das auf Treu und Glauben gegebene Wort war beson-. ders bri dem Runde durch Gegenseitigkeit gleich einem Eide geltend, demnach ist auch die Verletzung eines Bündnisses sehr strafbar und beinahe der Eidesverletzung gleicht), weil Eid und Bund die Pflicht heiligen und im bürgerlichen Leben den Weg -der Gerechtigkeit und Wahrheit fördern. Von jenem Bunde, der gleich einem Erde ist, kann nur derjenige, dem er zugeschworen, entbinden, ebenso nur derjenige, mit welchem ein Bund geschloffen ist, da derselbe auf gegenseitige Pflichten beruht^). So wie ein Eid den andern. 4) Desbalb stellt auch der Gelehrte.Tam jeden Bund einem Eide gleich. Nach meiner Meinung ist der Handschlag rp njj'pn beim Bündniß als Zeichen, gleich ,der Tora beim Eide, wovon Ezechiel die Rede ist 17, 18. Vergl. Sprüchw. 17, 18—22. 26 —6. 1. 11. 15 und Hiob 17, 13; denn der Bund gründet sich auf eine Gegenseitigkeit der Pflichten nmD manv n3K3. rfop Dieser Ansicht pflichten bei 'Cmß in Gittin und Schebuot, im Buche - p^MpQ a-i'ri'D) "ad hnPdh. o) Die von mir aufgestellte 2srrsicht in Betreff der vier Bündnisse, welche im alten Testament erwähnt werden , findet in Nachfolgendem ihre Stütze und,Bestätigung. Der Bund mit Adam wird erwähnt Hosea 6, 7.-.' „Sie aber haben wie