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Der Orient · 1847-05-21 · Heft 21 (21.5.1847) · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 21 (21.5.1847)
Date
1847-05-21
Page
Seite 164 (sequence 7)
Language
German
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— 164 - sich aus dem Holdheimsscheu Gutachter!, daß ein Jude keineswegs gehindert sei, sich der christlichen Trauung zu unterwerfen. Vor andern Dingen sei aber die in den. 'Materialien enthaltene Afc si ch t des G e se Hg e b e r§,*. der solche Ehen gestattet wissen wollte, von Wichtigkeit; sie müsse der Richter berücksichtigen. Ruhig sehe er (Falkson) dem Urtheile entgegen; er setze ihm dieselbe Festigkeit entgegen, die er in dieser ganzen Sache bewiesen zu Haben glaube. Er erwarte von den Richtern, daß sie unabhängig urtheilm und nicht ein,Werkzeug in den Händen der pietistischeii Partei sein würden. /Was ihm in den Vordergrund trete, sei, daß die Ehre seines Vaterlandes bei diesem Spruche betheiligt sei. Der Präsident rügte die Schärfe, mit der sich Dr. Falkson über den Staatsanwalt und das Konsistorium ausgesprochen habe,, und gebot dann den Parteien abzutreten. Nach etwa f Stunden zurückgerufen, verkündigte der Präsident, daß der Gerichtshof die Ehe des Dr. Falkson, dem Antrag des .Staatsanwalts Folge leistend,- für nichtig erkläre , ihn und die Konsortin in die Kosten verurtbeile, ihn jedoch von der fiskalischen Geldstrafe von 10 bis 300 Thalerw, welche auf absichtlicher Umgehung der Landesgesetze steht, freispreche. Dr. Falkson hat noch zwei Instanzen, das hiesige Tribunal und das geheime Obertribunal in Berlin vor sich', die er auch, wie wir vernehmen, zu verfolgen beabsichtigt. — (N. C.) D e st e r r e i ch. Eperies, 9. April. (Schluß.) Szbora. Hart an der Grenze von Polen. Eine große Gemeinde, an deren Spitze der bekannte ,,szboraver Rabbiner" ein früher gewesener Pächter steht, ^ip“i fcota ^bpn nriJ-'N1? rmNlsr So auch hier. Dieser Mann ist sehr reich und ist so human sein Geld nicht unter Schloß und Riegel zu versperren , sondern es cirkuliren zu lassen. Versteht sich , für ein mäßiges Prozent, etwa für 50; aber durchaus nicht ohne tfpD'y "imi! Den Schluß unserer Revue macht Ep e ri es. Eine schöne reinliche Stadt mit schmutzigen Juden. Nicht ihrer körperlichen Bildung nach, sondern ihres häßlichen Charakters wegen. Wahrhaft graulich sind die Wucherstreiche, die ich von Juden wie von Christen erzählen hörte, und sind sie auch bei Letztern, vorzüglich beim Magistrate sehr verhaßt und scheint ihnen keine frohe Zukunft entgegenzublicken. In ihrem Bethause, einem s e h r schön eingerichteten Zimmer im Hause des Hrn. H., wird trotz, dem frommen Prediger so fleißig — nich t'' gebetet und so la n t geschwatzt, daß sie sich mit einer Gemeinde von hundert und mehr Familien messen könnten. Das findet übrigens nur einmal m derWoche nämlich Samstag Morgens .statt. Es soll aber, wie ich höre, eine Synagoge auf Aktien, wovon die Halste Hr. H. nimmt, erbaut werden, Bei dieser Gelegenheit hörte ich einen recht braven Vorschlag eines dortigen Mannes, den ich der löblichen, Judengemciade in E. nicht verschweigen darf. Der Mann meinte nämlich, cs wäre sehr rathsam, wenn die' Herrett dm zu bauenden.Tempel, oder besser ,, Schul" nach alter liebenswürdiger Form mit beweglichen/ Ständern einrichten. Da konnte das ,,Schmusen" und „Davencn", ohne daß Eines das Andere beeinträchtigte, ganz brüderlich Hand in Hand gehen: man legt sich mit den Vorderpfoten auf den Ständer, rückt mehre zusammen s wiegt 'sich schmüsend ganz angenehm vorwärts und wenn ein inzwischen kommt —- nun, so hüpft man ein Wenig mit den Fersen und diökutirt ganz gemächlich, ohneimMindesten sich beirren oder gar unterbrechen^ zu lassen. Bei Bänken ist es aber sehr unbequem. .Wie will man sich bis zum vierten oder fünften Nachbar hinüberneigcn? Das ist wohl ein Scherz, ernst aber versichert Schreiber dieses, daß es bei einem Miujan des gemeinsten P öb els wahrhaftig nicht ärger aussehen kann! Ist das Bildung! Ist das A u sklä ru ng! Ja, so muß es bei denen ausgesehen haben, von welchen es heißt DDn DDTD HNT &ypD TD UD DKN*^ INDH IO! Heute ist der 19. April , der Geburtstag unseres geliebten Landesfürsten. Gestern, als am Vorabend, wurde ein Quasi-Gottesdienst, welcher bestand im Ab sagen einiger Psal.men zwischen CHasan und Prediger, abgehalten. Es war aber auch Predigt. Emen Passus, den wir uns. flüchtig nvtirten, wollen wir hier wiedergeben. Er lautet: ,,Mit Schmerz und Bedauern steht es jeder bessere Israelit, uue ."feit einiger Zeit die günstige Stimmung der ungarischen Nation für die heilige Sache unserer Erlösung immer mehr und mehr abnimmt. — Und ist es uns auch nicht fremd, und sind wir vielmehr davon iunigst durchdrungen, daß nurBöswilligkeit und angeerbtes Vorurtheil die Anklage auSsprecherr kann: ,,Die Judensind untauglich als Bürger augenourmen zu werden, weil sie Wucherer und Betrüger sind!" so läßt es sich doch auch nicht leugnen, zu sehr, nur allzu sehr setzen einzelne Mitglieder der Gemeinde Israels diese heiligen Pflichten der Sittlichkeit, das Verbot des Wuchers und des Betrugs, aus den Augen; nur allzuwahr ist cs leider, daß Einzelne sich auf unerlaubtem Wege zum Nachthcile ihrer jüdischen und nichtjüdischen Brüder bereichern als daß es. hier, an heiliger Stätte nicht gerügt werden sollte!. — Wie? vergessen denn diese verirrten Brüder, daß, wcrJsraelite sein will, vorerst Men sch sein müsse? Vergessen sie denn, daß das Sittengesetz: das Gesetz der Bruderliebe, in der jüdischen Religion das Fermgesetz weit, 'weit überrage?" Und das Formgesetz wird von diesen Herren ja beachtet? Wahrlich, wenn ich es nicht hier, ,,an heiliger Stätte", und von Ihnen gehört, ich würde an ihrer Formt)eachtung eben so wenig, als an ihre Redlichkeit geglaubt haben. Uebrigens möchten wir fragen, wo I:

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