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Der Orient · 1847-05-14 · Heft 20 (14.5.1847) · p. Seite 155

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 20 (14.5.1847)
Date
1847-05-14
Page
Seite 155 (sequence 5)
Language
German
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155 von Sachsen und die Königin, dcr Prinz Johann, die Prinzessmen Angusta und Amalie, von dem edlen Streben dieses Vereins überzeugt, ansehnliche Beisteuern gaben, was den edlen Gebern wie auch dem Vereine gewiß zum Ruhme gereicht; auch die Familie Mendelssohn, Hr. Jos. Mendelssohn zu Berlin an der Spitze, unterstützt diesen edlen Verein, welcher das Gedächtnis; ihres weltberühmten Ahn's verewigt. Aber mit Bedauern bemerkt man, daß von Dresdner Gemeindegliedern im Ganzen nur sehr wenige zu diesem Vereine etwas beitragen, daß aus Leipzig kein einziger Name sich unter den Spendenden sinder, und ebensowenig die Mildthätigkeit eines Nichtsachsen aufzuweisen ist. Es scheint, daß diesen Leuten für die Prahlerei und Wichtigthuerei ein za geringer Boden vorhanden ist, und da man jetzt lieber da giebt, wo man als aufgeklärt oder dem Fortschritt huldigend betrachtet wird, so giebt man es lieber der R.-V. oder dem N.-V. u. s. w. Was nun die-Ausgaben betrifft, so werden junge Aerzte in den Kosten des Staatsexamens oder zu ihren Reisen unterstützt, die Schulbücher für Gymnasialschäler besorgt, für Unterricht in technischen Studien bezahlt, dem der sich als Architekt und Mathematiker ausbildet, beigesteuert, namentlich aber wird die Förderung von Handwerken besorgt, so weit die Geldmittel ausreichen. Man muß sich jedoch sehr wundern, daß der Verein einen im Verhältniß zu der Einnahme viel zu großen Ueberschuß hat, da es doch »gewiß an Gelegenheit zur Unterstützung nicht gefehlt. —> Da dieser Verein bereits der Geschichte anheimgefallen, so möge es mir gestattet sein, hier die Geschichte seiner Entstehung und die Statuten desselben mitzutheilen. Den 12. Elnl 5589 oder den 10. Sptbr. 182!) traten die Herren LLw Meyer, Bernhard.Beer,EliasCollin, Lsaac Sirnonsohn und PhilippMeyer zusammen und machten folgende vorläufige Konstitmrung des Vereins bekannt: „ Forsche nach Wahrheit, billige das Gute und Schone, wolle alles Gute und thue das Beste. Mendelssohn. Wenn obiger Wahlspruch des verewigten Weisen, dessen Geda'chtnißfeier wir heute begehen, uns zur Verwirklichung der darinn ausgedrückten Gesinnungen anregt, so glauben Unterzeichnete diesen Tag nicht entsprechender zu feiern, als durch Begründung eines Vereins, welcher diesen dem unsterblichen Mendelssohn begonnene Bahn der Verbreitung von Kultur und Humanität unter den Israeliten verfolgend „Handwerke, Künste und Wissenschaften so wie jede nützliche Thatigkeit bei .der hiesigen israelitischen Jugend zu ' befördere und überhaupt verbesserte Gesinnungen über Israeliten und Israelirenthum zu verbreiten" bezweckte Vorerst wird sich dieser Verein bestreben, hilfsbedürftigen israelitischen Knaben die Mittel §zur Erlernung von Hand-- werken und. andern nützlichen Beschäftigungen zu verschaffen, und soll bei segensreichem Erfolge seinen Wirkungskreis weiter vusdchnen. Indem alle Edelgesinnte zur Tbeilnahme an diesem Vereine, welcher einem hier so sehr empfundenen Bedürfnisse zu begegnen strebt und, zum Andenken der am hundertjährigen Geburtstage des unvergeßlichen M e n d e l s s o h u erfolgten Stiftung desselben, den Namen Mendelssohn-Verein führen wird, andurch ergebenst auffordern, erklären selbige, daß sobald die Summe der Beiträge Äderen M i n im rr m für jetzt auf einen Thaler jährlich für jedes Vcreitisglr'ed bestimmt ist) eine verhä'ltnißmäßige Höhe erreicht haben, wird, eine , Versammlung sammtlicher respe ktiv en T h e i l n e h m e r zur Feststellung der za entwerfenden vorläufigen Statuten und zwar längstens binnen drei Monaten veranstaltet, und alsdann die Verwaltung des Vereins, welche die Unterzeichneten nur einstweilen übernommen haben, konstituirt werden soll. Möge der allgütige Beschützer wohltätiger Anstalten auch diesem gemeinnützigen Vereine Fülle und Wachsthum gewähren und unser Bestreben wohlgelingen lassen!" Auf diese vorläufige Konstituirung erfolgte in der That eine vermehrte Theilnahme, den 17. Sptbr. 1829 erklärte der Vorstand sich mit dem Wirken des Vereins einverstanden und im Mai 1831 mußte bereits die erwähnte Ankündigung nochmals verbreitet werden, den 13. April 1830 hield der Verein eine Generalversammlung sämmtlicher Mitglieder, in welchen folgende Statuten, die bis jetzt noch ihre volle Giltigkeit haben, festgesetzt wurde, und die ich hier vollständig mittheile: §. 1. Der am 10. September 1829. (12. Elul 5589.) — als dem hundertjährigen Geburtstage des verewigten M oses Mendelssohn, — zu Dresden gestiftete Mendelssohn-Verein bezweckt „jede nützliche Thätigkeit bei der hiesigen israelitischen Jugend zu befördern, so wie überhaupt verbesserte Gesinnungen über Israeliten und Israelitenthum zu verbreiten" und wird vorerst sich bestreben, hülfsbedürftigen israelitischen Knaben hiesiger Gemeinde die Mittel zur Erlernung nützlicher Erwerbs-Zweige, freier und technischer Künste auch der Wissenschaften zu verschaffen und zwar soweit solches landesgesetzlich geschehen kann. §. 2. Der Verein wird zugleich die sittlich-religiöseZlusbildung der Knaben, für deren bürgerliches Fortkommen er zu sorgen strebt, berücksichtigen und daher sowohl Zeugnisse über gehörig erfolgten Schulbesuch oder gründlich erlangten Religions- und Elementar-Unterricht von denselben erheischen, als auch während der Lehrzeit auf religiös-moralische Aufführung der resp. Lehrlinge stets zu wachen suchen. ö. 3. Der Beitritt zum Vereine stehet jedem Edelgesinnten, ohne Unterschied der Religion, offey. §. 4. Jedes Mitglied zahlt einen jährlichen Beitrag, dessen Höhe dasselbe beim Eintritt in den Verein bestimmt z 20*

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