Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1847)
- Date
- 1847-05-07
- Page
- Seite 149 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2360092-2360472-2360492--5906-3533157- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 149 - sich dem Vereine anschließen wollen, und die verehrlichen ,. Mitglieder werden gern in ihren Kreisen durch die hierbei folgenden Statuten zur nähern Würdigung der Zwecke, die der Verein im Auge hat, beitragen. — Zugleich wird die Bitte, - daß unser Verein bei Familie ngelegenheiten und sonstigen Vorkommnissen wohlwollend bedacht, sowie von Haustöchtern mit manchen zu verwerthentenden Arbeiten erfreut werden möge, gewiß durch die Aussicht gerechtfertigt erscheinen, daß mit dem Wachsthum der Mittel die Erfolge immer segensreicher sein werden. ' Hoffentlich wird es nur weniger Jahre bedürfen, um die freudige Ueberzeugung allgemein zu verbreiten, daß unser Institut, welches minder die augenblickliche und niemals ganz zu beschwichtigende Noth, als vielmehr das Glück und Heil ganzer Familien und G e n e r a t i o n e n z u b e g r ü nden sich vorsetzt, seinem menschenfreundlichen Zwecke auch wirksam entspricht, und -eine ausgedehnte Lheilnahme verdient. Die Namen der resp. Mitglieder, Gönner und Förderer des Jsr. Frauen-Vereins, so wie Verzeichnisse eingegangener Gaben und Rechenschaft über die gesammte Wirksamkeit werden alljährlich gedruckt werden. Schließlich sei hier nochmals bemerkt, daß Gesuche an den Verein bei Madame C(ara Trier (Türkenschuß), Vor-- steherin, und Meldungen, Geschenke und Gaben bei Madame Henriette Landau (Döngesgaffe im Laden), Sekretärin des dirigirenden Frauen-Komite's, angenommen werden. Achtungsvoll I. M. Jost, Dr. zeit. Vorsitzer. Frankfurt a. M., 8. Februar 1847. Lifsa (Provinz Posen), 26. April. Seit dem ersten Pesachtage ist bei uns der alte Gebrauch des „Mizwot-Ausrnfens" ganz und das ,,Schulktopfcn" zur Hälfte abgeschafft worden. Nach langwierigem Kampfe mit dem Nabbinate und der orthodoxen Partei, die nicht einer: Fuß breit auf dem Gebiete ihres Orthodoxismus weichen will, ist es endlich mit diesem Akte zum Bahnbrechen des Fortschritts in unserer Kultus-Angelegenheit gekommen — aber viele und heiße Kämpfe wird's noch kosten, ehe unsere Gemeinde zu einer zeitgemäßen Umgestaltung des Bestehenden gelangen wird. — Viele unserer Alten wähnen, daß mit der Abschaffung dieser Ccremonien das Judentum irr seinen Grundpfeilern angegriffen wäre, schütteln traurig den Kopf ob des verlorenen Kleinodes, und finden an den ihrem Ohre so wvhltönenden Arien und Allegris unseres Vorbeters noch immer Ergötzung, Trost und Labsal. Während unsere weniger bemittelten FortschrittSmänner die übrigens dem Verhältnisse nach nur eine sehr kleine Partei bilden, sich alle mögliche Mühe geben, irgend eine Neuerung ins Leben zu rufen, zeigt die jüdische Aristokratie (mit nur wenigen Ausnahmen), ihres Beutels wegen, sich höchst indifferent gegen jede Neuerung, und die überwiegende alte Partei steht mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln hemmend den Bestrebungen der Eistern entgegen, so daß leider unsere so zahlreiche Gemeinde gegenwärtig in Bezug auf Fortschritt weit hinter dem Standpunkte ist, auf dem viele andere kleinere Gemeinden unserer Provinz jetzt stehen. B. O e st e r r e i ch. Eperies, 9. April' In den Verhältnissen des israelitischen Saras hat eine Veränderung statt gefunden, von der marr die segensreichsten Früchte zrr erwarten berechtiget zu sein Grund und Ursache hat. — Bei der Restauration am 23. Febr. ist der in diesen Blättern schon rühmlichst erwähnte H. Winter durch Acelamation zum Obervorsteher der General-Gemeinde gewählt worden. Bei der bekannten Loyalität dieses Mannes, bei dem Streben für seine Brüder nützlich wirken zu können, wie er es in den jüngst verflossenen zwei Jahren an der Schule zu Sebes, die leider durch die Schuld Anderer zu Grunde ging, zur Genüge gezeigt, kann es nicht fehlen, daß er all sein Streben in der ihm eingeräumten machtlichen Ausdehnung dahin lenken wird, um den moralisch-sittlichen Zustand seiner Religionsgenvssen zu verbessern und sie wenigstens iheilweise dahin führen helfen, wo sie die Väter des Vaterlandes haben müssen, uw keinen Anstand mehr nehmen zu können, sie zu sich näher heraufzuziehen. Und da in ihm gleichsam die beiden Endepunkte der hiesigen Gemeinde: Der Orthodoxismuö und der Neologismus vereinigt, und das Ganze jetzt nun gleichsam jener vielbedeutenden Schlange, die den Schweif in den Mund hält — gleich ist, also er von Orthodoxen wie von Neologen gleichermaaßen unterstützt werden dürste.: so steht es fest, daß unsere Hoffnungen uns nicht täuschen werden, und wir bald eine wohleingerichtete und auf festem Boden gegründete Schule, die erste Bedingung alles geistigen Aufstrebens, die Quelle aller Bildungsströmungen, das Feldzeichen aller Kämpfenden im Emancipationskampfe, in unserer Mitte haben werden, die von jedemprivaten Einfluß gesondert, und vor ihm sicher gestellt unter k'omitatlicher Hoheit für die Ewigkeit gefestiget uns in den Augen unseres christlichen Bruders Achtung abgewiunen wird. Aus dem Hegylllüer Gebirge. Ende April. Eine Spazierreise in Obernngarn. Ich hatte einige Geschäfte in hiesiger Gegend. Da ich gezwungen war das Endresultat einer Spekulation , die von Beginn bis zum Schluffe Mx einen freien beschäftigungslosen Zeitraum von einigen Wochen ließ, abzuwarten, so beschloß ich eine Spazierreise nach den benachbarten Kommitatm zu unternehmen und die vorzüglichsten Gemeinden zu besuchen. Ich reiste, weil ich keine Eite hatte, mit gc-