Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1847)
- Date
- 1847-04-30
- Page
- Seite 139 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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139 den unklar ist. — Viele Juden freuen sich ,, daß der König in seiner schönen Thronrede einen Vers ans Josua 24 eitirt hat. — Unsere Nacht-Wächter bekomlnen eine neue Uniform, bleiben aber übrigens die Alten wie der ZW. — Holdheim, der bekanntlich ein tüchtiger TaLnmdlst ist, geht damit um, eine rran zu gründen; er gicbt den Theilnehmeril das Versprechen, daß sie mit dem Talmud blild fertig werden sollen. ' An dem großen vnv werden statt der Papa-Familie die Namen jüdischer Reformatoren hergezählt werden. Die; vnv-Rcde wird die Worte: up Vif ILM ,,wie ein Adler sein Nest bewacht" erläutern. Wir haben Hoff-; nung, daß noch eine blühende Jeschiba sich in unserem 1,1^ bilden werde: Nab und Scheinuel sind ' übrigens bei uns Ln einer Person vereinigt. — Seit s Kurzem bemerkt man einen Ausdruck von Kummer auf der Stirn unseres Rcsormgeistlichen: er soll nämlich höchlich bestürzt darüber sein, daß ihm Nichts mehr zum s Abschaffen übrig bleibeJ- Welch' ein embarras de ri- > cliesse! — In Altona werden, wie ich höre, jetzt Anti- Reform - nijTDp verkauft/ die aber, wie alle KameoL ohne Wirkung bleiben. * Frankfurt a. Dt., im April. „Habt ihr gelogen in Wort und Schrift, i So wird's Andern und Euch zu Gift.^ Sextus theilt die Forscher abstrakter Wissenschaften Ä in drei Abtheilungen, iu Dogmatiker, welche glauben die Wahrheit gestlnden zu haben; in Akademiker, welche I glauben, daß sie nicht gefunden werden könne, und in Skeptiker, welche sie noch immer suchen. In unserer Zeit ist noch eine neue Abtheilung hinzugekommen, die Nettrabbiner, welche die gefundene Wahrheit so weit es;; möglich ist in Dunkelheit zu hüllen streben. Ein jüngst -s angchörter Vortrag eines- Rabbiners über die Lehre von =‘l der Auferstchurrg der Todten, worin derselbe die Wahres heit mit seinem Weisheiröstabe berührte, aber sie zugleich ',s mit dunkeln Zauberworten innerhalb eines leicht zu überspringenden Kreises zu bannen sich bemühte, ries bei uns obige Bemerkung herv or, und die Leichtfertigkeit und y. Oberflächlichkeit, mit der der, Redner dieses wichtige y Thema behandelte, nöthigt uns in den kürzesten Um- ■'l rissen, so weit solches in einer Berichterstattung erlaubt 7 sein kann, das Mangelnde zu ergänzen.,— | Das Dogma von der Auferstehung der Todten—, y dessen Abteugttttng die Mischna, welche für den Glall- >;'] beu au die Gottheit keinen Lehrsatz aufstellte und das y Judeuthum überhallpt nur in Handlungen aber nicht in | Dogmen zu suchen scheint, mit einem Verlust der ewigen | Seeligkeit bestraft wissen wollte, und welches Dogma § selbst die Karäcr unter ihre Glaubensartikel aufgenom- | inen haben—, ist, wie es sich, leicht erweisen ließe, d e m § Parsismus entnommen*) und. sich Daher von diet *) .So heißt im Persischen Gagard der Lebensbaun^ durch I ser Lehre nur in den heiligen Urkunden, die ncich der babylonischen. Gefangenschaft abgesaßt wurden , Spuren Nachweisen lassen. Im Talmud selbst finden sich die verschiedensten'Ansichten, wie diese Lehre aus der heiligen Schrift zu erweisen sei, und von einem Talmudisten wird selbst die Hauptbeweisstelle, das 37ste Kapitel in Ezechiel, als eine prophetische Vision erklärt; selbst die allgemein angenommene Beweisstelle mrs Daniel 18'p' isy noiN W'ü crmi, wird von den karäis ch e n Kommentaren auf die Wied e r e r h e b n n g $ 3s raets zur Zeit der Makkabäer, gedeutet (ei. Jbn Esra z. St., Aderet Elia S. 50, Jkkarim 4. 35)» Nichtsdestoweniger findet sich diese Lehre in allen nachbiblischen Schriftguctlen und zwar in der grobsinnlichen Bedeutung von der Wiedervereinigung der Seele mit ihrem primitiven Körper und fand sie in der, ältesten Gebeten und Hymnen synagogale Aufnahme. Schon in der zweiten Tempelperiode war die Auferstehung so allgemeiner Volksglaube geworden, daß in der aposto-- lischen Zeit'-leergesnndene Gräber sogleich Anferstehungsgedankeu hervorriesen, welche denr nentestamentarischen Messiasreich bei der leichtgläubigen Nienge genügende Stütze gaben. Die divergircnden Ansichten von dieser Lehre unter den jüdischen Religionsphilosephen, ob nämlich die aufcrstandenen Körper vergänglich seien oder nicht, ob dieses Wunder in der mesfianischen Zeit oder in der zukünftigen Wett stattfände und andere ähnliche scholastische Untersuchungen, die in der Eschcrwtogie einen urbaren Boden haben, gaben hier ebenfalls den grobsinnlichen Vorstellungen zwar haltbaren Stoff, hatten aber zugleich das Gute, die Idee der Unsterblichkeit dadurch zu bestärken. Der rationelle Maimuni^ welcher, wie Schlesinger (in' seinen Anmerkungen zum Jkarim 1. c.) richtig bemerkt, durch sein gänzliches Stillschweigen im More von dieser Glaubenslehtc die treffendste Kritik giebt, konnte oder durste da, wo er die philosophische Spekulation verläßt, ihre Resultate nicht auf das traditionelte Bekenntnis; anwenden und schrieb itt seiner Abhandlung über die Auferstehung, wo n die Orthodoxie seiner Ansicht vertheidigt, wie folgt: „Die Auferstehung der Todten, welche unter nnserm Volke so allgemein verbreitet,., von allen Sekten zu einer Glaubenslehre erhoben, in den Gebeten, welche die Propheten und unsere Weisen verfaßt hatten, ausgenommen wurde, m\l worüber der Talmud u. die Midraschim mrsführlich berichten , ist die W i e d e r v er e i n i g n n g der Seele mit dem Körper nach ihrer Trennung durch den Tod. Hierüber findet keine Kontroverse statt und es ist daher den die Todten einst Leben bekommen (Zend-Avesta I. 101). Abravanel zu Jesaja sagt: □'»Dnpn mH '-DDHO "03 ovion n«nri3. Vup? TUDnn. noDrp c^poy nc.Y und diese indischen Weisen suchen, nach, dem vorigen Zitat aus dem Werke von Abraham Jcrchja, die Auferstehung dlkrch siderische Einflüsse zu erkläreln 18 *