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Der Orient · 1847-04-16 · 16 (16.4.1847) · p. Spalte 247-248

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
16 (16.4.1847)
Date
1847-04-16
Page
Spalte 247-248 (sequence 4)
Language
German
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247 meinde mfl einer noch bedeutendern Hochschule oder Jeschiba, leistete er 1763 Folge, wie sein Schwiegersohn Jsaäk, der oben erwähnte Herausgeber des von Jakob Berlin verfaßten Beer Jakob, in der Vorrede zu diesem Werke ausdrücklich bemerkt. In Fürth veröffentlichte Josef (1774) obgenanntes aus 73 Gutachten und einem fragmentarischen Anhänge von Talmuderklarungen bestehendes Werk, Sichren Josef, als er.noch blühenden Alters, nach unserer Rechnung, etwa 54 Jahre zählte, zu welcher sodann die Worte seines Schlußgedichtes „W ’fciD’ NID ,12'VI .'UPI '1)1" recht paffend erscheinen. Er blieb daselbst bis &u seinem Lebensende, welches vor 1778 in seinem sieben- oder achtundfunfzigsten Jahre eingetreten sein muß, weil in diesem Jahre Hirsch ben Abraham als Rabbiner in Fürth unter den Druckbestätigungen (z. B. zum nyi ilT Fürth, 1778 f.; zum Fürth, 538 f., woselbst in der Haskama Josef als verstorben erwähnt wird,) gezeichnet ist. Den von ihm gefaßten Plan, welchen er am Anfänge der Talmuderklärungen auch deutlich genug ausspricht, Kommentare zu Bibel und Talmud noch aus Licht treten zu lassen, konnte er nicht mehr verwirklichen, und selbst das von ihm in den Chidduschim 116 d citirte halachische Manuskript N2 genannt, mag wohl nie edirt worden sein. Sein Lehrer war der von ihm erwähnte Jakob Kohen, Rabbiner zu Frankfurt am Main und Vf. des 31#, unter seinen Studien geführten verdienen besonders genannt zu werden: Jakob Berlill in Fürth, Verf. des Ipy und Josef Ettlingen (I. D. G. 3 und 4), Rabbinet zu Wassertrüdingen in Baiern. Seine erste Frau CH aja war eine Tochter des Aßiba Kehana Szird, welche Beide, Vater und Tochter, von ihm am Ende des Werkes löblich erwähnt werdenz seine zweite Frau, die gelehrte Krendel, deren geistreiche Erklärung einiger Gebetstellen er im 13. Gutachten des Orach Chajim aufnimmt, war eine Tochter des von ihm oft eiticten berühmten Talmudisten Low Berlin, des sogenannten Lö bi sch Eisenstadt, und eine Schwester des tiefgelehrten und kritisch tüchtigen Je scha ja Pik^) in Breslau und des Da v id, Rabbiners in Dessau und später (1768) in Hamburg, der 1776 das Zeitliche gesegnet (E. H. G. 11; Eh. H. G. 1). Außer den genannten Verwandten spricht er noch (soft 111 b) von einem Schwager Na ftali Hrrsch Katze uel lenb o ge n in Mannheim, Landes- Rabbiner der Pfalz (ek. zu 'hx mü)/)/ der dem Anscheine nach eine Tochter des Löw Berlin ebenfalls zur Frau hatte. Rabbi Josef, eben so scharfsinnig als gelehrt, stand da als einer der größten Talmudisten seiner Zeit, und erhielt natürlich Anfragen aus weiter' Fernes und von den tüchtig- 2) Vergk. LB. d. Or. S. 782. Jahrgang 1845, die kurze Schilderung über Jeschaja Pik. 3) Anfragen aus Ungarn , aus Hamburg, Verona, Amsterdam, aus der Schweiz. 248 ften Männern. Er gehört zwar nicht zu den Dunkelmännern und Finstergläubigen, kann aber noch weniger zu den Freisinnigen gezählt werden, da er gar heftig gegen das Zusammentanzen verschiedener Geschlechter, lobt, und in der Meinung fest beharrt, Männer müßten in einem und Frauen und Mädchen im andern Zimmer walzen. Sehr naiv klingt die Unterredung, die er mit dem herrschaftlichen Besitzer.von Meder-Ehenheim gepflogen, gegen dessen ausdrückliche Erlaubniß er mit Berufung auf Kaiser und Reich das Tanzen am Festtage bei 10 Thtr. Strafe verboten. Aus Anklage der Tanzlustigen zum Kreisherrn gerufen, erklärte er diesem das Tanzen für Sünde aus Richter 21, 21, weil es dort heißt : „nfonDD ■brb.'h'w jmn dk und nicht ny iW nun V ferner aus Jes. 31, 13, woselbst nicht gesagt ist: 'fyhqn Dnirin oy nhro rwn fei; sondern n'n1» ciyph mra .binba nbinir fiDt^n 1^ ,, auch aus Sech. 12,'. 12 wo ausdrücklich: rP3 nrWD 'llb DrpfiWl verkündet ist, wie endlich aus dem bekannten und zu diesem Behufe oft angewandtem Spruche Hiob 31, 1:- rftirn by psruv nai 'wyh.'irro nm, and behauptete aus solchen und ähnlichen Gründen sei auch in Fürth und Metz das Tanzen verschiedener Geschlechter untersagt. Der Kreisherr,-überzeugt. von der Wahrheit dieser Meinung und der Sündhaftigkeit des Tanzens,' wollte nur noch bei dem ihm befreundeten herrschaftlichen Besitzer von Metz Erkundigung emholen, ob, dies Verbot auch dort in Kraft sei, und gab, nach erhaltener Antwort, dem R. Josef den Bescheid, daß in Metz dies Tanzverbot längst bestehe, und daß die jüdischen Gesetze gar nützlich und heilbringend wären. — Seine mehr konservative Gesinnung tritt auch in der abschläglichen und verneinenden Antwort hervor (G. 15. O. CH.), welche er seinem Schwager Pik gegeben, daß nämlich die Gebete selbst an den Stell e-'n nicht ab zu ändern seien, in welchen eine Jahreszahl, etwa, seit der Zerstörung Jerusalems gerechnet, aufgestellt sei, und mit jedem. Jahre zunehmen.und größer werde, weil nJD DTM) bhia -W\ "nd die zu geringe Zahl der Jahre die Klage über die Lange des. Exyls doch keineswegs .vermindert. Ueberhaupt sind die mit Pik ge-rechselten Briefe höchst interessant, und nicht nur des Stoffes und Inhaltes, sondern auch der Individualitäten wegen, die in denselben so sonnenklar sich abspiegeln. Und ist der Ausspruch Le Stile c’est r’honimc eine Wahrheit, so findet er besonders in R. Jeschaja Pik seine Begründung und Bestätigung, der in allen seinen Briefen Gedrängtheit und Kürze bei logischer Denkungsweise und streng kritischer Auffassung darthur, die Weitschweifigkeit der haarspaltenden, witzelnden Diskussionen vermeidet, und besonders Edelsinn und Bescheidenheit gar viel, zeigt.. Er nennt unfern Joses zum ostern Rabbi, und doch, hätte dieser von ihm noch gar viel lernen können. Unter den gelehrten Zuschriften. beider Männer ist die 13. und 14. im Orach Chajim.hervorzuheben, in welchen sie über Elasar Kalir getheilter Meinung sind, und diese zu vertheidigen su- Studien. Biographische Skizzen

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