Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 15 (9.4.1847)
- Date
- 1847-04-09
- Page
- Spalte 231-232 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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231 ■282 Studien. Geschichte der M. Literatur in Babylonien. angefangen,SZi), um diese ordentlich zu beleben; der Rektor Nachman b. Jakob ging nach Schaka nzib330, wo er , schon früher oft hinreiste, und Manches anordnete und schlichtete 33J uni» Rab Schesch t, der bis jetzt in Neharde'a als Lehrer fungirt hatte,. ging nach Schiihi33^, und gründete daselbst eine neue Schule. Die Schüler verstreueten sich auf diese drei Plätze. 4. Nachdem die H-chsule zu Nehawde'a mit dem Jahre 258 durch eine gewaltsame Katastrophe, wenigstens in ihrer Bedeutsänikeit, für immer aufgehört, und wirvon dieser Stadt später nur nebenbei erfahren, daß manche Lehrer zu Pum- Badita von dorther kamen und daß die Exilarchen wieder dort ihren Sitz aufgeschlagen, bleibt uns nur noch übrig, die Trümmer derselben bis zu ihrem.gänzlichen Verschwinden zu verfolgen, und dies kann am Besten geschehen, wenn wir den drei berühmten Auswanderern nach ihren neuen Plätzen folgen:' 1) Der Exilarch R'Abba b. Ab uh ging nach Machusa. Dort erstcht eine Hochschule, dessen Rektorat Josef b. Chama, der Vater des um 327 daselbst gewordenen Rektors,' treffen. Aus Ammian erfahren wir zugleich, daß Machusa 90 Stadien, d. h. 4 Stunden von Ktesifon entfernt lag, und aus dem Talmud (SEa'aitit 24 b.$ Mo'ed Karan 25 b>, daß sie dicht am Tigris gelegen und wenn es regnete, dos Wasser der Gossen in den Tigrisstrom lief, was ganz richtig ist. Von den Bewohnern (B'ne Machusa) wird berichtet, daß sie dem Wohlleben sich gern ergaben, und daher Höllenkinder Od) genannt wurden (Rasch ha -Schana 17 s); ihre Matten, welche sic anzufertigen verstanden, waren bekannt lSukka 26 5). Daß die Bevölkerung fast nur aus Juden bestanden, daß die Thore Machusa's d. h. die Stadt mit ihren Mauern, eigentlich die Vormauer und Schutzwehr für die Burgstadt Koche (Vj^n -X&zv bei Arrian) mar und sie mit jener nur eins bildete (Joma 11a.), mithin wie Koche am. rechten Tigrisufer im Süden des Nehar Malka (Ammian Marc.!. u.): das und dergleichen erfahren wir aus dem Talmud. — 329) Siebe die vorige Anmerkung- — 330) Schcrira l. o. Da blieb-er auch bis zu seinem Tode, und diese Stadt verschwindet auch mit ihm aus der Geschichte der Hochschulen, wie Schilhi mit Rab Schescht, Nkra sch mit Nab Papa, der Rektor der sorcmischen Hochschule war, und nur Machusa, das als zur Hochschule Pum-Ba.dita's gerechnet wurde, erhielt sich länger. — 331) Joma 18b; Jebamot 37b. — - 332) Schilhi war ein Ort am untern Tigris, gegen W a si t hin, aneinem Kanal gelegen, der oberhalb Wasit aus dem Tigris hervortritt. Bei den Arabern (Abulfeda ed, Wüstenseld p. 18, Note p. 102. Edrisi eil. Zaubert 1. p. 364. Jbn Challikan .S. 88) führt dieser Ort daher den Namen Fum el-Sithr (User von Sil hi) d. h. Pum-Schilhi, von der Mündung des Kanals benannt, wie doch auchPum- Badita in gleicher Weise nach der Mündung benannt wurde. Wasit war 7 Ferseng davon entfernt und Schilhi war demnach ungefähr in der Nachbarschaft des heutigen K u t el-Amürü. In Schilhi (Fum el-Silhi) war es, wo der Khalif ek-Mamlln si. I. 825) seine glänzende Hochzeit feierte, von der Abulsedä (ed. Reiske 9. 184) so Vieles erzählt. — des Raba — der aber keineswegs unmittelbar.seinem Vater folgte, da er nur die Hochjchule von Pum-Badita dahin verlegte und in der .Succession sich den Rektoren desselben anschloß .-7-, übernimmt. Der Exilarch war wahrscheinlich'der unter dem Namen Abba zu Machusa vorkommendc, der viele Rechtsfragen an Josef b. Chama richtete 333, und es ist möglich, daß dieser Josef sein Chacham für die kurze Zeit, die er noch lebte, war. Ihm folgte irnExilarchat "Ukban b.Abba, sein Sohn, der mit N a ch m a n in gelehrter Verbindung war334, den C h'asda hoch achtete aber auch tadelte^, den R. Schescht aus religiösem Skrupel mied33", und diesem folgte dann Hü na Märe, sein Bruder, dessen Chachamim Rabba b. Nachmani , Adbaji und Josef d. Chama waren und der um 296 gestorben. Zu Anfang des 4. Jahrhunderts ist wahrscheinlich auch Josef b. Chama gestorben, und Machusa hörte auf eine selbstständige Hochschule zu haben, bis Raba von Pum-Badita aus nochmals diese erneuerte (337—51), ohne daß sie aber anders als zu Pum-Badita gehörig betrachtet wurde. — 2) Nachman b. Jakob, der ehemalige Rektor zu Neharde'a, gründete zu Schakanzib eine neue Schule, aber diese blieb ganz ohne Bedeutung und sie verschwand auch mit Nachman als Ort einer Hochschule. Der Schwiegersohn des Exilarchen und der tüchtige Kenner des jüdischen Rechtes behielt aber immer so lange er lebte ein großes Ansehen, und er lebte noch nach der Auflösung der nehardela'schen Schule 42 Jahre, nach den Chronisten, was durch einzelne Momente während dieser Zeit (258—299) bestätigt wird 337. Er erlebte es, als Mar Jochanan, der berühmte Rektor in Palästina, im Jahre 278 gestorben, und er hegte große Achtung für seine Nachfolger Am e und Asse333; er erlebte aberauch ' 333) Baba Batra 157 b. — 334) "Erachin 34 b. Der Exilarch- 'U f b a b. Nechemja (Baba Batra 55a) war zur Zeit R a ba's (337—351), wie schon Alfasi u. N. Ascher dort für Rabba lesen. — 335) Sabbat 54 b. Er nennt ihn blos M ar °Uk-ba. Siehe Raschi daselbst. — 336) Sed. Ha-Dor. 158 b. — 337) Schimschon de Chi non in Sef. Keritut -(ed- Amst. Absch. IV. S. 20 d) giebt dessen Tod auf 319 n. Ehr. (nämlich 631 A. s) an, und er würde demnach 69 Jahre fungirt haben. Allein abgesehen davon, daß dieser Autor gerade in dem chronologischen Thcile die größten Unrichtigkeiten und Irrungen hat, und mithin fast gar nicht in Betracht gezogen werden sollte, so kommt noch dazu, daß das Datum der Katastrophe durch Bar-Nezer, das er um 277 anstatt 258 n. Chr. festsetzt, auf die Bestimmung der Lebensdauer Nachman's Einfluß geübt. Rur das Eine ist richtig, daß Nachman im 42. Jahre nach diesem Ereigniß gestorben, wodurch die Berichtigung auch leicht wird. Wahrscheinlich hat Schimschon. für Nachman's Tod soSn gefunden, und es ist daraus N^Sn, unl> DDpfi für das Ereigniß ist bei ihm geworden; der eine Fehler hat den andern erzeugt, ohne daß man jetzt bestimmen kann, welcher früher war. Nachman starb demnach 299 n.. Chr. und diese Datum-Bestimmung findet auch anderweitige Bestätigung: — 338) Sabbat 419 -1. Daß dort Nachman b. Jakob zu