Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 13 (26.3.1847)
- Date
- 1847-03-26
- Page
- Spalte 197-198 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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197 Studien. Die hebräische Deklination. 198 noch jetzt bei dm Italienern zeigt. -Ferner hat sich die Urform jedoch am stereotypsten erhalten in den alten Wcrwandschastsivortern, den Nom. gent. uut besonders in den Rom. prop. als den überhaupt unwandelbarsten Wertformen, Unb endlich haben sich die Vokale da rmverwischt erhalten, wo das Wort in engere Verbindung mit einem andern Worte tritt, also im st. const. wie auch vor Sufstris. Dies vemusgeschickt, wollen wir uns bemühen in Folgendem nachzuweisttt, daß im Hebräischen die Kasus!) ez eich n ung aufs engste mit der Geschlechtsbez eich nun g .zusammenhängt, daß Kasus- und Gcmlssystem bei dem Hebräer identisch sei. - Die alten Völker, die in innigerem Verkehr mit der Natur gelebt und deren urkräftigem und lebendigem Gefühle die ganze Natur als eine unendliche Werkstätte des Lebens und der That sich .offenbarte, erfaßten zuvörderst die Erscheinungen' sehr sinnig nach sich selbst und dem eignen Leben, folglich als lebendig und persönlich ans. Wenn sich bei reiferer Reflexion em Gegensatz geltend machte, so war es der ihrer ganzen Anschauungsweise nach an: fchneidensten sich herausstellmde des Unlebendigen vom Lebendigen und Persönlichen*). Sie unterscheiden demnach zuerst nur Person. und Sache oder Maskulinum und Neutrum. Indem nun mit der Entwickelung und Trennung des Begriffes nothwendig auch die Scheidung in der Form znsammenhängt, so fixirte die Sprache, als der unmittelbarste und getreueste Ausdruckder innen: Anschauung, diesen begrifflichen Unterschied nun auch in der Form. Das Neutrum trennte sich formell vom Maskul., wie es begrifflich scharf von ihm geschieden war. Der sexuelle Gegensatz hingegen des Männlichen und Werblichen war von geringerem Belang. Er gehört erst, einer vorgeschrittenen -Entwickelung der Sprache an und war nicht im Stande jenen, nothwendig frühern Unterschied in den Hintergrund zu drängen. Jedenfalls zwang der später erfaßte Begriff vom Weiblichen die Sprache nicht mehr zu einer neuen Form für dasselbe. Es wurde, als das schwächere, demnach auch gleichsam als das weniger lebendige dem Unselbstständigen und Unpersönlichen beigeordnet und hat sich auch der Form nach mit dem Neutrum zu einer vollkommenen Einheit verschmolzen. Diese Erscheinung erklärt sich auch dadurch, wenn man die national-konkrete Anschauung des Semiten überhaupt in Erwägung zieht. Dem Semiten ist die niedrige Ansicht vom Weibe charakteristisch; er denkt sich das Weib als unselbstständig, als das Prinzip des Empfcm- *) Die persische Sprache unterscheidet so belebte und unbelebte Wesen durch verschiedene Formen des Plural. Vgl. Mithridates Th. 1. S. 284: Murray history of the European languages, Vol. 2. p. 289. genS, als durchaus paliells. — Als Beleg für die Möglichkeit einer solchen Anschauung mag uns unser deutsches: ,,das Weib" dienen. Es wird durch das sächliche Geschlecht als Dingname bezeichnet und tritt fo.rnl e l l a l ö N e u t r u m cutf, wie wohl es begrifflich ein Femininum ist. Wie sich un§ bisher das Persönliche und Sachliche allein als die beiden Hanpikategorien der generellen Differenz erwiesen haben, eben so werden wir auch im Kasnsverhältniß nur diese einfache Gnmdanschaung vorherrschend wieder finden. Mit dem Charakter der Persönlichkeit und Selbstständigkeit tritt das Subjekt, der Nominativ im Satze auf. Er tragt den ganzen Satz und ist so gleichsam das thätige Prinzip des Satzes, das Maskulinum. Das Objekt Hingegen wird von vorn herein als abhängig und unselbstständig gedacht; es ist das Gethaue im Gegensatz zu dem Thätigen oder besser es ist Sache (ensus rei) im Gegensatz zur Person. Der Akkusativ entspricht daher ganz den: Neutrum. Wir hätten aber auch noch nachzuweisen, in wiefern diese Identität des kasnalen und generellen Systems auch in der . Form ausgeprägt sich, .zeigt. Es müßte ein und dieselbe Form das Maskulinum und den Nominativ, wie das Neutrum und den Akkusativ bezeichnen. Daß es wirklich so ist, wird sich uns bald auf überraschende Weise ergeben, und wir werden die wunderbare Oekonomie anstauuen müssen, mit der die Sprache nach unserer Anschauung so weit verschiedenes auf demselben einfachen Wege zu erreichen wußte. (Fortsetzung folgt.) Schulliteratur oder ~ neueste Schriften für die israelitische Schule. 4) Analytische Elementarlehre der rabbrm'sch-mosaischen Religion, der biblischen Geschichte und der Sittenlehre. Als zweite , verbesserte Auflage seiner ,/Vorübungen für die minderreise Jugend" von L. Skreinka, befugtem Rabbiner, dirigirendem Senior und Katecheten ander isr. Real-Hauptschule zu Arad. Arad, 1846, 8. Bevor wir über das Buch selbst den Lesern einen Bericht geben, wollen wir vorerst einige Worte über die äußere Erscheinung des Büchleins, und auch etwas über den Verfasser sagen, wie auch Manche die Achsel zucken mögen, meinend, daß dies nicht hierher gehöre. Die äußere Form des Büchleins ist sehr geschmacklos, fast möchte man fügen, ein Muster der Geschmacklosigkeit; durch die Sucht recht hochgebildet und preciös zu erscheinen, kam oft ein Deutsch zum Vorschein, daß recht herzlich schlecht ist und an orthographischen Fehlern und grammatischen Unbeholfenheiten fehlt es 13 *