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Der Orient · 1847-03-19 · Heft 12 (19.3.1847) · p. Seite 91

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 12 (19.3.1847)
Date
1847-03-19
Page
Seite 91 (sequence 5)
Language
German
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91 Kehre heim Meuschensohn > kehre Staub zu Staub zuzurück, kehre Geist zu Gott zurück [ Wer von uns ahitte, als er ztrletzt vorbete und in n^Dn um ein gesegnetes und gesundes Jahr flehte:- , nbbpb np-iiP nzb O^T)b, daß es für ihn sein werde daß wir sobald um seine entseelte Hülle versammelt sein werden, — um ihm die letzte Ehre zu erweisen, tun für seine Seele zu dem Gotte der Geister zu bereu? Wem sollte hier nicht tiefer Schmerz ergreifen, wenn die zarte Blume von ihrer Wurzel abgerissen, schnell verwelkt, ehe sie zur Vollkommenheit gediehen ist! Trauernd stehen wir bei dem Anblicke solcher Zerstörung; wie viel mehr, wenn der Mensch im Frühling seines Lebens verwelkt wie die Blume des Feldes; wenn die ausgegangene und hellleuchteude und wohlthuend erwärmende Lebenösonne gleichsam am Hellen Mittage plötzlich erlischt, und in die Nacht des Grabes versenkt, und alle ihre schönen Lebenshoffnungen wie. das fallende Laub vom Sturme verweht werden! Ja betrübt stehen mr hier, und das Herz bebt in uns, wenn der Mund die Wahrheit ausspricht ,,der Mensch ist in seinem Lebert wie GraS, er blühet wie eine Blume auf dem j Felde, wenn der Wind darüber fährt, ist er nimmer da, rind seine Stätte kennt man nicht mehr!" Noch betrübi ter und betrübender aber, wenn wir des greisen Vaters j und der liebenden Geschwister Schmerz erwägen, über j Leu Verlust eines solchen Sohnes und Bruders, der i zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, und der sie tuet d u r ch sein Dahin sch ei den betrübte! — Ach! es ist ein unaussprechlicher gerechter Schmerz, der rms entgegen weint! Ein alter Vater zum zweiten Male in Trauer versetzt durch den härtesten Schlag, der einen liebenden Vater treffen kann I Ach wie wird er bei der; Trauerkunde mit David jammern 'nw 'D! * T^nn Mein Sohn, mein Sohn, o! daß ich für;; dich gestorben wäre! Ach! und die Geschwister. Ein Herz und eine Seele mit dem Vollendeten! Die auf Liebesflügeln hierhergeeitt an sein Krankenbett und nicht , gewichen bis zum letzten Athcmzug — getrennt nun von /? ihm, von dem Treuen und Guten, von dem geliebten! und Liebenden Bruder, durch den unerbittlichen Tod! Ja gerecht ist ihr Schmerz und ihr Wehklagen , indem ste jammern und, wir mit ihnen: „y^ai n~>dw w1? v KJ’Oa bip JODya!" Wehe ob dieser Schönheit, welche 7 die Erde so frühe bedeckt! ob dieser schönen Seele; ob dieses reinen Herzens, ob dieses religiösen Gemüthes, fern von Heuchelei und Schein- und Werk-Heiligi Wi, echte Gottesfurcht Ln seiner Tiefe barg! Wehe! ob $ ^üst's männlich festen Charaktersob dieses seltenen und Ä schönen Talentes, Wehe! Wehe! denn dieser Baum wurde rn der vollsten Blüthe, im kräftigsten Wachsthum entwurzelt! Und wenn die trauernden Verwandten und Freunde % fragen: warum fliehet der ^Mensch wie ein Schatten da- I Warum ereilet ihn in des Lebens Frühe die Nacht r des Todes? Warum mußten trotz aller angewandten Mittel, trotz der sorgfältigsten Behandlung und Pflege, trotz aller Mühe und Anstrengung der Kunst und der thätigstetü ja aufopferndsten Liebe von Verwandten und Freunden, von Nahen und Fernen, die den Abgeschiedeneu in so ausgezeichnetem Grade zu Theil wurden warum mußte denn doch diese Blume dahinwelken? Dies jugendliche Leben so schnell enden? Wahrlich, aus Alles dies meine Lieben wissen wir, wenn wir uns an das Sichtbare Halten, nicht zu antworten. Ob auch der menschliche Geist Alles durchforscht in der sichtbaren Welt, woraus er Beruhigung schöpfen könnte; er erfährt es bald , daß das. was er sucht, darin nicht enthalten sei. Die irdische Weisheit reicht nicht aus poon rmn mn. können wir auch in dieser Beziehung sagen. Sie, die Erde hat keinen Balsam für solchen Schmerz. Darum tritt die höhere Weisheit, die unS durch ^„Himmelsleiter" der Offenbarung geworden zu den Trauernden, und führt sie zur Himmelspforte, läßt sie die „Engel Gottes" schauen, wie sie hinauf- und herabsteigend Gottes heiligen und uncrforschlichen Willen vollziehen, auf daß sie, die Leidtragenden demuthsvoll von dem Herrn das Knie beugen und mit der Gtanbenskraft sich hingeben Ihm, um seine heiligen Fügungen, ans daß sie erkennen, daß der Höchste oben steht auf der Leiter, und daß Er es ist, der gerufen hat: Abraham! Abraham! gieb mir auch deinen andern geliebten Sohn, den Zweiten, der sich meinem Dienste auf Erden weihte! Ich habe sie dir, sie euch gegeben; ich fordere sie zurück; jetzt, in des Lcbensfruhling, da ihre Seele noch unentweihet ist von der Welt; jetzt, da ihnen der Sinn fürs Höhere immer reiner und heller ansgegangen ist, sollen sie mir Beide dienen im himmlischen Chore! ■. dw noi '3iö no njn.' .! irr 2) k^nr-r npttf Das ist der Ruf dessen, der auf unsres Jakobs Tage auf sein Buch geschrieben, bevor noch einer derselben war. □na “inx xb) mn\ . nna* , lanavob -pDD by und der ihn seilt frühes Grab an dem für ihn bestimmten Orte fillden ließ (^mb , to pmyo jüw m “ot rprv p^aia pn yarm) sagen unsere Weisen „da, wo der Mensch vor Gottes Gericht gestellt werden sott, da-- hin bringen ihn die eigenen Füße, dahin bringt ihn sein eigener Wille!" Vor dieser unerforschlichen Bestimmung beugt sich der fromme Israelit auch in der tiefsten Trauer, bringt ihm sein Liebstes zum Opfer, und spricht mit den Worten Abraham ’OJn! hier ist's! dein Wille, deines Rathes Fügung war's nnox , vtbkvj nwy nnN *0 , D! Darum will ich. den Muttd nicht öffnen, will ich gerne verstummen, denn du v Gott hast es gethan! Und in diesem Glauben allein m. L. ist die Kraft enchatten, die das Herz der Trauernden bedarf. In dieser Ergebung allein fiitdet die Seele den Trost, nach welchem sie verlangt. Durch sie ward der 12*

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