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Der Orient · 1847-03-19 · Heft 12 (19.3.1847) · p. Seite 90

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 12 (19.3.1847)
Date
1847-03-19
Page
Seite 90 (sequence 3)
Language
German
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90 jim" es verlangt, mit Kreide ausgezeichnet werden, sondern als Kupferstich erscheinen und also Zn durchgeklopst werden. Hr. E. sott nämlich bei einem hiesi-. gen Reformer, das treffende Porträt Haman's gesunden haben. 4 München, im Jan. (Nekrolog.) Emen trefflichen Jüngling, unter gar vielen seiner Altersgenossen hervorragend, haben wir hier trauernd zur Erde bestattet. Auch die Leser des „Orient" erinnern sich wohl noch des von tiefer wissenschaftlicher und technischer Sachkunde nicht minder als von warmer Begeisterung für den Gegenstand und für den verehrten Meister Sulz er in Wien zeugenden Artikels über Synagogengesang von Jakob Mendelsohn (Orient Nr. 8 von 18^5). Dieser geist- und gemüthvolle Sänger, der erst seit dem September in unserer Mitte geweilt und gewirkt und von dem unsere Gemeinde für ihr Kultnswcsen die schönsten Erwartungen hegte, ist uns in der ersten Blüthe seiner Jahre und seines Wirkens fast plötzlich durch den Tod entrissen worden. Ein Schüler und Liebling Sulz ers und gleich diesem enthusiastisch glühend für die Erhebung und Belebung des israelitischen Gottesdienstes, fungirte Jakob Mendel so hn, kaum 22 Jahre dt, mit nngetheiltem Beifalle als Vorsänger in der Synagoge zu Straß bürg, von wo er sich, nach achtmonatlichem Wirken, da der definitiven Anstellung des Ausländers in Frankreich Hindernisse im Wege standen, zum Liefen Bedauern der dortigen Gemeinde hierher begab, wo er in wenigen Wochen für die Erbauung der Andächtigen so Erstaunliches leistete, daß wir seinen frühzeitigen Tod in der That einen höchst empfindlichen und beklagenswerthen Verlust für unfern Gottesdienst nennen müssen. — Die gesummte Gemeinde folgte trauernd dem Sarge des Entschlafenen,-und die treffliche Rede unseres verehrten Rabbiners Hrn. Aub bei dieser Gelegenheit, welche auf die Anwesenden den tiefsten Eindruck hcrvorbrachte, verdient durch Ihr weitverbreitetes Organ einem weitern Kreise bekannt zu werden und dem früh dahingeschiedenen frommen Sänger als würdiges Epitaph zu dienen. — Hr. Rabbiner Aub sprach am Grabe vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft mit ücfgernhrter, häufig von Thränen erstickter Stimme folgende einfache und ergreifende Worte: .. jb'VDippan:nn ttr spjn ,-mwx*)'ü pm DipQn npn , wmn ns vüw m nsnN asro rwnv obm Ninn DipDa.rjDßw )2 Dvn?i D'i?v cvtav n)ni nwown' y\Jb drrpN 'n rby 3L) 'n rum ."niintf i? n'Vw nn» 'im -pNn Jakob ging weg von Beer Scheba um nach Charan zu gehen. Unterwegs kam er an einen Ort, da hielt er an und übernachtete daselbst; denn die Sonne ging unter und es ward Nacht, und er legte einen Stein unter seinen Kopf, und legte sich daselbst nieder und schlief. Und er träumte: „eine Leiter die stand da aus der Erde, ihre Spitze, aber reichte bis an den Himmel und die Engel Gottes stiegen auf und ab, und oben stand der Ewige und sprach: Ich Lin der Herr der Gott deines Vaters Abraham, das Land auf.welchem du liegst, das gebe ich dir".. Meine Freunde! In diesen wenigen Zeilen der heiligen Schrift der Sidra des jüngst vergangenen Sabbat ist das Leben und der Tod, ist die Geschichte des von uns Allen tief betrauerten Jakob Mendelsohn enthalten. — Jakob, der Sohn Abraham Mendelsohns ging weg vom väterlichen Hause, war auf der Wanderung zu seinem Freunde und Vetter begriffen, kam hierher pON wo er an hielt, oder eigentlich angehalten wurde, lrsDDjr Dwn p>. sagen unsere Alten von Jakob, um hier zu beten, nach der Bedeutung ,,xbx njrJßpN rfen". Auf einmal ward es dunkel', die Sonne ging ihm zur Unzeit unter, nrütyS DiNnD non b 'nypw es ward finster und immer finsterer, bis es endlich ganz Nacht wurde, und unser Jakob legt sich nieder — zur ewigen Ruhe! Ein Stein unter seinem Kopfe ist sein Pfühl und die/ Erdscholle seine'Decke; denn die Stimme Gottes rief ihm zu aus der Höhe „ich bin der Ewige der Gott deines Vaters Abraham, die Erde auf der du liegst gebe ich dir, die ist dein Eigenthum, die ist Alles was dir hier geworden!" Ach meine Freunde!- wer von uns dachte, daß dieses Wort so schnell an ihm zur Wahrheit werden werde! Beim Beginne dieses Jahres am nS, da standen wir mit ihm und um ihn HlDinD Dnw*. TT3DD "pyv, vor Gott zu Dank und Gebet; da lauschten wir seinem; Herz und Seele ergreifenden Vorträge, wie er aus der Tieft seines Gemüthes flehte für sich und für die ganze Gemeinde dtich p:n D^nn pn b'-orb um Gesundheit, um langes und glückliches Leben 'v , rnvs'Ql «Tr? 'O -iDW 'ü) 'bw't da fühlten wir uns Alle gehoben; doch das herrliche, von ihm fo'tief au fgefaßte und eben so vorgetragene Gebet des TDyv orn , fD) üsttfDD von dem er selbst gestand, er könnte es nicht nochmals auf dieselbe Weise vortragen, leider! hat er Wahrheit gesprochen, es war ihm nicht gegönnt, dasselbe auch nur noch einmal vorzubeten! Wer von uns ahnte aber damals, daß Er es sein werde, der sobald wird vor Gericht gestellt werden, Hin Rechenschaft geben zü müssen vor dem Könige aller Könige, dem Heiligen, getobt sei er; daß an ihn. sobald der Ruf ergehen werde „bis daher und nicht weiter!" Hier ist das Ziel deiner Reise, hier dein Eharan, hier das Land, hier die Erde, in die du dich zur Ruhe niederlegen sollst!'^ Wer von uns dachte, als er sich am jüngsten Versöhnungs- Lage vor dem Herrn über Leben imd Tod in den Staub niederwarf, daß cs für ihn der letzte Versöhnungstag sei, daß an ihn sobald der Ruf. von oben ergeben werde:

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