Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 11 (12.3.1847)
- Date
- 1847-03-12
- Page
- Spalte 163-164 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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163 wissen. Gut. Möge sie in ihrer Schule für lM^ ihr JND3NT niD^n vortragen lassen. Aber der Jugend gar nichts mitZutheilen,. sie in Unwissenheit zu lassen und um die Kunde dessen was . sie doch wissen müssen betrügen, das ist traurig. — Eine andere Lücke ist: 2) der Mangel eines Lehrbuches der jüdischen Religions ge schichte. Die. jüdische Religion und namentlich ihre Satzungen haben im Laufe der Zeit erst ihre Ausbildung erhalten rnd ohne diese Geschichte können diese Gesetze nicht verstanden werden; und der Knabe hat wenigstens die. Hauptzüge dieser Geschichte zu lernen, damit der Kampf der Zeit ihn .nicht dann ganz und gar unverständlich, sei. Doch wenden wir uns, von den Wünschen zu den anzuzeigenden Büchern. Der katechetische Leitfaden, welcher nun bereits in zweiter Aussage erscheint, vereinigt nn sich alle Vorzüge der vorhandenm Katechismen, und nicht/ nur ist alles dahin gehörige sehr gut und populär verarbeitet, sondern manche Punkte hinzugefügt. Unter den'15 Abschnitten sind drei, nämlich 1) Sabbat, Feier- und Festtage; 2)' Bwß- und Fasttage; 3) religiöse Gebräuche,'Ceremornen, aus der obenerwähnten Gesetzeslehre verarbeitet und wirklich für einen kleinen Schnlkatech'ismus sehr gut. Wir-können diesen Leitfaden als den brauchbarsten zur Einführung in israelitische Schulen empfehlen, wozu er auch durch seine große Billigkeit — er kostet nur 2 Ngr. — geeignet ist. Bei jeder bedeutenden Lehre wird zugleich auf die Liedersammlung beständig ■ hingewiesm, was sehr nützlich zur Einprägung der Lehren ist. Was die 450 Lieder anlangt, so sind diese sehr gut gewählt>' und^ deren Einführung mit dem Leitfaden ist sehr-billig. — Die Sammlung kostet blos 10 Ngr. — Geschichte . der Tuden ist Kurland und Zustand derselben in der kurländischen Gouvernements - Stadt M i t a u. MitgethecLt " von ' ■' * ■; R I. Wunderbar * ' (Schluß.) 4) ymo) n-an. Gesangenenunb Armen - Unterstützungsverein/gegründet im .Jahre 1829 und reorganisirt cm Jahre 1835,/hat einen doppelten Zweck: erstens, die jüdischen Jnhaftirten. nach jüdischem Ritus, (lEO) i11 verpflegen, bei ihnen an den hohen Festtagen, .besonders am W nS Minjan &ii halten und diejenigen, welche nur schuldenhalber arretirt sind, nach Umstanden entweder ganz oder znm Theil los zu kaufen; und dann zweitens, die heruntergekommenen Stadt - 1^3 zu unterstützen und sie besonders an den hohen Festtagen mit Fleisch und 164 Brod zu versehen. Zu bedauern ist, daß grade dieser: Verein bei so großer .Aufgabe die derselbe hat, lediglich nur auf die Beiträge der Mitglieder, (welches ohnedies nur 72Kop. S. M. jährlich oder 6 Kop. monatlich beträgt) und höchstens dann und wann auch auf eine magere Kollekte angewiesen ist. . Dennoch beträgt die jährliche Einnahme und Ausgabe desselben eirea 200/R. S. M. 5) P1L '>jra man, später unter dem Ramm nib’DJ D\ipri, gegründet im Jahre 1815. Ist ein Handwerksverein, zur Unterstützung heruntergekommener Handwerker , und hat ehemals sehr geblüht und einen sehr .- großen Wirkungskreis gehabt, liegt aber gegenwärtig leider brach. — 6) b>“iD^D m3n, gegründet 1824. Ursprünglich ein Lehrerverein zur Unterstützung dürftiger Lehrer; es werden aber auch jetzt dann und wann arme min vom Vereine unterstützt. Auch dieser Verein hat jetzt einen sehr geringen - Wirkungskreis und eristirt eigentlich nur dem Namen nach. — ' -7) Die hebraische T 0 dtenlade, gegründet im I. 1840, enthält eine gewisse Anzahl Mitglieder, die alle bei dem Sterbefalle eines derselben einen gewissen Beitrag leisten müssen; dafür aber wird der Witwe des Mitgliedes am Sterbetage 50/R. S. M., oder wenn, das Mitglied Wittwer wird 25 R. S. M. zu Beerdigungskosten zugestellt« Es bleibt dem Leidtragenden aber frei gestellt , das Geld, so er dessen nicht bedürftig ist, der Kassa des Vereins zu schenken. . ' 8) ^Der Jugendverein, gegründet im Jahre 1844. Laut der Statuten dieses Vereins müssen die wirklichen Mitglieder desselben unverherrathet sein; der Verein hat aber auch außerordentliche Mitglieder und Ehrenmitglieder, die auch verheirathet sein dürfen. Die Tendenz dieses Vereins ist, Geld an Unbemittelte auf Pfänder aber ojhne Zinsen zu leihenwozu die Mitglieder kräftig wirken. Jährlich wird airr Stiftungstage ein. Ball zum Besten, der Vereins-Kasse gegeben. — 9) Der jüdische Frauenverein, gegründet im Jahre 1840, dessen Tendenz Unterstützung armer Frauen und Mädchen und Bekleidung und Verpflegung der armen Talmud-Tora Schü- . ler ist. Die Mitglieder / liefern entweder Geldbeiträge, oder Handarbeiten, die an dem Stiftungsrage, an welchem gewöhnlich zum Besten des Vereins Ball gegeben wird, verloost werden. — ' 10) Verein zur Unterstützung der hilfsbedürftigen Israeliten in Jerusalem und zur Unterstützung der v. Wolosin. Die Mitglieder tragen eine freiwillige, beliebige Summe jährlich bei, welche der jedesmalige»on entweder selbst abholt, oder die Vorsteher des Vereins schicken sie wohin gehörig ab. —. 11) nWD rrpn, gegründet im Jahre 1805. Die Mitglieder versammeln sich täglich, Sommer nach dem Frühmorgens- und Winter nach dem Abend - Gottesdienste im rra BrniDri/ woselbst ein Abschnitt aus der Mischna vorgetragen wird. Stirbt ein Mitglied, so geschieht diese Versammlung, Studien. Geschichte der Juden in Kurland,