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Der Orient · 1847-03-05 · 10 (5.3.1847) · p. Spalte 149-150

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
10 (5.3.1847)
Date
1847-03-05
Page
Spalte 149-150 (sequence 3)
Language
German
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149 fortgesetzten Unterricht und praktische. Wirksamkeit ein viel späteres, für die Offenbarung empfängliches Zeitalter,vorbereitend die hochwichtige Frage, die Auslassung einer höHern Belohnung und Bestrafung aus der heiligen Schrifterörtert und beseitiget und zugleich nachgewiesen, wie bereits jene Männer in ihren so wohlthätigen und gemeinnützigen Bestrebungen von dem beseligenden Glauben an eine höhere , dereinstige Bestimmung des Menschen durchdrungen waren und die Menschen diesem hohen Ziele nahe zu bringen mit Aufopferung der höchsten irdischen Güter eifrigst strebten. Mit historischer Sachkenntniß werden hier - gleichsam im Vorbeigehen die verschiedenen Gesetzbücher der größten heidnischen Legislatoren durchgenommen, mit den Lehren jener Männer verglichen und beurtheilt, besonders aber mit überwiegenden Gründen die Göttlichkeit der durch Moses und die. Propheten' geschehenen Offenbarungen aus ihrem Inhalte selbst auf. das Uebrrzeugendste dargetban. — So vorbereitet, wird der Leser in die Grundlehren der Offenbarung eingeführt und eine blose Hinweisung auf die in einzelnen Kapiteln der Reihe nach behandelten theologisch -philosophischen Gegenstände wird genügen, um die Wichtigkeit der Untersuchungen zu ermessen, auf welche der Vers, sein philosophisches Denken gerichtet hat. Nach einer allgemeinen Einleitung über die verschiedenen Weisen, auf welche wir zur Erkenntnis; der Dinge außer uns gelangen, bringt uns das erste Kapitel den Beweis über das Dasein des Absoluten, in einem andern Kapitel wird der bekannte, so genannte onthologische Beweis vom Dasein Gottes, gegen die Angriffe Kants vertheidiget, zugleich aber der Spinozismüs gründlich widerlegt« In andern Kapiteln wird die Ausgleichung der Kabbalistik mit dem Kanticmismus versucht, die Möglichkeit der Offenbarung gegen ihre Leugner dargethan, das Richtvorhandensein einer sogenannten Hyle oder mnteria primL behauptet, die biblischen Wunder gegen ihre Gegner in Schutz genommen, die Existenz von Dämonen verworfen, -wenigstens als dem Iudenthum unwesentlich von dem Glauben an Engel wesentlich unterschieden.dargestellt, daun in einem besonder» Kapitel ein neuer Beweis über das Dasein Gottes erörtert und endlich der erste TM mit einer Untersuchung über Anthropomorphie und Anthropopathie in einem besonder» Kapitel geschlossen. Von gleicher Wichtigkeit sind die Inhalte der beiden andern Theile, worin in noch größerm Zusammenhänge und weitläufiger» Untersuchungen über die Schöpfung im Allgemeinen, über Bestimmung des Menschen, über Religionim Allgemeinen und die jüdische insbesondere und das ganze Werk mit.einem sehr ausgedehnten Sachregister beschlossen, welches den Leser besser als irgend eine Anzeige in den Stand setzt zu beurtheilen , welche wichtige Materien er hier zu erwarten habe. Nichts desto weniger sei es uns, der Absicht dieser unsrer Anzeige gemäß, vergönnt/diejenigen Ideen, Ansichten und Erklärungen rc. hier darzusteUen, welche durch ihre Originalität und Neuheit geeignet sind, die Aufmerksamkeit unserer Leser sin'Anspruch, zu nehmen und daher eine vorzügliche Beachtung verdienen und 150 zwar um so mehr verdienen, als dadurch vielfache Plagiate ans Licht kommen dürsten, die cm diesem Werke, wie des ' Vers, gerechte Beschwerden lauten, begangen worden sind; wiewohl der. beschränkte Raum einer blosen Anzeige, uns nur eine Auswahl gestattet. Jur leichtern Uebersicht mögen die einzelnen Punkte durch Nummern bezeichnet der Reihe nach aufgeführt werden. 1) Erster- Theil. Migdol 'Os. S. 13. Col. 4. Ein tieferer Blick in die Verkettungen der Weltgeschichte, wird hier behauptet, stelle die Heilbringende Wahrheit heraus, daß das moralische Uebel, oder die Sünde, wie wohl nach langwierigen Kämpfen, eine allmälige Verminderung, endlich aber, ihren völligen Untergang finde, worauf die heilige Geschichte genugsam hindeute, wenn sie Beispiele vom Untergänge einzelner Staaten, ja eines großen Theils des Menschengeschlechts aufstellt, wo. das Ueberhandnehmerr der Sünde seinen höchsten Gipfel erreicht "und die Vorsehung dem totalen Verderbnis; nicht anders als durch völlige Vernichtung der unverbesserlichen Frevler verbeugen konnte; dagegen ge- . winne das moralisch.Gute im Laufe der Zeiten immer fester» Boden, und der endliche, vollständige Sieg desselben, sei das Hauptziel, nach dem die Menschheit ringe. Dieses hochwichtige Prinzip, ans mehrere dunkle Stellen sowohl der heiligen Schrift, als auch des Talmuds angewendet, verbreiten ein helles Licht über diese Dunkelheiten und geben Gelegenheit manchen. Vorwurf zu beseitigen., welcher von jenen heiligen Quellen aus auf die Religion selbst hin und wieder auch jetzt noch übertragen wird. Hierauf beruhe nicht nur die Rechtfertigung mancherlei mosaischer Verordnungen, wie die Vertilgung des amalekitischen Geschlechts, die Vernichtungskriege gegen die heidnischen, sogenannten 7 Nationen, und deren Vereinbarung mit sonstigen, so milden, mosaischen Ge-' setzen, sondern nuch das Vorwatten humanistischer Tendenzen selbst in ^den später«, talmudischen Anordnungen. Nun ist hier die Erklärung der Stetten: by riDN ]))) ipiD und ‘ipii , welche durch die wohlbegründete . Uebersetzung: ,,er läßt die Sündhaftigkeit der Eltern schon bei den Kindern des dritten, oder vierten Geschlechts schwinden, das Gute aber, wenn auch nach tausend Geschlechtern doch endlich empor kommen" auf überraschende Weise das obige Prinzip ausdrücklich geltend wacht. Nicht minder interessant ist die Erklärung jener schwierigen cigadischen Stelle, i wo von dem berühmten R. Meär erzählt wird: er habe einst, von einigen Bösewichtern.seiner..Nachbarschaft zur Verzweiflung gebracht, Gott um deren Vernichtung angefleht, von feiner Gattin, aber die Zurechtweisung erhalten, daß dieses Verfahren gegen die Lehre des Psalmisten Ps. 104, 35 verstoße, da es dort nicht sondern heiße,-was nach allen Kommentatoren so gedeutet wird, als wenn das letztere Wort C\N£>n - (Sünden) zu lesen wäre , d. h. daß man Gott nicht um^Vernichtung der- Sü nd er, sondern viel- 'mehr. der Sunde anflehen müßte, welche Punktation aber offenbar gegen , die masoretische lauten würde. Nach dem 10* Kritiken. Schriften vyn M. B. Friedenchal.

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