Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 10 (5.3.1847)
- Date
- 1847-03-05
- Page
- Spalte 147-148 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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148 147 Kritiken. Frankel. auszusprechen. Welch ein- Unterschied zwischen diesem Wecke des Hrn. Frankels und zwischen jenen fo ' vieler Rabbiner und Rabbinerlein der Neuzeit, die keine andere Tendenz haben, als das alte Ehrwürdige in den Schlamm hinab zu ziehen, das Moral- und Rechtsgesühl unserer Altvordern zu verdächtigen, »ab mit einem Federstriche Jahrhundert lange Arbeiten zu vernichten,, und dafür ein neues „N i ch E aufzustellen! Ich sage es, offen,, und sollte ich auch dadurch alles Gift, jener schreibsüchtigen Ephemeren gegen mich aufreiZen, daß die'Ehrlichen unter ihnen .den Talmud nicht verstehen, ihn wenigstens nicht in seiner Totalität aufzufassen wissen, und die - unter' ihnen, so den Talmud verstehen, nicht ehrlich sind, d. h. im Betreff der Bemtheilung desselben nicht ehrlich zu Werke, gehen. Darum werden Sie in jedem ihrer Schrif- ' ten finden, Irrthümer, Deduktionen die falsch ^.Kombinationen die alleo Grundes baar sind / einzelne Stellen des Talmuds, aus dem Zusammenhänge gerissen, um ihnen eine unrichtige Deutung zu gebmz während Sie in diesem neuesten Werke des Hrn. Frankel, der bornirt. genng ist, das talmudische Moral- und Rechtsprinzip lobenswerth zu finden, ein gegliedertes Ganze, Schluß- und Folgerichtigkeit vom Anfänge bis zum Ende, logische 'Schärfe, Lief durchgearbeitetes und immensurables Wissen, und bei.diesem keinen einzigen Fehler in dem ganzen Buche, obwohl es 550 Seiten stark ist, erblicken werden. /Es ist zwar nicht zu läugnen, daß wenige Unrichtigkeiten, einige mangelhafte Erläuterungen', da und dort dunkle, such manchesmal., nicht richtige Auffassungen, und sogar , zwar nur sehr selten vorkommende Versehen, in dem Buche zu finden sind, welche ich Ihnen auch nach und-nach hiermit vorführen werde, aber Fehler , die der Verfasser gemacht sdenn Druckfehler giebt es wohl darin, und die Sinn entstellenden, werde ich Ihnen am Ende meines Briefes aufzählen) habe ich keinen einzigen gefunden. Und io kann ich Ihrem Wunsche, die Schönheiten und die Fehler dieses Werkes, Ihnen anzumerken, nicht willfahren; das Letztere kann ich aus dem einfachen Grunde nicht thun, weil wie gesagt, ich keinen Fehler in diesem Buche entdeckt habe, unddas Erstere nicht, weil ich Ihnen das ganze Buch in Exlension abschreiben müßte. — Ich werde ferner nicht nach Art der Recensenten Plan und Eintheilung des Buches niederschreiben und besprechen, weil einerseits dieses im „Orient" von einem andern würdigen Manne' (Hrn. Dr. Landau) geschehen ist, andererseits, weil den Plan das Titelblatt besagt, und die' CüUheilung bei diesem großartigen Werke nur Nebending ist, sondern, ich werde sogleich zu dem übergehen, was ich über einzelne Stellen dieses Buches zu bemerken hätte. 'W (Fortsetzung folgt')»?/ Da für den „Orient" viele Materialien vorliegm, so kann die Fortsetzung erst in spätern Nummern folgen. Red. ' > M. B, Friedenthal. U) ni’DNrj npv? rnn; ’nDV oder :' logifdj=pi)itofopE)tsche.Abhandlungen über die Grundlehren der mosaischen Religion. Zur richtigen Erkenntniß re. Verfaßt von M. B. Fri edenth al. Breslau, 1846—47. 8. Bei Aug. Schulz Wir glauben mit der Beurtheilung, oder vielmehr Anzeige dieses, schätzbaren,^ bereits ' von mehrern Seiten her empfohlenen Werkes, so weniger zu spät, zu kommen, ails es erst seit Kurzem, wie wohl im Auszuge, dem gelehrten israe- , litischen Publikum Deutschlands vor die Augen getreten. Es erging diesem Werke, wie einem' Menschen, der sich durch modernen Anzug in die höhere Gesellschaft Eingang zu verschaffen sucht, nach näherer Bekanntwerdrmg seiner würdigen Persönlichkeit aber keines äußern Schmucks bedarfum die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. — Man wird es sogleich merken, daß wir auf die Sprache des Originals hindeuten, welche zur Zeit seines Erscheinens die einzige war, in der man sich dem größten Theil des israelitischen Publikums, besonders in Beziehung auf jüdische' Wissenschaft, verständlich machen konnte, was um so weniger eines historischen Beweises bedarf, als bekanntlich in deir Wirkungskreisen , für welche, dieses Werk vorzüglich bestimmt ist , noch Heute selbst minder wichtige wissenschaftliche Gegenstände am liebsten in jener Sprache j besonders wenn sie so, wie in diesem Werke gehandhabt wird, gelesen werden. Da es mm überdies, als im Selbstverlag erschienen, bis jetzt nicht in den Buchhandel gekommen, so ist es kein Wunder, daß es nach bisher keine vollständige Würdigung erhalten hat, ob es aber nach einem so bedeutenden, seit dessen Erscheinen abgeLaufenen Zeiträume, mit den darin aufgenommenen /verschiedenen philosophischen Systemen zugleich antiquirt sei, oder mindestens , die darin aufgestMen Ansichten ihre Anwendung verloren haben?. Dieser Zwe-ifel soll eben durch gegenwärtigk Darstellung nach Kräften gelöst werden. Anstatt einer Vorrede wird das Werk zuvörderst durch ein an die Gelehrten Israels gerichtetes, weitläufiges Sendschreiben eingelektet, w^rin mit äußerst beredeter Sprache und scharfen Zügen H>ie Lauheit getadelt wird, mit .welcher von ihnen die uugerech^n Angriffe entgegen genommen werden, welche von verschiedenen Seiten? her gegen das. Zudenthum gerichtet werden, deren Abwehr von Seiten des Verfassers wiewohl mit großer Gelehrsamkeit, Hoch» nur in den allgemeinsten Umriffen geschehen konnte. Diese wichtige Aufforderung war so wenig in den Wind gesprochen, daß seitdem derartige Bestrebungen auf erfreuliche. Weise überall sich kundgeben. Mit dieser Aufforderung im Zusammenhänge folgen einige Aufsätze, worin durch eine.gediegene .Exegese erhebliche Ausstellungen namhafter Gelehrten gegen die heilige Schrift weitläufig erörtert und/auf eine genügende Weise beseitiget werden, wie es bis dahin entweder gar nicht, oder nur auf' höchst unvollkommene Weise geschehen /var. Auch der. Anfang . des . zweiten Theils laß t diesem Faden nicht ganz fallen.. 5zier. wird nach Entwersung einer allgemeinen Charakteristik jener biblischen Glaubens!) eroen, welche durch