Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 10 (5.3.1847)
- Date
- 1847-03-05
- Page
- Spalte 145-146 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken " . für .; , . zü-ische Geschichte und Literatur. 1:10, Inh a lt. Kritiken. Kurze Anzeigen. Frankel's Werk über den gerichtlichen Beweis. BeurLheilt von Rabbinet Fasset. M. B.. Friedenthal's religioirsphilofophische Schriften. — Studien. Hebräische Dichter im'Buche „ha-Nikma^' des Jona Jbn- G^annLch. Mitgetheilt von L. D u k e s in Paris. G.-schichte der Juden in KurlrA-d. Von R. I. Wunderbar. (Fortsetzung!) —- Ankündigungen. - ^-Leipzi g, den 5. März 184^, Kurze Anzeigen. 10) Der gerichtliche Beweis nach mosaifch.-talmudischemRechte. Ein Beitrag zur Kenntmß des mosaisch-talmudischen Ccim mal- und Civitrechts. Nebst einer Untersuchung über , die preußische Gesetzgebung hinsichtlich des Zeugnisses der Juden. Von Dr. Z. F r a n k et, Oberrabbiner. , Bertin, 1846. Verlag von Veit u. Comp. Angezeigt und beurtheilt von Rabb. Fasse!.') Das einem faulen Boden gedeihet oft eine nützliche Frucht, gedeihet oft nur da —- und wäre nicht gewachsen, wäre wenigstens nicht so herrlich gewachsen, hätte so üppig sich nicht entfaltet, wäre der Boden weniger faul gewesen. So haben wir dem faulen Flecke der preußischen Gesetzgebung, dieses herrliche, höchst gelungene Werk zu verdanken. „In der. Preußischen Gesetzgebung" sagt der Vers. (Vorw. S. IV.) „fand ich die eigentliche Veranlassung zur Besprechung dirses Gegenstandes". Aber wenn auch überall der Zweck, als Ausgangspunkt des Mittels, länger währt, und seiner Natur nach Länger währen muß, als dieses, so wird es hier umgekehrt sein. Längst wird dieser Punkt, als materielle Wevletzmrg der Gerechtigkeit, aus der Preußischen Gesetzgebung verwischt, längst der Kampf um Gleichheit der Rechte, um Anerkennung der Juden auf dem Schauplätze der deutschen Welt ausgekämpft, und Langst vergessen sein, daß je eine Ungleichheit vor dem Gesetze unter civilisirten Völkern existirt habe, und noch wird dieses großartige Werk als ein Ehren-' monument dastehen, daß, wie auch der Berf. Vorw. S. VI. sagt: trotz des Härtesten Druckes, ungetrübte Geistesstärke, trotz des empörendsten Unrechtes von Außen, das Gefühl des Rechts im Innern unserer Väter, sich erhielt; daß die schwer- ') Aus einem Privatbriefe entnommen. sten Leiden sie wohl von außen aber nicht von innen nieder zu drücken vermochten; als ein Monument, der Nachwelt zurufend die Worte eines andern gelehrten Mannes, in einer andern Sprache: ,,?ouvaib i1s reeonnattrs, que ces juifs, si opprimes, accuses de tant d’ignorance, conservaient en depöt, a« nonv de leurs ahcdtres, les principes de l’equite la plus rigoureuie, le germe des iiistitutiöns les plus dig-ises d’un pays libre‘c (Salvador) und auch wird der Versi dieses großartigen Werkes im Munde der Nachwelt leben, und den größten Männern des Judenthums, für ewige Zeiten, angereihet bleiben. Ich kann diesem Werke mit voller Gewißheit das Prognostikon stellen, daß so wie manche Schriften des Maimüni und anderer Berühmtheiten Israels, welche ursprünglich in der damaligen Landessprache verfaßt wurden, später in die hebräische übertragen werden mußten, um sie der ganzen Judenheit zugänglich zu machen, so wird auch gesucht werden, dieses Werk unter g anz Israel zu verbreiten und zu erhalten, als das gediegenste und gelungenste des geg en w ärtig en Jahrhunderts» Ja, ich sage es mit der vollsten Ueberzeugung,' daß kein einziges Werk, welches , in den letzten vier und bis, fünf Decennien aus einer jüdischen Feder geflossen ist (und es sind ihrer wahrlich nicht wenigsich mit diesen, zu messen im Stande ist:') Und darum lieber Freund, danke ich Ihnen recht herzlich, daß Sie mir dieses Werk eingeschickt haben; zürne Ihnen aber zugleich, daß Sie dieses so spat gethan haben, und würde wohl g.ern aus Wr'ej^rvergeltung, Sie recht lange auf eine Antwort warten lassen, wenn ich mich nicht gedrungen fühlte, meine innere Bewunderung dieses Werkes, in Worten *) Der Leser möge diese Uebertreibung des Hrn. Rabb. Fasset um so lieber entschuldigen , als doch die Kenntniß. der ausgezeichneten Schriften berühmter Israeliten der Neuzeit in Mähren nicht verlangt werden kann. Red. 10