Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 7 (12.2.1847)
- Date
- 1847-02-12
- Page
- Spalte 109-110 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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109 Studien. Von der Darstellung der Mesfiasidee. 119 . [5 ooy dton iins6 7) pn^ im 3NV3 f\'ü 'hbu ’ (8nnib rw DVD unsb' ' O)^ vn c'jni ■ . 3iö m r^L' - py1? (flöN 3U3 03 Ich .bin gern, Lereit, noch die folgenden, die mir ein Freund mitzutheilen verspricht, Ahnen zuzusenden. Proßnitz, den 2ö. Januar 1847. III. Von der DcrrstellunA der Messicrsidee. . (Fortsetzung.)' Denn war die Errettung Israels auch nicht anders möglich, als durch eine, politische Auflösung der sie bedrängenden Reiche, so schien doch vom religiösen Gesichtspunkte aus, sowohl um seiner eigenen geistigen Erhebung und sittlichen Erzühung, als auch besonders um Israels und der von ihm vertretenen religiösen Tendenz wällen das, das göttliche Wirken verkennende und ^verhöhnende Heidenthum schon an sich, wie namentlich nach Israels nunmehriger Rückkehr und Besserung die göttliche Strafe zu.fordern. Das züchtigende.und büßende Verhältnis mußte sich zwischen den Völkern und Israel geradezu nmkehren (51 Ende), und je nothrvendiger dies erschien, desto mehr mußte Israels Nationalität als. eine partikuläre sich hervordrängen, vre Erlösung überhaupt vorläufig um so mehr als eine nationale sich gestalten) je weni- I grr sie noch eine universelle sein konnte. Darum ist geradezu das Wiedererstehen Israels an die Demüthigung und. den Mt'ergang der Völker geknüpft, weil Israel um Gottes und seiner Lehre willen durch den Widersprach litt, in dem die Völker dazu standen. Darum werden die messianischen Pr-ophezeihungm in scheinbar partikulärer Beschränkung an Zion und das Volk Israel gerichtet, nicht als wenn dieselben für Israel ausschließlich nur gegeben, sondern weil dieses zur Realisirung der messianischen Ideen allein sahig und würdig , war'. Daher schreiben sich alle die natio- 5) In der Abschr. vny. Ich vernntthe nby ü\wx - / 6) Unleserlich und ohne Süm. ' »7\ o O O O 7) 33 3D IHN. 8) D. i. )262. nalenr Beziehungen, die, die Schilderung des messianischen Reiches als ein topographisch beschränktes, die Sammlung der Zerstreuten, ihre Rückkehr'nach dem heiligen Lande, der Aufbau Jerusalems und überhaupt das Glück ^der Erlösten als ein Materielles und Politisches sind daraus erklärlich. Es gehört auch hierher die Prophezeihvng von der Auferstehung der Tobten in Jes. 26, 19. Ez. 37. Aber so wemg wir auch geneigt sind, den Glauben an die individuelle Auferstehung zu leugnen, so zwingt uns doch der Zusammenhang der Stellen, wie die Analogie aller übrigen messianischen Prophezeihungen, hier eine blos-allgemeine Beziehung auf das Volk Israel gelten zu lassen. Alles, was eine geistige Nochwendigkeit hat, muß bestehen, und wenn es unterdrückt worden, d. h im Kampfe mit dem Materialismus gestorben ist, wieder auferstehen; untergehen kann es nicht. Es hat dieses für die einzelne, individuelle Persönlichkeit, wie für das Allgemeine, Nationale seine Nichtigkeit, und es ist somit auch der Ilnsterblichkeits- und Auferstehungsglcrube des Individuums gerechtfertigt. Zunächst aber ist die Auferstehungsprophetie in den angeführten Stellen der Schrift nur ein' Bild für die Wiederbelebung und Wicdererstehung des israelitischen Volkes, dessen Untergang aus inneren Gründen unmöglich und Erhaltung um seiner Lehre willen . nothwendig ist. Wie Jesaja überhaupt gern, so vergleicht er auch hier die messianische Erstehung des Volkes mit dem Auf- und Hervorwachsen einer Pflanze, indem er den Untergang des Volkes wie den Schlaf der Todten unter der Erde ansieht, aus der diese, pflanzenähnllch befruchtet durch den Thau des göttlichen Geistes und seiner Lehre, in Zukunft emporsteigeri würden. Außer der speciell jesajanischen Bezeichnung des messianischen Volkes unb, -Königs durch np$J, mag zur Begründung dieser Ansicht auch noch erwähnt werden, daß es eine allgemeine orientalische Anschauungsweise ist, das spätere. Geschlecht, die Nachkommen durch eine dem Pflcmzenteben entnommene Metapher mitSamen zu bezeichnen. Diese bildliche ^Auffassung der Aufersteh ungspcophetie und israelitisch-nationale Deutung derselben findet auch schon bei früheren Exegeten Erwähnung und Vertheidsgung (vgl. Aldo Jkk. 4, 35). Ein so nothwendiges Moment aber auch die politische Seite des Judenthums als das materielle Substrat für dessen Lehre ist, und so sehr auch darum d'as politisch-nationale Element in der Messiastehre als deren eine Seite heroorgedra'ngt wird: so hat doch die Hinweisung und Hoffnung auf die Restnirration der israelitischen Nationalität in der Messiasidee nur eine religiöse Bedeutung. Es wird überhaupt im Judentum das politisch-weltliche Element nur um der Religion und des geistig-religiösen Einflusses wegen in Betracht gezo-/ gen, den diese darauf hat, und wie von Anfang an die nationale Absonderung und selbstständige Gestaltung des fpecisisch israelitischen Staats- und Nationallebens - eine religiöse Tendenz und Bedeutung hatte: so ist auch die Wiederherstellung des israelitischen .Staates und seiner nationalen Selbstständigkeit «m ihrer religiösen Bedeutung willen notwendig und